Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Neues bauen oder altes Grün bewahren

Wohnungsbau Neues bauen oder altes Grün bewahren

Die ehemalige rot-grüne Stadtregierung hat die Gewobau beauftragt, neue Wohnungen zu bauen. Allerdings forderte sie kurz vor der Kommunalwahl, darauf zu achten, die alten Linden zu erhalten.

Voriger Artikel
"Manche Gesichter vergisst man nicht!"
Nächster Artikel
SPD redet zuerst mit der CDU

Auf diesem Parkplatz in der Poitiersstraße will die Gewobau gut 20 neue barrierefreie Wohnungen bauen.

Quelle: Nils B. Weber

Marburg. „Wir, die Gewobau, wollen die drei Häuser am Erlenring bauen“, sagt Grünen-Mitglied und Prokurist der Gemeinschaftlichen Wohnungsbaugesellschaft (Gewobau) Marburg Matthias Knoche.

Seine Parteifreunde stimmen dem nicht ganz zu: „Wir, Uwe Volz, Vorsitzender des Umweltausschusses der Grünen, und Stephanie Theiss, Mitglied der Grünen, unterstützen die Pläne, hier bei uns am Erlenring barrierefreie und bezahlbare Wohnungen neu zu bauen. Unterstützt wird von uns auch, wenn sich gemeinschaftliche Wohnprojekte finden, die wie in der Poitiersstraße ihre Pläne für ein solidarisches Wohnen umsetzen wollen“, schreiben Volz und Theiss in ihrer Pressemitteilung. Der Wohnungsneubau müsse aber so umgesetzt werden, dass wertvolles Grün im Stadtteil nicht verloren gehe. Der geplante mittlere Standort am Erlenring sei durch einen alten und wertvollen Baumbestand geprägt.

Die großen, etwa 50 Jahre alten Linden in der mittleren Baulücke am Erlenring würden viel Sauerstoff produzieren, durch die Verdunstung in heißen Sommern für wichtige Kühlung sorgen und das Stadtbild verschönern. Deshalb wollen sich beide im neuen Ortsbeirat und in der Stadtverordnetenversammlung dafür einsetzen, dass der Lindenbestand am Erlenring in der Bauphase geschützt und erhalten bleibt. Das bedeutet, dass nur zwei der drei Erlenring-Wohnhäuser gebaut werden könnten.

Das Vorhaben der Gewobau, auf dem derzeitigen Parkplatz in der Poitiersstraße neue barrierefreie Wohnungen zu schaffen, befürworten sie ebenfalls. Volz weist auf OP-Nachfrage jedoch ausdrücklich daraufhin, dass die verbleibende Wiese dahinter unangetastet bleiben soll.

Die Stadt Marburg hatte Inwis im Jahr 2013 zu einer Wohnungsmarktanalyse beauftragt und schrieb aufgrund dessen in ihrem Wohnraumversorgungskonzept für 2015, dass bis 2020 ein Bedarf an 500 neuen Sozialwohnungen besteht. Um einen Teil davon soll sich die Gewobau kümmern.

Am Erlenring sind rund 48, in der Graf-von-Stauffenberg-Straße 12 und in der Poitiersstraße gut 20 Sozialwohnungen geplant. Die geplanten Häuser im Bereich des Erlenrings werden durch Aufzüge erschlossen und rollstuhlgerecht angelegt. Von den Fachleuten der Multiple-Sklerose-Selbsthilfegruppe, dem Sozialverband VdK Hessen-Thüringen und vom Verein zur Förderung der Inklusion behinderter Menschen kamen Anregungen, die in die Überarbeitung der Grundrisse einflossen.

Nachdem nun die Planungsphase abgeschlossen ist, befindet sich die Gewobau derzeit in der Finanzierungsphase und beantragt Fördermittel des Landes Hessen. Danach kann erst die Bauphase beginnen. Bei einer Bauzeit von rund 15 Monaten sind die ersten Häuser frühestens Ende 2017 fertig gestellt.

Letztendlich entscheiden also das Land Hessen und die Stadt Marburg darüber, wie viele Wohnungen wo und zu welchem Mietpreis gebaut werden.

von Klara Brinkmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr