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Neue Zehner-Scheine erobern Europa

Neue Zehner-Scheine erobern Europa

Seit Mai 2013 führen die Europäische Zentralbank und die nationalen Zentralbanken eine zweite Euro-Banknoten-Serie ein. Benannt ist sie nach „Europa“, einer Gestalt der griechischen Mythologie.

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Marburg. Ein kräftigeres Rot, besser spürbare Linien - das ist das erste was einem auffällt, wenn man den neuen 10-Euro-Schein in der Hand hält. Doch das erhabene Druckbild und der kräftigere Grundfarbton sind nicht die einzigen Merkmale der neuen Banknote, die ab heute europaweit an Geldautomaten, Kassenschaltern und als Wechselgeld bei Einkäufen in Umlauf gebracht wird.

Mit der Einführung des neuen 10-Euro-Scheins will die Europäische Zentralbank (EZB) vor allem mehr Sicherheit schaffen. „Sechs von 10000 Banknoten in Deutschland sind gefälscht“, erklärte Diana Rutzka-Hascher, Präsidentin der für Hessen zuständigen Bundesbank-Hauptverwaltung, vergangenen Donnerstag in der Gießener Filiale. Europaweit seien es sogar 20 von 10000 Geldscheinen.

Um zu erkennen, ob ein Schein echt oder gefälscht ist, empfiehlt Rutzka-Hascher den „Echtheits-Dreisatz“ anzuwenden: kippen, sehen, fühlen.

Kippt man die Banknote, bewegt sich auf der glänzenden Wertzahl (5) in der unteren linken Ecke ein Lichtbalken auf und ab. Je nach Blickwinkel verändert sich auch ihre Farbe von Smaragdgrün zu Tiefblau.

„Echtheitsdreisatz“: kippen, sehen, fühlen

Hält man die Banknote gegen das Licht, wird neben der Wertzahl das Porträt der mythologischen Frauenfigur „Europa“ (1) sichtbar. Sie ist Hauptmotiv und Namensgeberin der neuen 10-Euro-Reihe. Zusammen mit dem Euro-Symbol, dem fiktiven, aus der griechischen Mythologie entlehnten Torbogen (3) und der Wertzahl der Banknote, ist „Europa“ auch im Hologramm auf der rechten Seite des Scheines wiederzufinden.

Sichtbar ist auch, dass die Bezeichnung „Euro“, wie gehabt in lateinischer und griechischer, bei der Europa-Serie nun zusätzlich auch in kyrillischer Schrift (2) erscheint. Dies sei ein Hinweis auf jene Länder, die zum Zeitpunkt der Einführung des Euros noch nicht Mitglieder der EU waren, es jetzt aber sind, wie zum Beispiel die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien. Auch das Kürzel der EZB erscheint, den Amtssprachen der Europäischen Union entsprechend, nicht mehr nur in fünf, sondern jetzt in neun Varianten.

Ertasten lässt sich auf der Vorderseite der Banknote am linken und rechten Rand jeweils eine Reihe kurzer erhabener Linien (4). Bei Hauptmotiv, Schrift und der großen Wertzahl ist ebenfalls ein Relief spürbar. Dies bietet auch sehbehinderten Menschen zusätzliche Kontrollmöglichkeiten.

Mit bloßem Auge nicht erkennbar sind die roten, grünen und blauen Fasern, die sich erst unter UV-Licht zeigen.

Die neuen Sicherheitsmerkmale, die Kriminellen das Fälschen der Banknoten erschwerer sollen, basieren, laut Rutzker-Hascher auf den neuesten technologischen Möglichkeiten.

„Was die Technologie angeht, sind wir ‚state of the art‘“, sagt sie stolz. „Wir haben den neuesten technischen Stand bei den Banknoten umgesetzt.“ Dazu gehört auch die schmutzabweisende Lackierung, mit der die neuen Scheine überzogen sind.

Schein soll Lebensdauer von einem Jahr überschreiten

„Fünf- und Zehn-Euro-Scheine werden im Alltagsgeschäft am häufigsten verwendet und nutzen sich deshalb sehr schnell ab“, weiß Rutzka-Hascher. Deshalb haben sie eine durchschnittliche Lebensdauer von nur einem Jahr. Größere Scheine, wie zum Beispiel 50- oder 100-Euro-Banknoten, halten dagegen bis zu zehn Jahre. Von den Noten mit der neuen Beschichtung erhofft man sich eine längere Lebensdauer.

Bei der Herstellung, so die Bundesbank-Mitarbeiter, würden lösemittelfreie Druckfarben und insgesamt möglichst umweltverträgliche Materialien verwendet.

Insgesamt wurden seit Oktober vergangenen Jahres europaweit 4,3 Milliarden neue 10-Euro-Banknoten gedruckt. Aufgrund der logistischen und produktionstechnischen Dimension des Projekts, werden sie aber nur stufenweise in den europäischen Ländern eingeführt. Für eine bestimmte Zeit werden daher beide Serien - Alte und Neue - parallel im Umlauf sein. Der Zeitpunkt, ab dem die Banknoten der ersten Serie kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr sein werden, werde frühzeitig bekannt gegeben, versicherte Rutzka-Hascher. „Sie behalten aber auch danach ihren Wert und können jederzeit von den nationalen Zentralbanken umgetauscht werden.“

von Ruth Korte

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Von Redakteur Katharina Kaufmann

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