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Neuer Buszug rollt schon im Dezember

Stadtwerke Marburg Neuer Buszug rollt schon im Dezember

Die Stadtwerke präsentierten bei einem Pressetermin ihren neuen Buszug, der künftig vor allem bei den Fahrten auf die Lahnberge eingesetzt werden soll.

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Er ist 23 Meter lang und besteht aus zwei aneinandergekoppelten Teilen: Zunächst soll der Buszug vor allem auf der Linie 7, die zu den Lahnbergen hochfährt, in Stoßzeiten als Verstärkung des regulären Busverkehrs eingesetzt werden.

Quelle: Rike Werner

Marburg. Das Nahverkehrsangebot von Marburg verbessern - das ist der Zweck der Anschaffung des neuen Buszuges in Marburg. Der Buszug - ein 23 Meter langes Fahrzeug - besteht aus einer Zugmaschine und einem zusätzlichem Anhänger und bietet für insgesamt 180 Personen Platz.

Auffällig ist das Fahrzeug allemal. Bereits bei der Probefahrt am Samstag drehten sich viele Passanten nach dem langen Gefährt um. Neben der Länge fallen auch die rote Farbe und die getönten Scheiben ins Auge. Durch die Scheiben können die Passagiere zwar hinausschauen, von außen gibt es jedoch keinen Einblick in das Innere des Busses.

Zunächst wird das Fahrzeug als Verstärkung auf den Linien 7, 9 und 12 eingesetzt. In den Stoßzeiten soll es zum Einsatz kommen und damit den Schulverkehr sowie vor allem den Busverkehr auf die Lahnberge entlasten. Besonders zu Semesterzeiten sind die Busse, die auf die Lahnberge fahren, stark überfüllt.

Spies: Buszug verbessert Nahverkehrsangebot

Der Buszug soll es den Stadtwerken ermöglichen, noch mehr Personen zuverlässig an ihr Ziel zu bringen und den Fahrgästen die Fahrt bequemer zu gestalten. „Öffentlicher Nahverkehr bedeutet, dass wir heute und nicht erst in drei Monaten überall hinkommen können, wo wir wollen“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD). Er betonte, dass sich durch diese Investition das Nahverkehrsangebot Marburgs erheblich verbessere.

„Wir wollen sehen, ob wir durch den Buszug die Kapazitätsprobleme in der Innenstadt besser unter Kontrolle bekommen“, erläuterte Norbert Schüren, der Geschäftsführer der Stadtwerke. Wenn das Konzept mit dem Buszug gut läuft, sollen noch mehr Fahrzeuge dieser Art angeschafft werden.

Das Projekt wird mithilfe der Sparkasse Marburg-Biedenkopf finanziert. Die Stadtwerke und die Sparkasse haben einen Leasing-Vertrag abgeschlossen. Der Buszug kostet die Stadtwerke rund eine halbe Million Euro.

Der Hersteller MAN lieferte das Fahrzeug

„Der Buszug hat 360 Pferdestärken. Das sind 15 PS mehr, als ein normaler Bus hat“, sagt Wolfgang Otto, Geschäftsführer der Marburger Verkehrsgesellschaft. Der Weg zu den Lahnbergen hoch werde so problemlos geschafft.

Aus Sicherheitsgründen ist der Anhänger mit Kameras ausgerüstet, so dass der Fahrer sehen kann, was im gesamten Fahrzeug passiert. Ebenfalls befinden sich im Anhänger Gegensprechanlagen, die in beide Richtungen funktionieren, so dass bei Bedarf eine Kommunikation mit dem Fahrer möglich ist. Auch zwischen dem Zugteil und dem Anhänger befindet sich eine Kamera. Die Hinterachse des Anhängers lenkt mit, die Spur des Anhängers gleicht so der des Zug-Fahrzeugs.

Der Anhänger kann flexibel eingesetzt werden. Bei Bedarf kann er einfach abgekoppelt werden, so dass der Buszug dann in kleinerer Modifikation weiterfährt. Dadurch sei der Buszug sparsamer und umweltfreundlicher als ein Gelenkbus, erläutert Pascal Barthel, Pressesprecher der Stadtwerke Marburg.

„Der Marburger Buszug zeigt, wie fahrgastorientiert und nachhaltig Stadtverkehr gestaltet werden kann. Wir freuen uns über diese Qualitätssteigerung im Angebot“, äußert sich Dr. André Kavai, der Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsbundes. Die Stadtwerke planten bereits ein Jahr zuvor die Realisierung eines Buszuges, jedoch musste das Vorhaben zunächst auf Eis gelegt werden: Die damalige Herstellerfirma war insolvent geworden.

Das Gefährt kommt voraussichtlich ab dem 13. Dezember regelmäßig zum Einsatz und wird damit der erste Buszug sein, der in Hessen in einer Innenstadt eingesetzt wird.

von Rike Werner

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