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Neue Erkenntnisse über den Ketzerbach

Grabung auf dem Firmaneiplatz Neue Erkenntnisse über den Ketzerbach

Es gibt Hinweise darauf, dass der Ketzerbach vor seiner Einfassung mehrfach verlegt wurde.

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Archäologin
Susanne Gütter zeigt die verschiedenen Gesteinsschichten.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Das glaubt jedenfalls Dr. Christa Meiborg vom Landesamt für Denkmalpflege, die für die Archäologische Denkmalpflege zuständig ist.

Seit 2006 finden im Zuge der Umgestaltung des Kirchenumfelds an der Elisabethkirche jährlich Grabungen statt. Im Mittelpunkt des Interesses stehen seit einigen Jahren die Reste der Deutschordensniederlassung aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Die Grabungen auf dem Firmaneiplatz, die in Vorbereitung der Umgestaltung des Platzes derzeit stattfinden, haben unter anderem die Fundamente einer Brücke über den Ketzerbach einschließlich entsprechender Wagenspuren zutage gefördert. Sie muss den Ketzerbach etwa dort überquert haben, wo heute die große Trauerweide steht, sagt Meiborg. Außerdem fanden die Forscher das Fundament eines Marstalls und Mauerreste, die auf die Überwölbung des Ketzerbachs im 19. Jahrhundert hinweisen.

Mittelalterliche Grabgruben aus dem 13. Jahrhundert wurden offenbar später wegen starker Überflutungen aufgegeben. Meiborg glaubt deswegen, dass der Ketzerbach in der frühen Neuzeit weiter nach außen verlegt wurde, etwa an die Stelle, wo heute die Deutschhausstraße entlangführt.

Die Grabungsfläche wird nach Abschluss der Arbeiten teilverfüllt. Um die gefundenen Architekturreste zu schützen, werden sie mit einem Spezialsand bedeckt.

Noch unklar, wie es mit Firmaneiplatz weitergeht

Meiborg sagte der OP, die Arbeiten würden wohl Mitte Oktober abgeschlossen, Danach sei das Elisabethkirchen-Umfeld bis auf eine schmale Fläche vor der Hals-Nasen-Ohren-Klinik erforscht.

Bauamtsdirektor Jürgen Rausch sagte, die Fläche werde anschließend provisorisch verschlossen, der alte Zustand wieder hergestellt.

Noch unklar ist aber, wie es anschließend mit dem Firmaneiplatz weitergeht. Die angepeilte Umgestaltung des Areals im Jahr 2017 könnte der angespannten Haushaltslage der Stadt zum Opfer fallen und auf einen späteren Termin verschoben werden, berichtete Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) der OP. Der Haushalt 2017 werde Prioritäten setzen - und ihm sei die Finanzierung des Bildungsbauprogramms (bibap) wichtiger als die Umgestaltung des Firmaneiplatzes.

Spies wollte sich nicht über die Zukunft der 28 Parkplätze äußern, die vor dem Beginn der Ausgrabungsarbeiten (außer an Markttagen) auf dem Firmaneiplatz zur Verfügung standen. Zunächst müsse abgewartet werden, ob das Parkhaus Pilgrimstein wie angedacht erweitert werden könne und wie sich die Wegebeziehungen nach der Neueröffnung der UB durch den Campus zu dem etwa 200 Meter entfernten Parkhaus sich entwickeln. „Wenn wir am Pilgrimstein 100 Parkplätze zusätzlich bekommen, brauchen wir die Parkplätze am Firmaneiplatz vielleicht nicht“, sagte Spies.

Ein Konzept für die Umgestaltung des Firmaneiplatzes liegt deswegen endgültig noch nicht vor. „Darüber muss geredet werden, wenn wir wissen, wann wir das Projekt in Angriff nehmen“, sagte der OB. Er wollte sich aber nicht darauf festlegen, dass die Parkplätze zumindest provisorisch nach der Verfüllung des Platzes wieder angelegt werden. Vorrang habe die Untersuchung der Wegebeziehungen zwischen Elisabethkirche und Campus Firmanei und Pilgrimstein.

von Till Conrad

  • Führung: Dr. Christa Meiborg präsentiert die Ergebnisse der Ausgrabungen am Firmaneiplatz öffentlich am 23. August. Ab 14.30 Uhr führt sie in die Ergebnisse ein, ab 15 Uhr ist ein Rundgang durch die Grabung geplant.
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