Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Neugeboren aus dem Wasser der Lahn

Taufe im Fluss Neugeboren aus dem Wasser der Lahn

Bei bestem Sommerwetter feierten am Sonntag zahlreiche Gemeindemitglieder der Anskar-Kirche am Trojedamm den Zuwachs der freien internationalen Gemeinde.

Voriger Artikel
„Marburg ist ein guter Ort zum Leben“
Nächster Artikel
Landschulheim Steinmühle verabschiedet 71 Abiturienten

Alexander Hirsch (links) und Matthias Rüb tauften Mohamad Reza Vazifeh.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Ganze sieben Täuflinge aus drei verschiedenen Ländern galt es zu begrüßen: Saeid Soleimani, Ali Soleimani, Reza Akbari und Mohamad Reza Vazifeh aus dem Iran, Lovasoa Razanamanga aus Madagaskar sowie zwei junge Männer aus Afghanistan hatten sich nicht nur für eine neue religiöse Gemeinschaft, sondern für einen neuen Glauben entschieden. Um ihr Glaubensbekenntnis zu bekräftigen, ließen sie sich taufen - mitten in der erfrischenden Lahn.

Unter dem Jubel der zahlreichen Gäste führten die Pastoren Alexander Hirsch und Matthias Rüb ihre neuen Schützlinge ins Wasser, sprachen die offizielle Taufformel und tauchten die jungen Gläubigen nach und nach in das kühle Nass.

Große Erleichterung herrschte bei den tropfenden Teilnehmern, die sprichwörtlich wie neugeboren aus den Fluten auftauchten. Denn das besondere und fröhliche Tauf-Ereignis hatte einen ernsten Hintergrund: Die sechs jungen Männer mussten nicht zuletzt wegen ihres Glaubens ihre Heimat verlassen - so wie etwa Saeid, der im Iran verbotenen Kontakt zu einigen christlichen Armeniern hielt, diese nach ihrem Glauben befragte. Auch in der Türkei wurde er inhaftiert, las im Gefängnis zum ersten Mal in der Bibel: „Das half mir durch die schwere Zeit, ich bin froh, dass ich nun ein neues Leben beginnen darf“, erzählte der junge Iraner. „Vorher fehlte mir etwas im Leben, heute geht es mir gut“, berichtete auch sein Landsmann Mohamad. So wie seine Mittäuflinge fühlte er sich im eigenen Land zerrissen, war „nur dem Namen nach Muslim, doch nicht im Herzen“.

Erst vor wenigen Monaten konnten sich die neuen Gemeindemitglieder nach Deutschland retten, der Gottesdienst unter freiem Himmel wurde daher sowohl auf Deutsch wie auf Farsi (Persisch) abgehalten. Pastor Hirsch erinnerte an den religiösen Grundsatz, bei dem es „keine Einheimischen oder Zugewanderte gibt - alle sind wir Gottes Kinder“.

von Ina Tannert

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr