Der Marburger Uni-Präsident Professor Volker Nienhaus – hier beim Campus-Workshop der Universität – hat nach sechsjähriger Amtszeit die Philipps-Universität verlassen.
Marburg. Am Aschermittwoch war für den scheidenden Uni-Präsidenten Professor Volker Nienhaus nicht alles vorbei, aber es war sein letzter Arbeitstag als Präsident der Philipps-Universität. Am Montag war Nienhaus im internen Kreis beim Jahresempfang der Uni-Verwaltung verabschiedet worden, die offizielle Amtsübergabe an seine Nachfolgerin Professorin Katharina Krause soll am 22. April stattfinden.
„Ich übergebe die Amtsgeschäfte geordnet“, sagte der Wirtschaftswissenschaftler Professor Nienhaus am Mittwoch im Gespräch mit der OP. Auch sei die Marburger Hochschule als Forschungs-Universität immer noch gut aufgestellt. Nach wie vor seien die Finanzprobleme der Philipps-Universität jedoch gravierend. „Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich die finanzielle Lage für die Marburger Universität in den nächsten Jahren verbessern wird“, sagte Nienhaus.
Zu den Erfolgen in seiner Amtszeit als Marburger Uni-Präsident zählt Nienhaus unter anderem den Start der Campusplanungen am Alten Botanischen Garten und auf den Lahnbergen sowie die Zentren für Synthetische Mikrobiologie und Regionalsprache, für die es nun grünes Licht gibt. Auch den Aufbau der Zentren für Religionswissenschaften und Antike Welt bezeichnete Nienhaus als positiv. Auch die umstrittene Zentrenbildung, bei der in der Mitte der Amtszeit von Nienhaus an der Marburger Universität das Orientzentrum aufgebaut wurde und die osteuropäischen Fächer zugunsten des Osteuropazentrums an der Universität aufgegeben wurden, verteidigte der scheidende Präsident.
„Diese Zentrenbildung hat uns nicht gut getan“, sagte dagegen Professor Siegfried Bien, Listensprecher der größten Professorengruppe im Uni-Senat (Unabhängige Hochschullehrer) im Gespräch mit der OP. Zwar laufe das Orientzentrum hervorragend, aber für die Schwerpunkte zu Osteuropa und Japan habe sich die Zentrenbildung als Katastrophe erwiesen.
Selbstkritisch sagte Nienhaus auf Nachfrage der OP auch, dass sein Verzicht auf eine feste Residenz in Marburg „aus institutioneller Sicht“ ein Schwachpunkt gewesen sei.
von Manfred Hitzeroth
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