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Neue Regeln für neue Führerscheine

Befristung der Dokumente Neue Regeln für neue Führerscheine

Für neue Führerscheine gelten ab dem 19. Januar neue  Regeln. Die alten rosafarbenen oder grauen „Lappen“ bleiben davon  unberührt – zumindest weitere 20 Jahre lang. Bei den Fahrerlaubnisklassen gibt‘s ebenfalls Änderungen.

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Quelle: Nadine Weigel

Alle ab dem 19. Januar 2013 ausgestellten Führerscheine werden auf 15 Jahre befristet. Genauer gesagt: Die Gültigkeit des Führerscheindokuments wird befristet. Die Geltungsdauer der Fahrerlaubnisklassen bleibt davon aber unberührt.
Ein Umtausch von vorhandenen Führerscheinen – unabhängig ob graue und rosa Papierführerscheine oder Kartenführerscheine – sei derzeit nicht erforderlich, teilt die Führerscheinstelle beim Landkreis Marburg-Biedenkopf mit. Für alle, die an ihrem alten „Lappen“ hängen, wird‘s erst in 20 Jahren ernst, am 19. Januar 2033, um genau zu sein. Ab diesem Zeitpunkt müssen alle Führerscheine den Vorgaben der neuen EU-Führerscheinrichtlinie entsprechen. Die alten Dokumente müssen bis dahin umgetauscht werden.

Zum gleichen Zeitpunkt ändern sich in Deutschland zahlreiche Fahrerlaubnisklassen. Die bisherigen Klassen M und S werden durch die neue Klasse AM ersetzt. Im Zweiradbereich wird darüber hinaus der bisherige beschränkte Motorradführerschein (A-beschränkt) durch die neue Klasse A2 ersetzt. Die Motorleistung dieser Klasse wird von 25 auf 35 kW angehoben. Zukünftig können dann Motorradfahrer der Klassen A1 und A2 nach zweijährigem Besitz der Klasse und Ablegen einer praktischen Prüfung in die nächst höhere Zweiradklasse gelangen. Der automatische Aufstieg von der Klasse A2 in die Klasse A fällt weg. Der Direkteinstieg in die Klasse A ist künftig bereits mit 24 Jahren möglich.

Auch im Pkw-Bereich wird es Änderungen geben. Die Fahrerlaubnis der Klasse B kann mit einer Schlüsselzahl 96 erteilt werden. Dies gilt für Fahrzeugkombinationen bestehend aus einem Kraftfahrzeug der Klasse B und einem Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 750 Kilo – wenn  die zulässige Gesamtmasse der Fahrzeugkombination 3 500 Kilo überschreitet, aber 4 250 Kilo nicht übersteigt.

Für die Eintragung der Schlüsselzahl 96 in die Fahrerlaubnis der Klasse B bedarf es einer Schulung in der Fahrschule – eine zusätzliche Prüfung ist jedoch nicht erforderlich.

Ursula Weiser, Jahrgang 1947, aus Lohra-Altenvers: Ich kann mich noch genau an den Tag meiner Prüfung erinnern im Herbst 1965. Es war ein grauer nebliger und schon etwas kalter Herbsttag. In der Uferstraße in Marburg musste ich einsteigen. In den Jahren 1964 und 65 gehörte, wenn ich mich richtig erinnere, erstmals ein Sehtest zur Führerscheinprüfung. Ich brauchte eine Brille für die Ferne. Der Tag der Prüfung kam und ich hatte das erste Mal die Brille auf, die beim Einsteigen sofort beschlug. Der Prüfer war Spitze und fragte mich, ob die Brille sehr störe. Ich durfte sie abnehmen. Das Fahren ging bis auf einmal abwürgen am Rudolphsplatz gut. So habe ich meinen „Lappen“ bekommen.

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Lkw-Führerschein künftig erst ab 21

Für Lkw-Fahrer ändern sich zukünftig die Mindestalter-Regelungen. Nicht wie bisher mindestens 18 Jahre, sondern 21 Jahre muss der Bewerber alt sein, um einen Lkw-Führerschein der Klassen C oder CE erwerben zu können. Ausnahmen wird es für Berufskraftfahrer oder für Personen während oder nach Abschluss einer Berufsausbildung  geben. Das betrifft die staatlich anerkannten Ausbildungsberufe Berufskraftfahrer / Berufskraftfahrerin, den Ausbildungsberuf Fachkraft im Fahrbetrieb und staatlich anerkannte Ausbildungsberufe, in dem vergleichbare Fertigkeiten und Kenntnisse zum Führen von Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Straßen vermittelt werden.

Wer genug hat vom seinem alten Führerschein und einen schicken EU-Kartenführerschein haben will, wie es ihn seit 1999 gibt, kann seine alte Fahrerlaubnis bei der Führerscheinstelle eintauschen. Dazu rät die Behörde sogar, denn vor allem im Ausland seien die alten Führerscheine bei Polizei und Autovermietungen nicht mehr gern gesehen.

Kostenpunkt: 24 Euro – beziehungsweise 49,50 Euro, wenn die Klasse 2 erloschen ist. Folgende Unterlagen muss man vorlegen: einen förmlicher Antrag, den es bei der Führerscheinstelle gibt, ein biometrisches Lichtbild,  (35 mal  45 Millimeter groß), den alten Führerschein, den Personalausweis und eine Karteikartenabschrift von der Behörde, die den alten Führerschein ausgestellt hat, wenn dies nicht der Landkreis Marburg-Biedenkopf war.

Für die Führerscheinklasse T, die für Traktoren und Arbeitsmaschinen gilt, brauchen Inhaber dieser Fahrerlaubnis eine Bestätigung ihres Ortslandwirts.

Inhaber eines Führerscheins der Klasse 2 (unter anderem Lastwagen) brauchen zudem ab dem 50. Geburtstag eine Bescheinigung ihres Hausarztes.

von Carina Becker

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