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Neue Bezirke für die Berufsschulen

Kreispolitik Neue Bezirke für die Berufsschulen

Der Schul- und Kulturausschuss des Kreistages hat einstimmig dafür gestimmt, dass angehende KFZ-Mechatroniker zukünftig nicht mehr die Berufsschule in Biedenkopf besuchen sollen, sondern die in Marburg.

Marburg. Im Gegenzug müssen Konstruktionsmechaniker und Metallbauer ab dem 1. August 2014 von der Universitätsstadt nach Biedenkopf fahren für den Berufsschul-Unterricht.

Konkret abgestimmt wurde über eine Neufassung der Satzung über die Bildung von Schulbezirken für Berufsschulen im Landkreis Marburg-Biedenkopf sowie die Ergänzung der Vereinbarung mit der Stadt Marburg betreffend der Ausbildungskonzentration für die beiden Berufsgruppen. Erster Beigeordneter Dr. Karsten McGovern (Grüne) räumte in der Sitzung ein, dass die entsprechenden Innungen nachdrücklich gegen diese Empfehlung der Schulkommission protestiert hätten. Und man müsse die Bedenken ernst nehmen, betonte er.

Es sei sicher zu befürchten, dass einige Betriebe wegen des langen Wegs zur Adolf-Reichwein-Schule in Marburg für einen potentiellen Auszubildenden nicht mehr so attraktiv seien. „Das kann dann dazu führen, dass es knifflig wird.“ Die KFZ-Innung Biedenkopf hatte Befürchtungen geäußert, dass Hinterländer Betriebe Nachwuchsprobleme bekommen könnten und auf der anderen Seite angehende Metallbauer nicht nach Biedenkopf wollten, sondern sich eher nach Gießen orientieren würden.

Andererseits, so McGovern, gebe es entscheidende übergeordnete Interessen. Die beruflichen Schulen würden durch die Konzentration der Ausbildung gestärkt. Das bestätigte Bernhard Dreude, leitender Direktor beim Schulamt Marburg-Biedenkopf. Wie McGovern verwies er auf sinkende Schülerzahlen bei gleichzeitig zunehmender Spezialisierung der Ausbildung. 15 Auszubildende in aufsteigenden Fachklassen bedürfe es mindestens. Davon hinge auch die zugewiesene Lehrerzahl ab. Reiche die Zahl im ersten Lehrjahr in Biedenkopf derzeit noch knapp, werde sie in den nächsten Jahrgängen nicht erreicht, so Drude. Die Folge sei jahrgangsübergreifender Unterricht.

Drude: Beschulung vor Ort nur beschränkt möglich

Das Handwerk sei von den sinkenden Zahlen stärker betroffen, als Industriebetriebe. „Die Entwicklung wird weitergehen“, sagte Drude weitere Zusammenlegungen voraus. „Die Beschulung vor Ort wird in Zukunft, auch wenn dies wünschenswert wäre, nicht mehr überall möglich sein.“ Ansonsten bestünde die Gefahr, dass einzelne Berufsfelder ganz aus unserer Region verschwinden könnten. Das wichtigste sei die Qualität, „Jugendliche müssen die beste Ausbildung bekommen“, und das sei nur durch die Zusammenlegungen zu erreichen.

McGovern räumte einen Kritikpunkt der KFZ-Innung Biedenkopf durchaus ein. Diese hatte zur Motivation angeführt, dass der Kreis nicht in eine neue Werkstatt in Biedenkopf investieren wolle. „Eine neue Werkstatt ist durchaus möglich, aber das würde Geld kosten“, so der erste Beigeordnete. McGovern gestand auch ein, dass noch minderjährige Auszubildende auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen seien, und deren Zeiten seien sicher nicht optimal. Würden sie wegen der Zusammenlegungen allerdings besser genutzt, könne sich dies positiv auswirken.

Endgültig entscheidet der Kreistag am 16. Mai, die Stadtverordnetenversammlung in Marburg hat die Vereinbarung mit dem Landkreis am selben Tag auf der Tagesordnung.

Einstimmig fiel im Schulausschuss die Entscheidung zur Änderung der Satzung der Bezirke für Grundschulen im Kreis. Wie McGovern erläuterte, führe deren Vergrößerung in vielen Fällen zu mehr Wahlmöglichkeiten.

Der neue Verbund heißt „Hinterlandschule

Zuletzt beschlossen die Ausschussmitglieder bei zwei Enthaltungen, dass die Verbundschule der Stadtschule Biedenkopf, der Mittelpunktschule Breidenbach und der Mittelpunktschule Steffenberg zukünftig „Hinterlandschule“ heißen wird, was laut McGovern der Wunsch der Schulgemeinde ist.

Die Grundschule in Bürgeln soll in Grundschule Bürgeln-Betziesdorf umbenannt werden.

von Heiko Krause

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