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Neuer CDU-Parteichef schlägt scharfe Töne an

Dirk Bamberger Neuer CDU-Parteichef schlägt scharfe Töne an

Dirk Bamberger ist der neue starke Mann in der Marburger CDU. Der christdemokratische Spitzenkandidat für die Kommunalwahl wurde am Dienstag auch zum Parteichef gewählt.

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Der neue CDU-Vorsitzende Dirk Bamberger sparte bei seiner Vorstellungsrede vor der Parteibasis nicht mit Kritik an der rot-grünen Stadtregierung.

Quelle: Till Conrad

Marburg. Bamberger erhielt die Ja-Stimmen von 68 der 69 anwesenden Delegierten.

Die Kandidatur von Bam­berger war die Konsequenz aus seinem starken Ergebnis bei der Oberbürgermeisterwahl im Juni; er hatte damals 40 Prozent der Stimmen geholt. Mit ihm mache sich die CDU „zukunftsfähig“, sagte der bisherige Vorsitzende Matthias Range bei der Begründung seines Personalvorschlags; auch wegen des „innovativen Wahlkampfs“, den Bamberger geführt habe.

Range selbst war nach zwei Jahren Amtszeit nicht erneut angetreten und machte für seine Entscheidung vor allem berufliche Gründe geltend: Der Jurist war im Frühjahr zum Richter ernannt worden und arbeitet in Frankfurt. Sein bleibendes Verdienst, so der stellvertretende Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Dr. Stefan Heck: „Du hast es geschafft, das gesamte bürgerliche Lager hinter Dirk Bamberger zu versammeln.“ Der Oberbürgermeister-Wahlkampf habe der Partei neuen Schwung gegeben.

„Ich mache etwas ganz oder gar nicht“, so begründete Dirk Bamberger in seiner Vorstellungsrede seinen Entschluss, für das Amt des Vorsitzenden zu kandidieren. Er wolle zudem etwas von dem Vertrauen und der Unterstützung, die er im Wahlkampf erfahren habe, „zurückgeben“. Bambergers Wahl signalisierte so den Auftakt des CDU-Wahlkampfs für die Kommunalwahl am 6. März, der Tonfall in seiner Bewerbungsrede war schon im Wahlkampf-Modus.

Am Dienstag ging es vor allem darum, die Parteibasis zu mobilisieren: „Wir wollen eine ernsthafte Bedrohung für rot-grün und deren vermeintliche Erbhöfe werden“, steckte Bamberger das Ziel für die Wahl hoch – Fraktionsvorsitzender Wieland Stötzel hatte es sogar noch konkreter gemacht: „Es darf für SPD und Grüne nicht mehr zur Mehrheit reichen“, sagte Stötzel. Derzeit haben SPD und Grüne 35 der insgesamt 59 Sitze im Stadtparlament inne, die CDU kommt auf 14 Sitze.

Hauptgegner der CDU im Wahlkampf werden wohl die Grünen werden. „Marburg erstickt an der besessenen Umsetzung parteiideologischer Vorstellungen der Grünen und der SPD“, sagte Bamberger und machte sogleich deutlich, wer dafür in erster Linie verantwortlich sei: „Die SPD ist am Gängelband der Grünen wie ein in Eisen gelegter Gefangener.“ Ihn stört dies deswegen, weil die Politik für Marburg falsch sei. Für die teuren Seilbahn-Planungen gegen den erbitterten Widerstand der Menschen vor allem am Ortenberg hätte man drei Kindergärtnerinnen ein Jahr bezahlen können, sagte der neue Parteichef, und die Auswirkungen des missratenen Verkehrsversuchs im Nordviertel würden hinuntergeredet nach dem Motto: „Da ist kein Stau, das fühlt sich nur so an.“ „Der SPD und vor allem den Grünen springt die Arroganz der Macht nur so aus dem Gesicht“, so Bambergers Fazit.

Stötzel hatte zuvor die Themen angerissen, mit denen die CDU wohl in den Wahlkampf ziehen wird: Ausgabewahn (Stadthalle), Umdeutung politischer Mehrheiten (Ortsbeiräte in der Innenstadt), Verkehrspolitik („Wir müssen gegen die Sektorierung kämpfen“) und „starrsinniges“ Festhalten an Windkraft auf den Lahnbergen.

von Till Conrad

  • Wahlen
  • Vorsitzender: Dirk Bamberger
  • stellvertretende Vorsitzende: Joachim Brunnet, Karin Schaffner, Jens Seipp
  • Schriftführer: Jan-Philipp Bodenbender
  • Kassier: Jürgen Rehlich
  • Beisitzer: Steffen Böhs, Oliver Hahn, Hermann Heck, Manfred Jannasch, Stefan Muth, Nicolaus Niebling, Anne Oppermann und Roger Pfalz.
  • Ehrungen
  • für 40 Jahre Mitgliedschaft: Kalus-J. Böckler, Hans Dittmar, Ferdinand Dörr, Josef Gölzhäuser, Heinrich Panther, Dr. Gottfried Mehnert, Arthur Nau, Paul Schüssler
  • für 25 Jahre Mitgliedschaft: Gisela Rehlich, Karin Schaffner, Alfred Täuber, Lothar Emmerich
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