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Neues Konzept trotz alter Probleme

Kinderbetreuung am Richtsberg Neues Konzept trotz alter Probleme

Im Ortsbeirat Richtsberg klärten Erzieher das politische Gremium über die Zustände in den Kindertagesstätten des bevölkerungsreichsten Stadtteils auf.

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Stefanie Lambrecht (von links) mit den Erziehern Gudrun Pfab, Carla Agel, Heidi Parr, Sara Dallmann, Susanne Luczak, Holger Griesenbeck und Kerstin Vollmerhausen.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. Rund 1000 Kinder werden dort in mehreren städtischen und privaten Kitas, Kindergärten, Bildungsstätten und Horts betreut. Und laut Stefanie Lambrecht müssen gerade die dortigen Kitas mit dem pädagogischen Zeitgeist Schritt halten und voranschreiten. „Wir wollen uns in unseren Einrichtungen ein wenig von den festen Kindergruppen wegbewegen. Damit wollen wir erreichen, dass die Kinder ihre einzelnen Interessen stärker verfolgen können“, erklärte die Leiterin des Fachdienstes Kinderbetreuung der Stadt Marburg.

Weg vom sklavischen Konzept der festgelegten Gruppen hin zur „offenen Arbeit“, wie Lambrecht es nannte. Wie das Konzept im Einzelnen aussieht, ist jedoch nicht vorgegeben. Je nach Anzahl der Kinder in den Kitas könne das Konzept laut Sara Dallmann, Leiterin der Kita Eisenacher Weg, in den jeweiligen Einrichtungen unterschiedliche Formen annehmen. „Das muss jede Einrichtung gut durchdenken. Aber ich glaube, dass dieses Konzept den Kindern mehr Entfaltungsmöglichkeiten bietet, da durch die loseren Strukturen weniger Gruppenzwang herrscht“, führte Dallmann aus.

Anneliese Vollgraf (Grüne) erhob Einwände. „Kinder müssen meiner Meinung nach schon noch feste Gruppen haben. Der Zugehörigkeit wegen“, erklärte die stellvertretende Ortsvorsteherin, die über Fachkompetenz verfügt. Einst selbst Erzieherin, doch jetzt im Ruhestand hilft Vollgraf in den Kitas am Richtsberg bei krankheitsbedingtem Personalmangel aus, steht im Zuge des „Notdienstes“ bereit.

Der Krankenstand unter den Erziehern, der laut Stefanie Lambrecht vor allem durch Krankheiten der Kinder sowie hohe Arbeitsbelastung verursacht werde, und der Personalmangel sind nicht erst seit gestern Herausforderungen.

„Vor allem bei den städtischen Einrichtungen dauern die Einstellungsverfahren sehr lange­ und sind kompliziert. Außerdem ist die Anzahl der eingeplanten Arbeitsstellen natürlich begrenzt“, legte Lambrecht dar. Das neue Konzept birgt also die Schwierigkeit, den individuellen Bedürfnissen der Kinder trotz engem Personal-Korsett gerecht zu werden.

von Benjamin Kaiser

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