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Neue Ideen fürs Nordviertel

OB Spies legt Konzept vor Neue Ideen fürs Nordviertel

Oberbürgermeister und Verkehrsdezernent Dr. Thomas Spies (SPD) will den Verkehrsversuch im Nordviertel auf jeden Fall fortsetzen.

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Nach den Plänen von Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies soll der Bürgersteig vor der ehemaligen Augenklinik in der Robert-Koch-Straße zu einer Fahrspur umgebaut werden. Der Bürgersteig soll auf den Grünsteifen verlegt werden.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Um in der Bahnhofstraße eine zweite Spur zu ermöglichen, schlägt Marburgs Oberbürgermeister den Umbau der Kreuzung Bahnhofstraße/Robert-Koch-Straße vor.

Einzelheiten hat der Oberbürgermeister bislang der Universität vorgestellt, die einen Teil ihres Grundstücks an der Augenklinik abgeben müsste. Auch der Denkmalschutz ist involviert. Das Parlament könnte sich nach der Wahl frühestens im April mit den Plänen beschäftigten. Ohnehin kommt ein Umbau der Kreuzung außerhalb der Sommerferien ohnehin nicht infrage.

Der Verkehr in der Nordstadt beruhige sich langsam, sagt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD). Änderungen an der Ampelschaltung, die den Verkehr an der neuralgischen Kreuzung Bahnhofstraße/Robert-Koch-Straße/Rosenstraße regelt, hätten zu einer deutlichen Verminderung des Rückstaus in Richtung B 3 geführt.

„Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagt Spies, der deswegen den umstrittenen Verkehrsversuch im Nordviertel auf ­jeden Fall wie geplant weiterlaufen lassen will. Allerdings schlägt das Stadtoberhaupt zwei wesentliche Änderungen vor, die zwei Hauptursachen für Rückstaus beseitigen sollen.

Anderer Kurvenradius in der Robert-Koch-Straße

Schwachpunkt eins: Der Berufsverkehr am Morgen in Richtung Behring-Standort leidet darunter, dass in der Bahnhofstraße stadteinwärts vor der Kreuzung Rosenstraße/Robert-Koch-Straße nur eine Fahrspur zur Verfügung steht. Seit dem Beginn des Verkehrsversuchs im September war dies notwendig geworden, weil Stadtbusse und Lkw, die aus der Robert-Koch-Straße rechts abbiegen, wegen des Gegenverkehrs nicht mehr weit genug links ausholen können.

Die Folge: Die großen Fahrzeuge kommen nicht mehr um die Kurve, ohne die Fahrbahnmitte in der Bahnhofstraße zu überqueren. Daraus wiederum folgte die Konsequenz, den bis September existierenden Fahrstreifen stadteinwärts wegzunehmen – mit den bekannten Folgen.

Spies glaubt nun, dass mit einem Umbau der Robert-Koch-Straße das Problem gelöst werden kann. Er will die beiden Fahrstreifen in Richtung Bahnhofstraße/Rosenstraße um einige Meter nach links verlegen. Damit würde sich der Kurvenradius für Rechtsabbieger verändern, auch lange Fahrzeuge wären wieder rechtzeitig auf der rechten Fahrbahnhälfte der Bahnhofstraße.

Es entstünden drei neue Parkplätze

Der Verkehr in Richtung Deutschhausstraße müsste entsprechend gleichfalls nach Südwesten verlegt werden – dorthin, wo jetzt ein Bürgersteig vor der alten Augenklinik entlangführt. Der dahinterliegende Grünstreifen müsste weichen und als 
Bürgersteig neu entstehen.

Nebeneffekte dieser Überlegung: an der Richtung Bahnhof gelegenen Seite der Robert-Koch-Straße entstünde ungenutzter Raum, auf dem drei Parkplätze entstehen könnten. Der stadteinwärts führende Radstreifen in der Bahnhofstraße bliebe auch erhalten.

Haken an dieser Überlegung: Die Universität müsste einen Teil ihres Grundstücks vor der Augenklinik hergeben, und der Denkmalschutz müsste dem Heranrücken des Bürgersteiges an die alte Augenklinik zustimmen.

Zweiter Schwachpunkt des Verkehrsversuchs: Der Verkehr aus Richtung Mauerstraße und von der Abfahrt der B 3 kreuzt sich unter der Bahnhofsbrücke. Das führt zu langen Rückstaus.

Abknickende Vorfahrt 
an der Schlosserstraße

Spies schlägt nun vor, den Verkehr aus Richtung Mauerstraße zu reduzieren. Erreicht werden könnte dies, indem der Verkehr aus Richtung Norden, der nicht zum Bahnhof will, an der Kreuzung Neue Kasseler Straße/Schlosserstraße auf die B 3 gelockt wird.

Spies will dies erreichen, indem eine abknickende Vorfahrt an der Kreuzung eingerichtet und die Weiterfahrt in Richtung Bahnhof möglichst unattraktiv gemacht wird. Um die Weiterfahrt auf der B 3 bis zur Bahnhofstraße attraktiver zu machen, schlägt Spies vor, den Beschleunigungsstreifen nach der Einfahrt Schlosserstraße bis zum Verzögerungsstreifen Bahnhofstraße durchzuziehen. Autofahrer müssten sich nicht mehr auf die B 3 einfädeln.

von Till Conrad

 Neue Ideen für das Nordviertel: OB Dr. Thomas Spies will an der Kreuzung Neue Kasseler Straße/Schlosserstraße mehr Autos auf die B 3 locken. Foto: Tobias Hirsch, Montage: Sven Geske
 
 Die Kreuzung Bahnhofstraße/Robert-Koch-Straße soll nach dem Vorschlag des OB umgebaut werden. Grafik: Nikola Ohlen
 
 
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