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Neues Parkleitsystem verzögert sich

Einkaufen in Marburg Neues Parkleitsystem verzögert sich

Das neue Parkleitsystem in der Universitätsstadt hätte planmäßig bis zum Start des Weihnachtsgeschäfts in Betrieb gehen sollen. Das ist nicht passiert. Lediglich bestehende Anzeigen sind
aktualisiert worden.

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Diese Tafel ist eine der bereits bestehenden Anzeigen, die laut Stadtwerken bereits aktualisiert wurden. Gemeinsam mit sieben neuen Tafeln entlang der B 3 und der Zufahrten in die Stadt sollen sie den Parksuchverkehr leiten und verringern.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. „Zum Einkaufen nach Marburg? Nein, Danke“, kommentierte Peter Letzke kürzlich auf der Facebook-Seite der OP in einer Verkehrsdebatte. Etwa in Frankenberg hingegen, erlebe er „gutes Durchkommen, keine bis kaum Parkgebühren und genug Parkplätze.“ Dass viele wie er, „Tschüss Marburg“ sagen, dürfte nicht nur die gewerbetreibenden Marburger ärgern. Was die Parkplatzsuche angeht, soll ein neues Parkleitsystem Abhilfe schaffen – das eigentlich hätte bis zum Weihnachtsgeschäft in Betrieb gehen sollen.

Vor allem die Anzeigetafeln vor den Zufahrten von der Stadtautobahn in die Stadt sollen es künftig für Autofahrer leichter machen, einen Parkplatz für ihr Fahrzeug zu finden. Gerade die sind noch nicht fertig.

Kosten werden auf rund 280 000 Euro geschätzt

Die Verzögerungen im Aufbau dieser Anzeiger erklären die Stadtwerke mit der „fehlerhaften Bauausführung der Fundamente neuer Anzeiger aufgrund widersprüchlicher Planungsunterlagen externer Baulastträger.“
„Das neue System hätte sich in der Weihnachtszeit sicher schon gut gemacht, gerade weil in dieser Zeit so viel los ist“, sagt Friedrich Bode vom Werbekreis Oberstadt. „Wir hoffen darauf, dass das neue Leitsystem Entlastung bringt und freuen uns darauf, wenn es so funktioniert, wie es funktionieren soll.“

Insgesamt 20 Anzeiger sollen­ in Zukunft den Parksuchverkehr in der Stadt verringern „und die Erreichbarkeit der Innen­stadt für Besucher sichern“, sagt ­Sarah Möller von den Stadtwerken.

An zwölf Standorten können vorhandene Anzeiger aktualisiert werden. Dies betreffe zum einen die eingebaute Technik und zum anderen war eine „Erweiterung der Anzeiger erforderlich, um die Wegweisung zu verbessern.“ Ein Anzeiger in der Bahnhofstraße ist durch einen Lkw beschädigt worden und musste ersetzt werden. Im Innenstadtbereich wird ein neuer Anzeiger zusätzlich aufgebaut.

An der B 3 und den Zufahrten von dort zur Innenstadt sollen sieben neue Anzeiger aufgebaut werden. Insbesondere­ diese „bedürfen einer besonderen Abstimmung und intensiver Planungsarbeiten mit Hessen Mobil“, sagt Möller. Ein Anzeiger stehe zudem in ­unmittelbarer Nähe zur Main-­Weser-Bahn. Dort müsse man sich sogar mit dem Eisenbahnbundesamt abstimmen. Neun der zwölf Tafeln wurden laut Auskunft der Stadtwerke bis zum Weihnachtsgeschäft aktualisiert und in ­Betrieb genommen werden.

Die Kosten für die Erneuerung des Parkleitsystems werden auf 280 000 Euro geschätzt. Die Stadtwerke gehen derzeit nicht davon aus, „dass sich die Kosten aufgrund der fehlerhaften Bauausführung und der unerwarteten Planungsverzögerungen erhöhen werden.“

Christian Großmann, Vorsitzender des Werbekreises Marburg Nord, sehnt das neue Leitsystem „besser heute als morgen“ herbei. Im Moment könne­ er noch kein Zwischenfazit ziehen, aber von den Anzeigern entlang der B 3 erhofft auch er sich eine „Nutzenerweiterung“, um den Parksuchverkehr zu mindern. „Während der Aktualisierung lief das bestehende­ System eine Zeit lang gar nicht“, berichtet Großmann, das habe­ für Probleme gesorgt. An den Erfahrungen ohne jegliches Leitsystem macht Großmann fest, wie das simple System die Verkehrssituation verbessern könnte.

Ab Ende Januar soll das City-Parkhaus in der Schulstraße im Zuge der Bauarbeiten am Allianzhaus saniert werden. Die Arbeiten werden voraussichtlich zwei Jahre dauern. Davon betroffen sind 180 Parkplätze (die OP berichtete). Das geht aus der Antwort des Magistrats auf die große Anfrage der Grünen-Fraktion im Stadtparlament hervor.

Geht das neue Parkleitsystem bis dahin in Betrieb, wird es wohl gleich unter verschärften Bedingungen auf die Probe gestellt.

von Philipp Lauer

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