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Neue Ausbildungsstätte für Religionslehrer

Kirche Neue Ausbildungsstätte für Religionslehrer

Die beiden evangelischen Landeskirchen in Hessen haben am Samstag ihr gemeinsames Religionspädagogisches Institut (RPI) in Marburg offiziell eröffnet.

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Gäste aus Kirche und Politik kamen am Samstag zur feierlichen Eröffnung des religionspädagogischen Instituts.Foto: Melchior Bonacker

Marburg. Die Gründung sei das Ergebnis „vieler Überlegungen und Gespräche“, sagte der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Dr. Martin Hein. Das Institut in der Bultmann-Straße ist unter anderem zuständig für die Weiterbildung von Religionslehrern, die Ausbildung von Vikaren sowie für den Konfirmationsunterricht.

Religion zu lehren könne heutzutage bedeuten, dass Analogien gefunden werden zu dem, „was unseren Glauben ausmacht und was uns wichtig ist“, sagte Hein. „Das braucht Wissen und sicher auch pädagogisches Geschick.“

Mit der Eröffnung des gemeinsamen Instituts werde die religionspädagogische Arbeit gestärkt, sagte der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Volker Jung. Das sei wichtig, da „in einer zunehmend pluralistischen Gesellschaft die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Weltanschauungen und Religionen immer wichtiger“ werde.

Er verwies auch auf die gemeinsame Tradition beider Konfessionen und erklärte, Religion sei immer ein Weg für Freiheitsgewinn und Emanzipation gewesen.

Deshalb solle Religion auch nicht nur im privaten Rahmen praktiziert werden, sondern gehöre unvermeidbar in den öffentlichen Raum. Dies meine jedoch nicht nur die christliche, sondern auch andere Religionen - denn Toleranz bedeute Akzeptanz bei bleibender Verschiedenheit.

Minister: Kirchen gestalten Veränderungen aktiv mit

Der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) wies auf die Bedeutung des Instituts für die Zukunftsfähigkeit des Religionsunterrichts hin. „In Zeiten des gesellschaftlichen Wandels ist es auch ein wichtiges Zeichen, wenn die Kirchen Veränderungen aktiv mitgestalten.“ Es sei eine spannende Aufgabe, die Praxis des konfessionellen Religionsunterrichts weiterzuentwickeln.

Lorz betonte, dass bekenntnisorientierter Religionsunterricht an Schulen eine Tradition sei, dessen Pflege die Aufgabe des Landes sei. Allerdings sei es auch wichtig, Kindern und Jugendlichen Verständnis für andere Weltanschauungen näher zu bringen. Dies sei Aufgabe des Religionsunterrichts, weshalb dieser aus der Bildungstradition nicht wegzudenken sei.

Die beiden Landeskirchen haben ihre religionspädagogischen Institute bereits zum 1.Januar dieses Jahres zusammengelegt. Neben der Zentrale in Marburg bestehen weitere acht Außenstandorte in Hessen und Rheinland-Pfalz. Nach dem feierlichen Gottesdienst hielt Kirchenpräsident Jung eine Predigt. Diese rankte sich um die berühmte Bergpredigt Jesu, vor allem jedoch deren erste Zeilen. Jesus habe sich dort als Lehrer verstanden, so Jung, dessen Lehren Verfremdungen der menschlichen Probleme seien. Jung verwies aber auch auf die aktuellen Probleme und Sorgen, die die Menschheit beschäftigen, wie zum Beispiel die Flüchtlingskrise.

Es sei nicht schlecht, sich zu sorgen, denn Sorge sei ein Beweis für Empathie. In den Fürbitten der RPI-Direktorin Dr. Gudrun Neebe wurde auch dieses Thema wieder aufgegriffen. Sie bat um Kraft und Zuversicht für Flüchtlinge, sowie für jene, die den Notleidenden Hilfe gewähren. Aber auch Arbeitsumgang und Gemeinschaftlichkeit am neu gegründeten Institut fanden Platz in den Bitten, die Neebe aussprach.

Zum Abschluss der Feierlichkeiten trug Jessica Haag vom Laubach-Kolleg einen Poetry-Slam-Text zum Thema Weltfrieden vor - mehrere andere Musikgruppen und Solisten traten während der Feier ebenfalls auf. (epd)

von Melchior Bonacker und unserer Agentur

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