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Neue Unibibliothek: Baustart am Campus Firmanei

Bauprojekt im Marburger Nordviertel Neue Unibibliothek: Baustart am Campus Firmanei

Andrang und Jubelstimmung auf dem Campus Firmanei: Am Freitag war Spatenstich zum Bau der neuen zentralen Universitätsbibliothek (UB). ­Fertig sein sollen alle Bauarbeiten nach Behördenangaben Mitte/Ende 2017.

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Die zentrale Universitätsbibliothek – hier für die bessere Sichtbarkeit rot hervorgehoben – entsteht auf rund 18 000 Quadratmetern 
bis Ende 2017. Sie soll Platz für 2,5 Millionen Bücher bieten.

Quelle: Grafik: Philipps Universität / Sven Geske

Marburg. „50 Jahre nach der Entscheidung, dass die Kliniken aus der Innenstadt auf die Lahnberge umziehen, setzen wir 
nun einen Kontrapunkt: Die Uni kehrt zurück ins Herz der Stadt“, sagt Professorin Katharina Krause, Präsidentin der Philipps-Universität, beim Spatenstich am Freitag.

Mit dem Bau der zentralen Universitätsbibliothek (UB), die fast ein Dutzend Fachbereichs-Bibliotheken einschließt, erhalte das Nordviertel „das 
 intellektuelle Schwergewicht, die Service-Stelle für Wissen“ der Hochschule. Die Chance auf einen derart umfassenden „Modernisierungsschub“ ergebe sich „nur alle 100 Jahre einmal“. Künftig sollen alle Marburger die Einrichtung als „sozialen und kulturellen Treffpunkt“ verstehen, Uni samt Bibliothek komplett sollen sich „mehr öffnen als je zuvor“.

„Dieser Bau sichert die Lebendigkeit in der Stadt, bringt sie zum Pulsieren. Dieser Strukturwandel im Nordviertel garantiert die künftig immer wichtiger werdenden kurzen Wege“, sagt Oberbürgermeister Egon 
Vaupel (SPD). In seinen 18 Jahren als hauptamtliches Magistratsmitglied sei dieser 
15. August 2014 „der historischste Tag Marburgs“.

"Wir ordnen die Uni neu"

Sobald die UB eröffnet sei, würden die Studentenströme dafür sorgen, dass die Oberstadt-Geschäfte und der Nordviertel-Handel gestärkt werden, sagt Vaupel. Die Bedeutung, die der UB-Bau für die Stadtentwicklung habe, lasse sich „in Jahrhunderten messen“.

Die Entscheidung der Uni zum Umzug der geisteswissenschaftlichen Fachbereiche in die Nachbarschaft des Alten Botanischen Gartens gebe dem Klinikviertel seine studentisch-wissenschaftliche Tradition zurück. „Wir ordnen die Uni neu, aus der Idee eines geisteswissenschaftlichen Campus wird nun Realität“, sagt Landes-Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU). Es entstehe das „modernste Kommunikations- und Informationsgebäude“ im Bundesland. Die Investition in Beton steigere die Attraktivität des Wissenschaftsstandorts und sei keineswegs überflüssig. „Wir brauchen solche Bauten, das erkennt man an den UB-
Besucherzahlen“, sagt Rhein.

Freude herrscht auch bei Landes-Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU): „Hier geschieht Historisches.“ Die neue UB sei „auf viele Jahrzehnte das prägende Bauwerk der Innenstadt“. Weil das so sei, dürfe kein architektonischer Fehler geschehen. „Das Bauwerk muss sich ins Stadtbild einfügen, aber ohne sich an die Elisabethkirche oder den Botanischen Garten anzubiedern. Es muss eine eigene Identität haben.“ Wie Boris Rhein sagte, erhalte Marburg „ein neues Wahrzeichen“.

Digitale und gedruckte Angebote wachsen

„Das Ideal einer Universitätsstadt deutet sich an dieser Stelle an“, sagt Hubertus Neuhausen, Leiter der Universitätsbibliothek. Der Architekten-Entwurf zeige einen „wundervollen Lernort“. Einen, der nötig sei und der nachgefragt sei. „Die Ausleihen vor allem von gedruckten Büchern sind zuletzt stark gestiegen, von 300 000 auf 504 000“, sagt er. Flankiert werde der 
Bibliotheks-Boom durch den Ausbau des Angebots an digitalen Medien. „Laptop, Smartphone, Kindle, W-Lan sowieso: Dieses Gebäude muss sehr viel bieten, sehr viel können“, sagt er.

Die Arbeiten für den Neubau der UB begannen 2012 mit dem Abriss der ehemaligen Frauenklinik und dem ehemaligen Schwesternwohnheim im Jahr 2013. Die Arbeiten am Rohbau sollen im Herbst beginnen. Nach Auskunft der Universität liegen die Bauarbeiten sowohl zeitlich als auch finanziell im Plan. Auf rund 18 000 Quadratmetern Fläche bietet die Bibliothek Platz für 2,5 Millionen Bücher. Die Baukosten betragen nach Angaben der Landesregierung 114 Millionen Euro.

Stadt und Uni:

25 000 Studenten zählt die Philipps-Universität aktuell.
3000 Wissenschaftler forschen an den verschiedenen Fachbereichen.
350 Professoren sind in Lehre und Forschung engagiert.
2,5 Millionen Bücher wird es in der zentralen UB geben. 1,2 Millionen Bände werden frei zugänglich sein.

von Björn Wisker

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