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Neue Sozialwohnungen für Stadtwald

Info-Veranstaltung Neue Sozialwohnungen für Stadtwald

Das neue Gebäude soll zwölf Wohnungen mit einer Fläche von 47, 66, 87 und 89 Quadratmetern enthalten.

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So soll das neue Gebäude mit den zwölf Sozialwohnungen aussehen.

Quelle: Gewobau

Ockershausen. Im Familienzentrum des Stadtwalds wurde­ auf einer Informationsveranstaltung das nur wenige hundert Meter entfernte neue Bauprojekt in der Graf-von-Stauffenberg-Straße im Auftrag der Gewobau vorgestellt. Es soll zwölf neue Sozialwohnungen schaffen.

Zunächst berichtete Oliver Hanneder von der Gewobau über die derzeitige Lage in Marburg generell, wo sich immer mehr eine Wohnungsknappheit abzeichnet. „Wir brauchen bis 2020 rund 1600 mehr Wohnungen, davon 450 Sozialwohnungen. Deswegen planen wir neben dem heute thematisierten Projekt noch zwei neue Gebäude in Weidenhausen sowie jeweils eines im Waldtal und in Wehrda“, sagte Hanneder.

Damit eine Wohnung als Sozialwohnung einzustufen ist darf sie nicht mehr als 6,50 Euro pro Quadratmeter an Kaltmiete kosten, was in Marburg schwer zu realisieren ist, zumal ohnehin ein Mangel gerade an kleineren Wohnungen unter 60 Quadratmetern Fläche besteht. Für Gewobau-Geschäftsführer Matthias Knoche zählt am Ende aber vor allem die Warmmiete inklusive Reinigungsdienst, Fernsehen und Internet, und gerade da soll das neue Gebäude in der Graf-von-Stauffenberg-Straße punkten. „In dem Flachdachgebäude samt Tiefgarage­ werden drei Wohnungen mit 47, sechs mit 66 und wieder drei mit 89 Quadratmetern entstehen, die 450, 575 oder 790 Euro warm, inklusive allem, kosten werden. Am freien Markt lägen solche Wohnungen bei mindestens 630, 735 oder 960 Euro, wir grenzen uns da also klar ab, und die Tiefgarage ist bereits mit inbegriffen.“

Da das Gelände bereits der Stadt gehört, bleiben die Kosten mit 2,25 Millionen Euro vergleichsweise niedrig, weswegen alternative Bauplätze ­unwahrscheinlich sind. „Auch wenn noch nicht alles in trockenen Tüchern ist, darf klar davon ausgegangen werden, dass dort gebaut wird, die Stadt hat da ein großes Interesse“, erklärte Reinhold Kulle vom Fachdienst Stadtplanung.

Besucherin: Parksituation könnte kritisch werden

Trotz der Tiefgarage und der eher geringen Besiedelungsdichte im Stadtwald mit dessen großen angrenzenden Grünflächen, gab es von den Besuchern der Info-Veranstaltung Kritik an dem Neubau auf der bestehenden Freifläche.

„Der Abstand zum Nachbargebäude ist arg knapp, und es geht damit eine Spiel- und Grünfläche verloren, da droht doch die Ghettoisierung“, bemerkte ein Gast.

Eine Besucherin wies darauf hin, dass die Parksituation trotz der Tiefgarage kritisch werden könnte, da Stellplätze wegfielen und viele Menschen aus Bequemlichkeit dennoch am Straßenrand parken würden. Eine weitere Besucherin fürchtet neben dem Baulärm vor allem die Verkehrszunahme in der aus ihrer Sicht ohnehin dicht befahrenen Graf-von-Stauffenberg-Straße.

„Info-Veranstaltungen wie diese sind ja da, um Vorschläge­ aufzunehmen. Gegen den Lärm können wir freilich wenig tun, schließlich besteht ja auch ein großes öffentliches Interesse an Sozialwohnungen. Was die Stellplätze und Verkehrsregelung anbelangt, ließe sich aber sicher über einen Ausgleich beziehungsweise zusätzliche Zebrastreifen oder Ampeln nachdenken“, sagte Knoche.

von Marcus Hergenhan

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