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Neues Wohnheim im Herbst fertig

Studentenwohnungen Neues Wohnheim im Herbst fertig

Die Wohnungssituation ist zu Beginn des diesjährigen Sommersemesters weniger angespannt als zuletzt. Die Wohnheime sind zwar voll belegt, Notquartiere muss das Studentenwerk aber nicht bereitstellen.

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In der Gutenbergstraße wird seit mehreren Monaten ein neues Studentenwohnheim gebaut. Zum Wintersemester wird es nach Angaben des Studentenwerks 60 zusätzliche Apartments für Hochschüler geben.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Auf der Wohnungswarteliste des Marburger Studentenwerks stehen derzeit rund 200 Namen, wie die Organisation auf OP-Anfrage mitteilt. „Wer flexibel ist und keine bestimmten Wünsche hat, in welches Haus genau er einziehen möchte, hat erfahrungsgemäß gute Chancen, innerhalb von vier Wochen einen Wohnheimplatz zu bekommen“, sagt Franziska Busch, Sprecherin des Studentenwerks. Die Situation sei - wie immer zu Beginn des Sommersemesters - „deutlich entspannter“ als wenn das Wintersemester startet.

Bis zum Herbst werde auch das neue Wohnheim in der Gutenbergstraße, in dem es 60 Apartments gibt, fertig sein. Das sorge für „weitere Entspannung“ bei der studentischen Suche nach Unterkünften. In eineinhalb Jahren soll zudem im Waldtal eine neue, vor allem für Familien konzipierte Anlage bezugsfertig sein (Baubeginn ist im Sommer). In der Universitätsstadt gibt es derzeit rund 2100 Wohnheimplätze.

Ende des vergangenen Wintersemesters verabschiedeten Studenten auf einer Vollversammlung an der Philipps-Universität eine Resolution zur Wohnungspolitik. „Die Kernpunkte der Resolution sind die Forderungen nach weiterem sozialen Wohnungsbau, dem Ausbau von studentischen Wohnheimen und der Schaffung selbstverwalteter Lebensräume. Sowohl die Kommunalpolitik als auch das Studentenwerk müssen sich dazu verhalten. Ansonsten werden wir unseren Forderungen anderweitig Nachdruck verleihen“, sagt Jonathan Schwarz, Asta-Sozialreferent. Die Konkurrenz zwischen Studenten und Geringverdienern um bezahlbaren Wohnraum müsse jedenfalls „unbedingt beendet werden“, ergänzt Elisabeth Kula, Asta-Hochschulpolitikreferentin und künftige Stadtverordnete.

Mieten von 11500 Einzelapartements verglichen

Durchschnittlich zahlen Studenten laut dem Internet-­Immobilienportal Immowelt in der Stadt für eine Wohnung 9,40 Euro pro Quadratmeter, eine WG ist pro Quadratmeter zehn Cent teurer. Marburg ist laut Mietpreis-Check des Unternehmens - zusammen mit Rostock, Düsseldorf und Cottbus - die einzige Universitätsstadt, in welcher der Einzug in eine WG keine Ersparnis bringt. Trotzdem zählt Marburg zu den günstigeren Gegenden, auch im Vergleich zu Gießen, wo ein Einzelapartment im Schnitt pro Quadratmeter 11,20 Euro, eine WG zehn Euro kostet.

Für die Auswertung wurden laut Immowelt die Mietpreise der deutschen Universitätsstädte mit mehr als 10000 Studenten untersucht. Verglichen wurden die Mieten von 11500 Einzelapartments mit bis zu 40 Quadratmetern Wohnfläche und 25000 WG-taugliche Wohnungen mit einer Fläche von 80 bis 120 Quadratmetern.

„Eine WG kam für mich eigentlich nicht in Frage. Aber als ich sah, dass nichts anderes frei und bezahlbar ist, habe ich mich darauf jetzt mal eingelassen. Die Mitbewohner sind schon mal nett, ich hoffe, das funktioniert alles“, sagt Konstantin Lies (21). „Ich habe mich schon Ende letztes Jahr umgesehen, damit mir eine Übergangslösung erspart bleibt und ich nicht nach ein paar Monaten wieder umziehen muss“, sagt Kathleen Hoffmann (19), Erstsemesterstudentin.

Die Zukunft des ehemaligen Familien-Wohnheims Am Richtsberg 88, das bei einer Brandstiftung im Juni 2014 schwer beschädigt wurde, ist indes weiterhin offen. „Solange wir keine definitive Entscheidung der Gebäudeversicherung darüber haben, welche Summe nach dem Brandfall erstattet wird, können wir mit der Sanierung nicht beginnen“, sagt Busch.

von Björn Wisker

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