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Neuer Protest gegen Kriegsdenkmal in Bortshausen

Osterspaziergang Neuer Protest gegen Kriegsdenkmal in Bortshausen

Das "Marburger Bündnis gegen den Krieg" will am Ostersamstag in einem "Osterspaziergang"! für Frieden und eine solidarische Welt demonstrieren.

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Die Ostermarschierer 2012 besichtigten das Kriegsdenkmal in Bortshausen; auch der Osterspaziergang in diesem Jahr richtet sich unter anderem gegen den umstrittenen Stein

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Der „Osterspaziergang“, der in der Tradition der Ostermärsche für Frieden und Abrüstung stehen soll, beginnt um 11 Uhr am DGB-Haus, Bahnhofstraße 6, mit einer Rede von Pit Metz, dem DGB-Kreisvorsitzenden. Die Spaziergänger machen anschließend Halt am Jägerdenkmal im Schülerpark, hier berichtet Karsten Engewald von der Bürgerinitiative „Kein Kriegsdenkmal in Bortshausen“ über die politischen Auseinandersetzung um dieses Denkmal, das die „Marburger Jäger“ hier aufgestellt haben. Die Abschlusskundgebung findet gegen 13 Uhr am Deserteursdenkmal in der Frankfurter Straße statt. Es spricht der Bundestagsabgeordnete der Linken, Wolfgang Gehrcke.

„Wir wollen mit dem Osterspaziergang deutlich machen, dass es eine gesellschaftliche Mehrheit gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr gibt und in Marburg eine politische Mehrheit für den Rückbau des Kriegsdenkmals in Bortshausen“ , sagt DGB-Sekretär Dr. Ulf Immelt für das Bündnis im OP-Gespräch. Das Bündnis fordert die Beendigung aller Auslandseinsätze der Bundeswehr, aber auch den Rückbau des Kriegsdenkmals in Bortshausen sowie Rüstungskonversion und Alternativen am Bundeswehrstandort Stadtallendorf.

Spätestens seit Herbst 2011 ist das Kriegsdenkmal in Bortshausen, das die „Marburger Jäger“ auf einem Privatgrundstück aufgestellt haben und das an Gefallene aus dem Ersten Weltkrieg erinnert, Gegenstand der politischen Auseinandersetzungen. Eine Bürgerinitiave fordert den Rückbau des Denkmals. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Marburg unterstützt diese Forderung. Der „Osterspaziergang“ des Jahres 2012 hatte den Stein in Bortshausen zum Ziel, um diese Forderung zu unterstützen.

Die Bürgerinitiative hatte auch in einer Petition an den Hessischen Landtag die Entfernung des Steines gefordert.

Daraufhin hatte das Wirtschaftsministerium zunächst seine Rechtsauffassung mitgeteilt, die Aufstellung des Steins sei unrechtmäßig erfolgt, weil das Grundstück als „Dauerkleingarten“ anzusehen sei.

Eine längere formale Auseinandersetzung folgt, ehe Anfang dieses Monats eine „Inaugenscheinnahme“ in Bortshausen mit großem Bahnhof stattfand: Vertreter des Petitionsausschusses, des Regierungspräsidiums, des Wirtschaftsministeriums und der Stadt, (aber nicht der antragstellenden Bürgerinitiative, wie Karsten Engewald moniert) begutachteten das Grundstück.

Ob das nun im Sinne des Gesetzes ein „Dauerkleingarten“ ist oder nicht, klären nun endgültig die Juristen. Für Karsten Engewald ist indes klar: „Der Magistrat muss den Mehrheitswillen umsetzen - der Stein muss weg!“

So sehr die Auseinandersetzung um die Bewertung des Grundstücks als „Dauerkleingarten“ auch als Posse daherkommt - dem Bündnis geht es um eine grundsätzliche Frage: ob ein Kriegsdenkmal einer als „rückwärtsgewandt“ eingeschätzten Organisation gegen den Willen der politischen Mehrheit in der Stadt stehen darf oder nicht.

von Till Conrad

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Karsten Engewald zeigt Dr. Olga Karumuao aus Namibia das Kriegerdenkmal in Bortshausen. Sie ist entsetzt.

Dr. Olga Karumuao (57) ist eigens nach Marburg gereist, um das Denkmal zu sehen, mit dem auch der Soldaten gedacht wird, die an dem Völkermord an den Herero 1904 bis 1908 beteiligt waren.

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