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Neues Wohnheim mitten in der Stadt

Studentenwerk Neues Wohnheim mitten in der Stadt

Bezahlbaren Wohnraum für Studierende in der Stadtmitte bietet das am Freitag eingeweihte Wohnheim in der Gutenbergstraße.

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Großer Bahnhof am neuen Studentenwohnheim in der Gutenbergstraße.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Schon jetzt sehr beliebt ist das soeben fertiggestellte Studentenwohnheim auf dem Gelände des früheren Arbeitsgerichts-Parkplatzes: Am kommenden Montag ziehen die ersten Mieter ein, und bereits jetzt sind alle Plätze vergeben, erläuterte Studentenwerks-­Geschäftsführer Dr. Uwe Grebe am Freitag auf OP-Anfrage bei der offiziellen Einweihung des Gebäudes.

„Das sieht ja toll von außen aus“, lobte Wissenschafts-Staatssekretär Ingmar Jung (CDU) bei seiner Ansprache vor dem Rundgang die Gebäudegestaltung. Besonders auffällig sind an der Gebäudefassade die hohen Fenster und die Fensterläden aus Holz, die verschiebbar sind. Aber auch von innen präsentiert sich das Haus modern und ansprechend gestaltet. Das Treppenhaus besticht durch farbige Wandgestaltung und wirkt hell durch breite Glasfronten. Nach 15 Monaten Bauzeit konnte das schmucke Wohnheim jetzt im Beisein von rund 50 geladenen Gästen eröffnet werden.

60 Appartements für Studierende sind auf einer Gesamtfläche von 1250 Quadratmetern entstanden, berichtete Grebe. Insgesamt seien 4,2 Millionen Euro investiert worden, um hier dringend benötigten studentischen Wohnraum zu schaffen, der bezahlbar sei. Davon kamen 836.000 Euro aus einem Zuschuss des Landes Hessen im Förderprogramm „Studentisches Wohnen“.

Studentenvertreter: attraktives Wohnen an zentralem Standort

Jedes Appartement verfügt über ein eigenes Bad. Anstelle von Küchen für jeden Bewohnern gibt es auf jeder Ebene eine Gemeinschaftsküche, die auch als Treffpunkte dienen soll. Einen besonderen Clou stellen acht Zimmer, die jeweils ein über eine fest installierte Leiter zu einem Hochbett in luftiger Höhe führen. Diese ­Appartements waren so begehrt, dass sie unter den Interessenten verlost werden mussten.

Im Erdgeschoss entstand zudem das vom Studentenwerk betriebene „Café Satz“, in dem ab dem 4. Oktober Studierenden und Gästen kleine Snacks und Getränke angeboten werden. Uni-Vizepräsidentin Professorin Evelyn Korn freute sich darüber, dass in dem neuen Haus künftig Studierende mitten in der Stadt gut wohnen und leben können.

„Das Gebäude ist echt schön geworden. Es bietet attraktives Wohnen an einem zentralen Standort“, freute sich auch Janek Bernzen, studentischer Vertreter im Verwaltungsrat des Studentenwerks im Gespräch mit der OP. Etwas enttäuscht zeigte er sich jedoch, dass die Studentenwerksleitung nicht auf die studentische Forderung eingegangen sei, bei dem neuen Wohnheim eine Form des selbstverwalteten Wohnens zu ermöglichen. Selbstverwaltung, die mehr in Richtung einer Wohngemeinschaft gehe, könne eigentlich die Gemeinschaft stärken, sagte Bernzen.

Auch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) erinnerte Studentenwerks-Chef daran, dass das Stadtparlament ebenfalls appelliere, den Grad der Selbstverwaltung in dem neuen Wohnheim zu erhöhen.

In Marburg gebe es immer noch Nachholbedarf in Sachen bezahlbaren studentischen Wohnraums, meinte der OB. Man müsse zwar mittlerweile nicht mehr von Wohnraumnot, aber immer noch von Wohnraummangel sprechen, so Spies.

Lob für das Land Hessen kam von Dieter Timmermann, dem neuen Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks. Die deutliche Landesförderung des Marburger Projektes sei ein Indiz dafür, dass Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) die „Aufholjagd“ in Sachen Finanzierung studentischen Wohnraums auch wirklich angehe. Dieses sei auch dringend erforderlich, denn jedes neue Wohnheim in einer Universitätsstadt entlaste auch die Wohnungsmärkte der Städte.

von Manfred Hitzeroth

 

Signal geht in die
 richtige Richtung

Fast 27.000 Studierende sind an der Marburger Universität eingeschrieben, und ein Großteil von ihnen würde gerne in Marburg wohnen – und das am liebsten zentrumsnah und möglichst billig. Doch Wohnraum ist in dem „oberhessischen Bergdorf“ ein kostbares und rares Gut. So wird auch heutzutage noch häufig nahezu jede Abstellkammer in einem Oberstadt-Haus zur Studentenwohnung ausgebaut, wie Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies scherzhaft meint.

Doch neben dem Bau von zahlreichen Studentenwohnungen durch private Investoren kommt auch das Studentenwerk jetzt – unterstützt durch das Land Hessen – in die Gänge. So wurde nach der Renovierung des Studentenwohnheims in der Ritterstraße jetzt ein völlig neu errichtetes Wohnheim in der Gutenbergstraße am Fuße der Oberstadt eingeweiht. Es kann pünktlich zum Start des Wintersemesters in wenigen Wochen bezogen werden.

Das ist sicher ein weiteres Signal in die richtige Richtung. Und bereits im November will das Studentenwerk nachlegen und am Rande des Studentendorfs im Waldtal den Startschuss für einen weiteren Wohnheim-Neubau geben. Sicher fehlen dann immer noch weitere bezahlbare Wohneinheiten. Doch immerhin tut sich etwas und es gibt in Marburg keinen Stillstand in Sachen Studierendenwohnungen.

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