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Neuwohner will Stichwahl erreichen

OB-Kandidation der Grünen Neuwohner will Stichwahl erreichen

Einstimmig nominierten die Marburger Grünen auf ihrer Parteiversammlung am Donnerstag ­Dr. Elke Neuwohner zu ihrer OB-Kandidatin.

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Die Marburger Ärztin Dr. Elke Neuwohner ist mit Unterbrechungen seit 2001 Stadtverordnete für die Grünen. Ihre Partei nominierte sie am Donnerstagabend als Bewerberin für das Rennen um den Oberbürgermeister-Posten.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Chips und kleine Salzbrezelchen sowie Apfelsaft und Wasser standen auf dem großen Tisch in der Grünen-Geschäftsstelle anlässlich der Kür von Dr. Elke Neuwohner für das Rennen um die Nachfolge des amtierenden Stadtoberhaupts Egon Vaupel (SPD).

Nadine Weigel

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Von Anfang an herrschte eine lockere und entspannte Atmosphäre bei der Versammlung am Donnerstagabend. Und die Nominierung der einzigen Bewerberin für die grüne OB-Kandidatur war auch nur Formsache: Alle 30 stimmberechtigten Parteimitglieder stimmten mit Ja und bescherten Neuwohner die  bei den Grünen nicht so häufig erreichte Zustimmungs-Quote von 100 Prozent.

In ihrer Rede hatte sich Neuwohner zuvor selbstbewusst gegeben. Sie hatte angekündigt, dass sich die Grünen in Marburg auf Augenhöhe mit der CDU befinden würden. Von daher sehe sie es als zwar ehrgeiziges, aber schaffbares Ziel an, bei der Wahl um den OB-Posten am 14. Juni in die Stichwahl zu kommen. „Danach werden die Karten neu gemischt“, meinte die 38-jährige Medizinerin, die als niedergelassene Ärztin in einer Praxis im Ebsdorfer Grund arbeitet.

Kritik am SPD-Kandidaten Dr. Thomas Spies

Mehrfach betonte sie in ihrer Rede, dass sie sich für ein „lebendiges Miteinander“ in Marburg einsetzen wolle. Dabei wolle sie sich davon abheben, dass im Wahlkampf Angst geschürt werde. Und damit begann Neuwohner bereits mit ihren Seitenhieben auf ihre Mitbewerber.

So sprach sie explizit den SPD-Kandidaten Dr. Thomas Spies und dessen Aussage an, dass die Menschen in der Region Angst vor dem Klinikum hätten. Solch einen Politikstil, bei dem „überbordende Ängste“ geschürt worden seien,  fände sie nicht in Ordnung.

Zwar sei die Privatisierung des Marburger Uni-Klinikums eine falsche Entscheidung gewesen. Aber sie wisse auch aus eigener Erfahrung, dass  am Uni-Klinikum in Marburg Hochleistungsmedizin betrieben werde und dass es viele Mitarbeiter gebe, die sich sehr engagiert zum Wohl der Patienten einsetzen würden.

Doch auch mit der CDU setzte sich Neuwohner auseinander, ohne deren OB-Kandidaten Dirk Bamberger direkt zu erwähnen. Es sei nicht in Ordnung, Angst vor Gewalt in der Oberstadt als Wahlkampf-Thema in die Debatte zu bringen, oder gar gewalttätige Auseinandersetzungen als Folge von exzessiven Feiern oder zu viel Müll anzusehen. Es sei vielmehr wichtig, in der Oberstadt alle Menschen zusammenzubringen. „Die Vielfalt friedlich miteinander zu gestalten ist das, was einen großen Reiz an Marburg ausmacht“, sagte Neuwohner.

Windkraft: Kandidatin fordert Bürgerbefragung

Und das sind ihre weiteren Ziele, die sich auch die Marburger Grünen seit Jahren auf ihre Fahnen geschrieben haben:

  • Ein „intelligentes Verkehrskonzept“ mit Tempo 80 auf der Stadtautobahn und Tempo 30 in der Innenstadt sowie besser ausgebaute Radwege.
  • Die Umsetzung der Energiewende in Sachen Windkraft auch in Marburg. Dabei sollten Ängste und unerwünschte Nebenwirkungen ernst genommen werden. Zudem fordert Neuwohner eine Bürgerbefragung dazu, ob die Stadtwerke Windkraftanlagen auf dem Lichten Küppel errichten sollen.
  • Auch für den weiteren Ausbau des Kultur- und Sportangebots und die Integration von Flüchtlingen sowie den Ausbau einer „bedarfsgerechten und quartiersbezogenen Alternspolitik“ will sie sich einsetzen.

Der Marburger Medizin-Professor Dr. Schäfer, in dessen Team am Zentrum für unerkannte Krankheiten Neuwohner mitarbeitet, hatte die Kandidatin zuvor in einer kurzen Rede als Gast als „zuverlässig“ und sehr engagiert beschrieben. Einen großen Dank für die Kandidatur sprach der fünffachen Mutter Neuwohner zudem die grüne Landtagsabgeordnete Angela Dorn aus.

Es gebe wenig Frauen, die so kompetent seien und gleichzeitig einen so ausgeprägten Sinn für das Gemeinschaftliche hätten, so Dorn.

von Manfred Hitzeroth

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