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Neuer Lernstoff für Flüchtlinge

Schule spendet Lehrbücher Neuer Lernstoff für Flüchtlinge

Sechs Schüler der Marburger Martin-Luther-Schule (MLS) sahen Flüchtlingen aus dem Cappeler Camp beim Deutschunterricht zu und staunten über die Begeisterung, mit der diese bei der Sache waren.

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Schüler und Lehrer der MLS, Flüchtlingskoordinatorin Gudrun Fleck-Delnavaz (links)und ehrenamtliche Mitarbeiterin Gabriele Borgemeister (Mitte) bei der Spendenübergabe.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. „Ich glaube, dass nicht einmal in unseren Leistungskursen so viel Begeisterung für den Lernstoff da ist“, meinte die Zwölftklässlerin Verena Bengelsdorff. Ihre fünf Mitschüler aus dem Leistungskurs Geschichte stimmten ihr zu.

Zusammen mit drei Lehrern der MLS überreichten sie in der Cappeler Anlaufstelle für Flüchtlinge Deutsch-Lehrbücher im Wert von 1750 Euro. In der Anlaufstelle standen auf dem Lehrplan Possessivpronomen: Wann benutzt man „sein“, wann „seine“, Neutrum, Maskulinum, Femininum? Studentin und Deutschlehrerin Anna di Biase achtete penibel auf jedes Detail und machte ihre Aufgabe laut Gabriele Borgemeister, ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Anlaufstelle, „sehr gut“. Die meisten Flüchtlinge des Kurses stammen aus Syrien und Afghanistan und stellten sich den Besuchern der MLS persönlich vor. Manche brauchten noch ein wenig Unterstützung, andere meisterten die Vorstellung mit Bravour. „Man merkt, wie wissbegierig die Menschen sind. Sie wollen gefordert werden. Sie wollen lernen“, berichtet Borgemeister. Rund 100 Flüchtlinge kämen jeden Tag in den Genuss des Deutschunterrichts.

„Unser Beitrag sollte vor allem nachhaltig sein. Das war uns ein Anliegen“, sagt MLS-Direktor Karl Göcke über die Spende. Laut Gudrun Fleck-Delnavaz, Flüchtlingskoordinatorin der Universitätsstadt, seien „gute Lehrbücher“ das Wichtigste. Fortan werden die Flüchtlinge mit den neuen Lehrbüchern lernen, die dank der Spende erworben werden konnten.

Die 1750 Euro sind der Erlös des Schulfestes im September. Bereits bei diesen Feierlichkeiten gab es Kontakt zwischen Schülern und Flüchtlingen. Diese besuchten das Fest und ließen sich von den Schülern über das Schulgelände führen. Vergleichbar sind die provisorischen Schulräume in der Anlaufstelle mit den Klassenzimmern der MLS natürlich nicht. Laut Carola Flammer, Deutschlehrerin an der MLS, sei viel Luft nach oben. „Der Raum und die Tafel sind zu klein, und für einen optimalen Unterricht braucht man unterstützende Medien“, bemerkte sie.

von Benjamin Kaiser

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