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Neues Zentrum stärkt das Wir-Gefühl der Boxer

Boxzentrum Neues Zentrum stärkt das Wir-Gefühl der Boxer

Das neue Boxzentrum des 1. Boxclubs Marburg am Richtsberg wurde am Wochenende mit geladenen Gästen feierlich eröffnet.

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Boxer und Verantwortliche des Box-Clubs Marburg fühlen sich wie die Ehrengäste wohl in dem neuen Zentrum in der Friedrich-Ebert-Straße.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Wenn Oberbürgermeister Egon Vaupel seinen Dauerkartenplatz sausen lässt und darauf verzichtet, die Fußballer des FC Schalke 04 bei Heimspielen lautstark anzufeuern, dann muss es sich um einen besonderen Termin handeln. Die Eröffnungsfeier des neuen Boxzentrums des 1. Boxclubs Marburg 1947 für 150 geladene Gäste und Vereinsmitglieder fiel unter diese Kategorie. Zu den geladenen Gästen gehörte auch Ex-Boxprofi Graciano „Rocky“ Rocchigiani (die OP berichtete). Die Feier wurde mit insgesamt sechs Boxkämpfen umrahmt, bei denen Schüler und Junioren des 1. Boxclub Marburg ihr Können im Ring unter Beweis stellten.

Zwar kam der Boxclub in den Genuss, von der Stadt Marburg einen Zuschuss in Höhe von 260000 Euro zu erhalten. Allerdings wäre der Bau auf 400 Quadratmetern nicht ohne Eigen­engagement zustande gekommen. Fast 1500 Stunden an Eigenleistung wendeten die Vereinsmitglieder für den Bau auf. Knapp eineinhalb Jahre wurde die ehemalige Gaststätte in der Friedrich-Ebert-Straße umfassend umgebaut und erweitert. Entstanden sind eine Trainingshalle, ein fest installierter Boxring, Umkleidekabinen und ein Aufenthaltsraum.

Die Halle ist nicht nur schön anzusehen, sondern erfüllt auch einen sehr praktischen Zweck. So unterstrich Club-Vorsitzender Peter Weller: „Unsere Sportler haben bisher an drei verschiedenen Orten trainiert. Teilweise waren die Räume so klein, dass manche auf dem Flur trainieren mussten. Damit ist jetzt Schluss.“ Die Halle biete weitläufig Platz, so dass viele Boxer gleichzeitig trainieren könnten, ohne sich ins Gehege zu kommen, berichtete Weller. Außerdem werde das Wir-Gefühl des Vereins durch das neue Zentrum gestärkt. Dazu trage insbesondere der neue Aufenthaltsraum bei, in dem die Boxer Kontakte pflegen und ein Vereins-Gefühl entwickeln könnten.

Weller hatte für die Feier auch einen Stargast eingeladen - Graciano „Rocky“ Rocchigiani. Der ehemalige Box-Weltmeister im Supermittelgewicht, der seinen Bruder Ralf Rocchigiani - Ex-Weltmeister im Cruisergewicht - mitgebracht hatte, ließ sich unzählige Male fotografieren, gab ein Autogramm nach dem anderen und nahm sich Zeit, mit alten und jungen Boxfans zu plaudern.

Die Ehre gaben sich nicht nur der ehemalige Box-Meister, sondern auch die versammelte Politprominenz der Universitätsstadt: Oberbürgermeister Egon Vaupel, Bürgermeister Dr. Franz Kahle, Landrätin Kirsten Fründt und Stadtverordnetenvorsteher Heinrich Löwer waren allesamt anwesend und dokumentierten ihre Unterstützung fürs Großprojekt. Politiker, jugendliche Boxfans, ehemalige Profiboxer und die, die es mal werden wollen - es war ein bunt gemischtes Publikum.

„Sport macht junge Menschen stark fürs Leben. Gerade der Boxsport stärkt das Selbstbewusstsein von Kindern und Jugendlichen“, hob der Oberbürgermeister hervor. „Außerdem dürfen wir nicht hinnehmen, dass die Herkunft über die berufliche Zukunft junger Menschen entscheidet.“ Mehr als die Hälfte der Jugendlichen, die beim Boxclub am wettkampforientierten Training teilnehmen, haben einen Migrationshintergrund. Somit ist das Boxzentrum auch ein kleiner Sieg für die Integration durch Sport.

P.S.: Die Fußballer des FC Schalke siegten übrigens ebenfalls - und zwar mit 1:0.

von Benjamin Kaiser

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