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Neue Familien-Zimmer in Therapie-WG

Neubau Neue Familien-Zimmer in Therapie-WG

Chance auf ein Leben ohne Drogen: Aktuelle und Ex-Klienten der betreuten Wohngemeinschaft am Teichwiesenweg feierten die Erweiterung der Einrichtung für suchtkranke Menschen.

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Die Mieter der betreuten Wohngemeinschaft am Teichwiesenweg feierten die Erweiterung des Mutter-Kind-Bereiches für abstinent lebende Drogensüchtige.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Vier neue Appartements bieten neuen Wohnraum für abstinent lebende Eltern und deren Kinder. Insgesamt verfügt die Einrichtung des Vereins „Jugendberatung und Jugendhilfe“ nun über 26 Wohnungen für ehemalige Drogen-Konsumenten in der Stadt. Neun Appartements stehen nun im Mutter-Kind-Bereich zur Verfügung. Das Besondere: Neben Wohnraum, Küchenzeile und Bad bekommen die Kinder ein eigenes Zimmer. Die Erweiterung war lange geplant und dringend notwendig.

„Wir bekommen so viele Anfragen, der Bedarf ist größer als das Angebot“, erklärt Sabine Balser, langjährige Leiterin der Einrichtung.

Von 2012 bis 2014 fanden schließlich die ersehnten Bauarbeiten statt. Das Gebäude wurde um vier neue Wohneinheiten im Mutter-Kind-Bereich sowie drei weitere Büros für das sechsköpfige Betreuerteam erweitert. Finanziert wurde der Umbau aus Mitteln des Vereins, dem Landeswohlfahrtsverband Hessen sowie dem Sozialministerium. Durch den Anbau ist die Begleitung der Mütter sowie die Integration der Kinder „ein zentraler Schwerpunkt der Arbeit“ geworden, freut sich Balser.

Klare Regeln: Keine Suchtmittel

In der Gemeinschaft wohnen ausschließlich ehemalige Drogensüchtige, das Leben im Haus ist klar geregelt: weder illegale Suchtmittel noch Alkohol sind erlaubt. Wer dagegen verstößt, muss das Haus verlassen. „Ein wichtiges Aufnahmekriterium ist die Bereitschaft der Klienten, ein drogenfreies Leben zu führen. Darauf sind auch die Bewohner sehr stolz“, sagt die Leiterin.

„Wir fühlen uns sehr wohl, hier geht es uns gut“, sagt etwa Mutter Sindy, die vor kurzem mit Sohn Joaquin eingezogen ist. Besonders glücklich ist die junge Mutter über das eigene Kinderzimmer für den Vierjährigen. Während ihrer Zeit im Haus will sie sich mithilfe der Betreuer ein neues, suchtfreies Leben aufbauen, fernab der alten Drogenszene, mit einem geregelten Alltag und einer Zukunft für sich und Joaquin.

Die Wohngemeinschaft besteht bereits seit 1987. Neue Mieter kommen in der Regel direkt aus dem stationären Entzug, leben im Durchschnitt etwa zwei Jahre im Haus. Auch nach dem Auszug werden sie von Vereinsmitgliedern in einer eigenen Wohnung weiter betreut. „Die Menschen kommen her um sich ein neues, normales Leben ohne Drogen auf- und Altlasten abzubauen. Sie wollen einfach neu durchstarten“, sagt Balser.

Insgesamt verfügt die Organisation mit Hauptsitz in Frankfurt über 57 anerkannte Betreuungsplätze im Landkreis Marburg-Biedenkopf.

von Ina Tannert

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