Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Neues Leben in alten Mauern

Denkmalpreis Neues Leben in alten Mauern

Das Alte Rathaus Lohra, die Scheune Schick in Erfurtshausen und das Wohnhaus Haspelstraße 25 in Marburg sind ausgezeichneten Beispiele für gelungenen Denkmalschutz im Landkreis.

Voriger Artikel
Mit Fahrspaß in den nächsten Stau
Nächster Artikel
Michelbach ist auf dem Weg zum Dorfjubiläum

Übergabe der Denkmalpreis-Plakette vorm Alten Rathaus Lohra: (von links) Bürgermeister Georg Gaul, Denkmalbeirats-Vorsitzende Dr. Renate Buchenauer, Freundeskreis-Vorsitzende Petra Kunze-Bruckhoff und Edmund Heinz sowie der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow.

Quelle: Tobias HIrsch

Lohra. Wenn die Balken dieses alten Fachwerkhauses im Ortskern von Lohra sprechen könnten, so hätten sie viel zu erzählen. Als 1713 unter dem damaligen Schultheiß Christoph Spangenberg das Alte Rathaus von Lohra errichtet wurde, mag niemand geahnt haben, welch vielfältigen Zwecken das Gebäude im Laufe der Jahrhunderte noch dienen würde. So war beherbergte es ein Gericht, eine Schule, die Gemeindeverwaltung, die Sparkasse, diente der Feuerwehr als Spritzenhaus und bis zur NS-Zeit den Juden von Lohra als Gebetshaus.

2002 erwarb es der Freundeskreis Altes Rathaus Lohra, um es für den Ort zu erhalten und als Gemeinschaftsgebäude bereitzustellen. Finanziert durch Spenden, „und das ging nur, weil wir immer so viel Unterstützung aus dem Dorf bekommen haben“, sagte Freundeskreis-Vorsitzende Petra Kunze-Bruckhoff bei der Preisverleihung am Dienstag im Alten Rathaus. Dorthin waren auch die anderen Denkmal-Preisträger zur Verleihung von Urkunden und Plaketten gekommen.

Denkmalpreis als Ansporn für die Helfer

Der Lohraer Freundeskreis hat das Rathaus in den vergangenen 13 Jahren Stück für Stück saniert, „viel bleibt noch zu tun“, erklärte Kunze-Bruckhoff und nahm den Denkmalpreis, wenngleich er nicht mit einem Preisgeld verbunden ist, als Ansporn für die Helfer, nicht müde zu werden.

Bei den anderen Preisträgern, der Familie Willi Schick aus Erfurtshausen und dem Hauseigentümer Eckhard Voigts aus Marburg, handelt es sich um private Träger von denkmalgeschützten Gebäuden, die die Herausforderung, diese fachgerecht zu erhalten, angenommen haben. So erhielten die Schicks nach Beratung durch den Denkmalbeirat eine alte, historisch gesehen wertvolle Scheune, sanierten sie fachgerecht und ließen eine neuere Scheune, die sie eigentlich behalten wollten, abreißen.

Detailgenaue Rekonstruktionsarbeit

Beim Wohnhaus Voigts in der Haspelstraße 25 in Marburg handelt es sich um ein stattliches Haus aus der Gründerzeit, das in detailgenauer Rekonstruktionsarbeit über elf Jahre innen und außen in seinen ursprünglichen Bauzustand zurückversetzt wurde.

Der Landkreis verlieh den Denkmalpreis nunmehr zum dritten Mal. „Die Leute können dadurch lernen, dass man belobigt wird, wenn man ein Denkmal hat und sich auch darum kümmert“, sagte Dr. Renate Buchenauer, Vorsitzende des Denkmalbeirats, bei der Preisverleihung und forderte den Landkreis auf, die Auszeichnung mit einem Preisgeld zu dotieren, um den Ansporn noch zu erhöhen.

Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow stellte dies in Zusammenarbeit mit der Handwerkerschaft als Sponsor in Aussicht. „Lebensqualität und Charme erwachsen aus einem Denkmal, wenn man es wagt und eine Sanierung anpackt.“

von Carina Becker

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr