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Neuer Wohnraum im Stadtzentrum

Uferstraße Neuer Wohnraum im Stadtzentrum

Das denkmalgeschützte ehemalige Verwaltungsgebäude in der Uferstraße 20 ist zu einem Wohngebäude mit insgesamt 34 Wohnungen umgebaut worden. Sie sind bereits komplett belegt.

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Die Fassade ist noch nicht ganz fertig, die Wohnungen in der Uferstraße 20 aber alle vermietet. Mieterin Katharina Rieck (kleines Bild) freut sich über ihre helle Wohnung mit Schlossblick.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobau baute den tristen Bau aus den 1950er Jahren, der lange Jahre den Stromversorger EAM und danach das Kreisjobcenter beherbergte, für 4,4 Mllionen Euro um. Von dem ursprünglichen Gebäude blieb lediglich „das Gerippe“ übrig, wie es Gewobau-Geschäftsführer Bernd Schulte formulierte.

In 22 der 34 Wohnungen sind Schwesternschülerinnen eingezogen, die beim UKGM ihre Ausbildung absolvieren. Sie mussten wegen des bevorstehenden Abrisses des Wohnheimes in der Deutschhausstraße umziehen - und sind, zumindest auf den ersten Blick, zufrieden. „Hell und geräumig“, befindet Alexandra Gugau, seit Donnerstag Mieterin in der Uferstraße. Sie zahlt gut 150 Euro an das UKGM - einschließlich Internet-Nutzung, Betriebskosten und Heizkostenvorschuss.

Für etwa 3 Jahre sollen hier Schwesternschülerinnen untergebracht sein, anschließend soll ein neues Schwesternwohnheim am Ortenberg enststanden sein, wie Dr. Gunther Weiß, Geschäftsführer am UKGM, berichtete.

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) ist sich sicher, dass die dann frei werdenden Wohnungen schnell wieder belegt werden.

Zwölf Wohnungen werden an Privatpersonen vermietet, davon sind fünf Wohnungen als barrierearme Wohnungen für Menschen mit Behinderungen vorgesehen. Sie alle waren „über das Wochenende“ vermietet, wie Gewobau-Prokurist Matthias Knoche berichtete.

Eine der neuen Mieterinnen ist Pharmaziestudentin Katharina Rieck, ebenfalls am Donnerstag eingezogen. Sie zahlt 470 Euro für ihre Zweizimmerwohnung mit Kochzeile und Bad - ebenfalls einschließlich Heizkosten, Betriebskosten und Internet.

Die Stadt hat den Umbau des Gebäudes mit 340000 Euro gefördert, also 10000 Euro pro Wohnung hinzugeben. Vom Land kommen, so Schulte, rund 1,8 Millionen Euro aus dem Programm Soziale Wohnraumförderung.

Noch ist die Fassade mit Baugerüsten und Planen verhüllt, die Arbeiten für die Wärmedämmung werden sich, so Architekt Gerd Kaut, voraussichtlich bis Juli hinziehen. Der Umbau des alten EAM-Gebäudes hatte zu heftigen Kontroversen in der Kommunalpolitik geführt. Unter anderem war der Gewobau vorgeworfen worden, sie tue - bei Mieten von mehr als neun Euro pro Quadratmeter - nichts zur Linderung der Knappheit an bezahlbarem Wohnraum.

Vaupel und Schulte wiesen dies am Freitag noch einmal zurück. Wenn man moderne Wärmedämmung einsetze und für einen Teil der Wohnungen einen barrierearmen Standard (stufenfreie Zugangswege, breitete Türen, behindertengerechtes Bad) einsetze, könne man nicht billiger bauen, sagte Schulte. Vaupel räumte aber ein, dass die Mietpreise über der Angemessenheitsgrenze (in Marburg bei etwa 7 Euro pro Quadratmeter) liege. Hier müssten andere Lösungen her, auch Bund und Land seien gefordert.

Neu-Mieterin Alexandra Gugau stört diese Diskussion im Moment wenig. Sie hat eine andere Sorge: Sie träumte in ihrer ersten Nacht in der neuen Wohnung - und diese Träume sollen, so eine alte Lebensweisheit, in Erfüllung gehen - von einem Strafmandat an ihrem Auto.

von Till Conrad

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