Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Neue Sportart macht schnell Lust auf mehr

Stand-Up-Paddling Neue Sportart macht schnell Lust auf mehr

Eine tolle und nasse Aktion an und in der Lahn genossen die Gewinner der Aktion „OP erfüllt Kinderwünsche“. Die kleinen Wasserfans machten aber eine gute Figur bei der jungen Sportart „Stand-Up-Paddling“

Voriger Artikel
Ferienzeit ist Handwerkerzeit
Nächster Artikel
300 Jahre Grabenland in Bürgerhand

Es geht: Man kann auf der Lahn stehen. Insgesamt 16 Kinder probierten sich im Stand-Up-Paddling aus.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Bei strahlendem Sonnenschein und bestem Paddelwetter wagten sich am vergangenen Freitag 16 glückliche Losgewinner beim Stand-Up- Paddling auf die Lahn. Mit Boards, Paddeln und jeder Menge guter Laune ausgerüstet verbrachten sie fröhliche Stunden in und auf dem Wasser.

Vor dem ersten Kontakt mit dem nassen Element gab es erst einmal eine Runde Theorie von Coach Marc Zeppel, Trainer der „SUP-Pirates“ und Mitglied der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft. Die Kinder machten sich wissbegierig mit Board, Paddel und Pinne vertraut. Bei der modernen Wassersportart Stand-Up-Paddling, SUP genannt, stehen die Sportler aufrecht auf leichten Surfbrettern und bewegen sich per Stechpaddel vorwärts. Ähnlich wie beim Kanufahren wird die Seite, auf der gepaddelt wird, regelmäßig gewechselt. Die schnittigen Stehpaddel-Bretter sind mehrere Meter lang und bestehen entweder aus leichtem, festen Kunststoff oder sind aufblasbar. Bei einigen „Trockenübungen“ lernten die Schüler Beschaffenheit und Aufbau der Boards und den Umgang mit den Steuergeräten kennen.

Nach einer ersten Schnupperrunde machte sich die Truppe, ausgerüstet mit Schwimmweste und Paddel, auf den Weg zum Lahnsteg der DLRG und ließ die langen Schwimmer zu Wasser. Nun machte sich große Vorfreude und Aufregung breit, die Kinder konnten es nicht erwarten aufzusteigen.

Zuerst müssen alle einenSprung ins Wasser machen

Erste Herausforderung: „alle wieder vom Brett und ins Wasser“, verordnete Trainer Marc den Paddelschülern eine erste Abkühlung und nahm so einem späteren, unfreiwilligen Platscher den Schrecken. Der erste Sprung ins kühle Nass wurde von anhaltendem Gelächter begleitet. „Das war ein Schock, aber wenn man erst mal im Wasser ist, ist die Kälte nicht mehr schlimm“, lachte unter anderem Julia Sturm aus Stadtallendorf. Die 12-Jährige ist sowieso eine richtige „Wasserratte“ und liebt das nasse Element, erzählten ihre Eltern, die das fröhliche Treiben vom Ufer aus beobachteten. Nach einer kurzen, lautstarken Planscherei im Wasser, begannen die Kinder sich mit ihren schwimmenden Sportgeräten auseinanderzusetzen und die ungewohnte Materie kennen zu lernen.

Anfangs noch im Liegen und ohne Paddel ließen sie sich am Lahnufer treiben. Schnell gewöhnten sie sich an die Eigenschaften ihrer Bretter und wurden mutiger. Dann hieß es „Paddel holen“ - zunehmend begeistert schnappten sich alle ihre Steuer und fingen an, die Fahrtechnik der schwimmenden Bretter zu erkunden. Paddel links, Paddel rechts ins Wasser tauchen um Geschwindigkeit aufzunehmen, zum Anhalten das Steuergerät gegen die Strömung drücken - alles klappte schon ganz gut. Von ein paar rotierenden Boards und ungewollten Zusammenstößen ließ sich keines der Kinder abschrecken. Einzeln oder auch mal mit dem Nachbarn zusammen probierten sie ihre Bretter aus. „Wenn man zu zweit darauf sitzt, kippt das Board vorne hoch und schießt richtig los“, fand etwa der dreizehnjährige Lois aus Wetter am besten.

Nach einer ersten Eingewöhnungsphase fing der Spaß erst richtig an: „Aufstehen, Paddel los“, lautete die Devise ab sofort - alle wagten sich in eine kippelige, aufrechte Position und los ging die wilde Fahrt die Lahn hinauf. In Reihen neben- und hintereinander füllten die jungen SUP-Teilnehmer den breiten Fluss und boten ein eindrucksvolles Bild. Angefeuert von ihren Familien, Freunden und neugierigen Anwohnern paddelten sie selbstsicher bis hinter die Weidenhäuser Brücke. Lautes Lachen und fröhliches Geschrei schallte immer wieder durch den ganzen Stadtteil. Wer nicht selber zwischendurch ins Wasser fiel, wurde von seinen Nachbarn auch mal rein geschubst, was den ganzen Spaß erst recht ankurbelte und zu rasanten Verfolgungsjagden führte. Die leichten, breiten Paddelköpfe boten dabei nicht nur sicheren Halt beim Steuern, sondern eigneten sich auch hervorragend als Schöpfkelle um die Nachbarn zu durchnässen. „Das macht total Spaß“, war unter anderem Felix Reinhardt aus dem Lahntal begeistert.

Während der Tour gewöhnten sich die motivierten Stehpaddler schnell an die wackelige Situation und bewiesen, nach einigen unfreiwilligen Bauchklatschern und Karambolagen mit anderen Brettern oder Tretbootfahrern, echte Standhaftigkeit auf ihren Boards. Auch die Steuerung klappte immer besser. Schnelle Richtungswechsel, Kurven und Ausweichmanöver waren bald kein Problem mehr. Nicht nur anderen menschlichen Lahnbesuchern wurde gekonnt ausgewichen, auch die allgegenwärtigen Enten hatten nichts zu befürchten.

Mit der Zeit wurden die Kinder immer sicherer und übermütig. So sprangen sie auch mal auf das Board des Nachbarn, fuhren zusammen scharfe Wendemanöver und bespritzten sich gegenseitig und Trainer Marc ausgiebig mit Wasser. Das ganze endete mit waghalsigen gemeinsamen Sprüngen vom Anlegesteg und in einer großen, fröhlichen Wasserschlacht.

Nach ihrer ausgiebigen Tour kamen schließlich alle Jungpaddler ausgepowert, klitschnass und überglücklich wieder wohlbehalten auf trockenem Boden an. „Die Fahrt war echt super“, freute sich unter anderem die 13-jährige Marie Reinhardt über den Paddelkurs. So wie auch Bruder Felix wollen viele der begeisterten Kinder weitermachen und auch in Zukunft ihre Stehpaddelkünste ausweiten.

UNSER PARTNER: SUP-Pirates: Die junge Sportart Stand-Up-Paddling stammt aus Hawaii und wird auch in Deutschland zunehmend populärer. SUP ist ein flexibles Ganzkörper-Training, das sowohl Kraft, Ausdauer als auch die Koordination stärkt und auch für Sportanfänger, Kinder und Ältere geeignet ist.

Bei den SUP-Pirates von Stand-Up-Paddling-Experte Marc Zeppel können interessierte Paddelfans alles rund um die Wassersportart kennen lernen. Der sportbegeisterte Coach hat schon früh seine Leidenschaft für die junge Sportart entdeckt, ist ebenfalls Windsurflehrer und Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft.

Marc Zeppel bietet regelmäßig SUP-Kurse für Einsteiger und Fortgeschrittene sowie Einzelunterricht in Marburg und Wetzlar an. Alle Kurse beinhalten das Material, Board, Paddel, Neopren sowie eine Schwimmweste. Daneben veranstaltet der Coach regelmäßig Events, Sporttreffen und SUP-Touren in ganz Hessen.

Weitere Informationen und Kurspläne sind unterwww.suppirates.de zu finden.

von Ina Tannert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr