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Neue Debatte um Tempo 30

Verkehr in Wehrda Neue Debatte um Tempo 30

Die CDU hat im Ortsbeirat Wehrda einen Antrag gestellt, die Rechts-vor-links-Regelung zu entschärfen.

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Nach der flächendeckenden Einführung von Tempo 30 gilt in Wehrda auf allen Straßen rechts vor links.Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Auch nach dem gemeinsamen Ortstermin mit Vertretern des Ortsbeirats Wehrda, der Straßenverkehrsbehörde, den Stadtwerken und dem Verkehrsdienst der Polizei Marburg (die OP berichtete) sind die Behörden noch nicht zu einer endgültigen Einigung gekommen, teilte Ortsvorsteher Dirk Vaupel mit.

Der Ortsbeirat griff das Thema erneut auf, nachdem die CDU Wehrda einen Antrag zur „Abschärfung der Rechts-vor-links-Regelung im Bereich der neu eingerichteten 30er Zone“ eingereicht hatte. Der Antrag sieht die Einführung einer generellen und durchgängigen Vorfahrtregelung aller von Stadtbussen befahrenen Straßen vor. Das solle durch das Aufstellen des Zeichens 301, des sogenannten Raketen-Schildes, erreicht werden.

In einem waren sich die Anwesenden einig: Die Tempo-30-Zonen sind eine Verbesserung für den Stadtteil. Größter Streitpunkt ist aber nach wie vor die Vorfahrtregelung, die Auswirkungen auf den Busverkehr habe, sowie die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung.

Mehrere Anwesende wiesen darauf hin, dass die Unsicherheit der Verkehrsteilnehmer in den vergangenen Wochen stark gestiegen sei, die maximale Geschwindigkeit teilweise jetzt schon nicht eingehalten werde. Ein Vorfahrtsschild würde dieses Verhalten noch verstärken. Die Regelung, die momentan gelte, sei die beste Lösung für alle Verkehrsprobleme der letzten Jahre, gab Christiane Dör-becker (SPD) zu bedenken. Die Zone 30 sei ein riesiger Gewinn für Wehrda. Und die Rechts-vor-links-Regel helfe, die Geschwindigkeitsbegrenzung einzuhalten. Nun an der generellen Verkehrsregelung nach nur zwei Monaten Eingewöhnungszeit massive Änderungen vorzunehmen, halte sie für einen Rückschritt. Die aktuelle Situation müsse nicht dauerhaft bleiben, jedoch sollte man nicht übereilte Schritte einleiten.

Dörbecker schlug vor, ein halbes Jahr abzuwarten, die Problematik weiter zu beobachten und zu gegebener Zeit gemeinsam mit der Straßenverkehrsbehörde zu planen, an welchen Punkten Änderungen nötig seien. Dass sich viele Straßenverkehrsteilnehmer nicht an die Geschwindigkeit halten, könne auch nicht als Grund genommen werden, Vorfahrtstraßen zu schaffen. Man könne nicht pauschal bestimmen, dass bei allen regulären Stadtbus-Strecken die Vorfahrt geändert werden muss. Das sei nicht Sinn der Sache, schloss sich auch Kollege Rüdiger Bergmann an. Es sollte abgewogen werden, in welchen Bereichen eine Änderung sinnvoll und nötig sei, und wo nicht.

Antragssteller Roger Pfalz (CDU) sprach sich gegen die für ihn unsinnige Rechts-vor-links-Regelung aus. Nicht die neue Vorfahrt bremse den Verkehr, sondern parkende Autos und andere natürliche Hindernisse der Straßen.

Diese seien ausreichend, um einer Geschwindigkeitsüberschreitung auf den gewünschten Vorfahrtsstraßen entgegenzuwirken. Die Rechts-vor-linksRegel sei hingegen unzumutbar für den Verkehr. In Wehrda gebe es etwa zehn Ecken, an denen die Rechts-vor-links-Situation den sicheren Busverkehr enorm erschweren würde, berichtete der Busfahrer Eddy Metz. Bei einer Vollbremsung eines voll beladenen Busses, selbst bei Tempo 30, sei die Sicherheit der Fahrgäste kaum zu gewährleisten. Er warnte zudem vor dem nahenden Winter und damit einher gehenden Schneefällen, welche die Situation weiter verschlimmern würden.

„Wir müssen jetzt etwas unternehmen“, schloss sich Ortsvorsteher Vaupel an. Die momentane Situation sei nicht hinnehmbar, wenigstens an den Haltestellen müssten Alternativen gefunden werden. Der Antrag der CDU wurde mit einer knappen Mehrheit angenommen.

von Ina Tannert

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