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Neue Gremien von der Altstadt bis zum Waldtal

Ortsbeiratswahlen Neue Gremien von der Altstadt bis zum Waldtal

Gleich fünf zusätzliche Ortsbeiräte werden bei der Kommunalwahl am ­­6. März gewählt. Jetzt stehen die Kandidaten und alle Listen dafür fest.

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Nachts wird die Marburger Oberstadt zur Partymeile. Das rege Treiben könnte eines der Dauerthemen des neuen Ortsbeirats Altstadt werden.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Das Ergebnis der Bürgerbefragung zu mehr Ortsbeiräten in der Innenstadt war umstritten, aber die regierende rot-grüne Rathaus-Koalition – unterstützt von der Marburger Linken und der Gruppe „Bürger für Marburg“ und gegen die Stimmen des restlichen bürgerlichen Lagers – setzte fest, dass zusätzlich zu den bisherigen 20 Ortsbeiräten für Innen- und Außenstadtteile fünf neue Ortsbeiräte eingerichtet werden.

Großer Protest war im Vorfeld der Entscheidung vor allem von den Stadtteilgemeinden gekommen, die darin eine Konkurrenz sehen. Eingerichtet werden jetzt aber die Ortsbeiräte in mehreren Bereichen der Innenstadt. Es sind die Ortsbeiräte Altstadt, Campusviertel und  Südviertel (je neun Sitze) sowie Waldtal und Weidenhausen (je sieben Sitze).

Nach Diskussionen um Gewalt, Lärm und zu viel Müll in der Oberstadt hatte sich dort eine Bürgerinitiative gegründet, die sich für einen Ortsbeirat eingesetzt hatte. Demzufolge gibt es dort auch eine „Bürgerliste Oberstadt“, die gleich 18 Namen umfasst, obwohl insgesamt überhaupt nur neun Sitze in dem neuen Gremium zu besetzen sind. An der Spitze dieser Liste steht der pensionierte Uni-Mitarbeiter Christopher Moss, der auch einer der Sprecher der Bürgerinitiative war. Für die Bürgerliste gibt es jede Menge Mitbewerber von den anderen Parteien. Die CDU hat eine nur drei Personen umfassende Liste aufgeboten (Matthias Friehe auf Platz 1). Auf der von Arthur Brieger angeführten SPD-Liste finden sich acht Namen, und die Linke umfasst sieben Namen, an der Spitze steht Stefanie Wittich. Am prominentesten ist die Grünen-Liste besetzt – mit der ehemaligen Kreistagsabgeordneten Sandra Laaz auf Platz eins, dem Stadtverordneten Jan Sollwedel auf Platz zwei und der Ausländerbeiratsvorsitzenden Goarik Garayan-Petrosyan auf Platz drei.

Neu ist der Begriff Campusviertel. Passend soll es auch einen neuen Ortsbeirat für das Viertel rund um den neuen „Campus Firmanei“ der Uni an der Elisabethkirche geben. Drei Listen treten dort an: Für die SPD bewirbt sich Ralf Laumer, persönlicher Mitarbeiter der Landrätin, an erster Stelle um die neu zu schaffende Stelle eines Ortsvorstehers. Seine Konkurrenten sind Stefan Oberhansl (Platz 1 auf CDU-Liste) sowie Dr. Sabine Schock (Nummer 1 auf Grünen-Liste).

Eine besondere Situation gibt es im Südviertel, weil sich dort die Südstadtgemeinde gegen die Einrichtung eines Ortsbeirats ausgesprochen hatte. Dort hat die CDU keine LIste aufgestellt. Dafür ist aber CDU-Stadtverordneter Manfred Jannasch Spitzenkandidat einer sieben Personen umfassenden Bürgerliste Südviertel. Große Bedeutung scheinen die Grünen diesem Bezirk beizumessen, denn sie haben eine 12 Namen umfassende Liste, an deren Spitze die Buchverkäuferin Antje Tietz steht. Platz 12 auf der Grünen-Liste nimmt Dietmar Göttling ein, der als Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Stadtparlament einer der Betreiber der Initiative für mehr Innenstadt-Ortsbeiräte war. Für die SPD geht an Nummer 1 die Rentnerin Dr. Theresia Jacobi ins  Rennen. Auf der neun Namen umfassenden Liste stehen aber auch der Stadtverordnete Thorsten Büchner (Platz 6) und der auf einem aussichtsreichen Listenplatz für das kommende Parlament aufgestellte Rechtsanwalt Dr. Fabio Longo. Die Linke schickt nur drei Personen ins Rennen, an der Spitze den Buchhalter Eckhard Kohn.

Eine weitere Besonderheit stellt das Waldtal dar. Für den dortigen neuen Ortsbeirat gibt es nämlich eine Einheitsliste und keine weitere Liste irgendeiner Partei. Die Gemeinschaftsliste Waldtal wird angeführt von dem Schornsteinfegermeister Gerhard Dziehel und umfasst 16 Namen.

Auch in Weidenhausen soll ein neuer Ortsbeirat eingerichtet werden. Dazu könnten die Kandidaten nahezu einen reinen Straßenwahlkampf machen, denn fast 90 Prozent der Bewerber wohnen in der Weidenhäuser Straße, der zentralen Straße des Viertels. Die Grünen-Liste umfasst mit acht Bewerbern die meisten Namen, angeführt von der Studentin Stephanie Theiss. Dort befindet sich auf dem letzten Platz Uwe Volz, Vorsitzender des Umweltausschusses. Noch prominenter ist der letzte Platz der SPD besetzt: Dort auf Platz sieben  findet man Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach, die dem hauptamtlichen Magistrat angehört. Platz eins auf der SPD-Liste nimmt Wolfgang Grundmann ein. Komplettiert wird das Rennen in Weidenhausen durch die jeweils drei Namen umfassenden Listen der CDU (Spitzenkandidat Oliver Hahn) und der „Marburger Linken“ (Spitzenkandidat Martin Gronau).

Alle Listen und alle Namen finden Sie im Internet unter www.op-marburg.de/Lokales/Kommunalwahl-2016/Uebersicht

von Manfred Hitzeroth

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