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Neue Anlaufstelle für kranke Kinder

Kassenärztliche Vereinigung Neue Anlaufstelle für kranke Kinder

Seit Mittwoch betreibt die Kassenärztliche Vereinigung einen kinderärztlichen Bereitschaftsdienst in den Räumen des UKGM auf den Lahnbergen.

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Der neue Kinderärztliche Bereitschaftsdienst auf den Lahnbergen wurde am Mittwoch eröffnet.

Quelle: Philipp Lauer

Marburg. Der notärztliche Bereitschaftsdienst für Kinder befindet sich am Universitätsklinikum in der Baldingerstraße. Geöffnet hat er mittwochs von 16 Uhr bis 20 Uhr und samstags, sonntags sowie an Brücken- und Feiertagen von 9 Uhr bis 18 Uhr.

Ein vergleichbares Angebot gebe es bislang im Landkreis Marburg-Biedenkopf nicht, sagt Anna Roth von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KV). Bislang hatten sich lediglich ­einige Kinderärzte zusammengeschlossen, um auf private Initiative eine Art Notdienst für wenige Stunden am Wochenende zu organisieren.

Die rund 410 niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte in Hessen hatten das Thema „Notdienst“ in den vergangenen 30 Jahren unterschiedlich geregelt. Ansonsten gab es bisher keine kinderärztliche Versorgung am Wochenende. Einen „weißen Fleck“ auf der Versorgungslandkarte nennt dies Roth.

Renz: Ein weiterer Baustein im Angebot

Die Vertreterversammlung der KV beschloss nun, zehn kinderärztliche Bereitschaftsdienst-Zentren einzurichten. Das in Marburg ist nach Gießen landesweit das zweite. Dr. Fikret Yüzgülen, Kinderarzt in Stadtallendorf, der maßgeblich an der Einrichtung des Zentrums beteiligt war, hofft, dass sich Eltern mit ihren Kindern schnell an die neue Situation gewöhnen werden und zählt die Vorteile auf, die sich die KV von der neuen Zentrale erwartet: Hier hat zu den Sprechzeiten immer ein ausgebildeter Kinderarzt Dienst, der eine ­Diagnose stellen kann.

Die Diensteinteilung übernimmt die KV, wobei nicht nur niedergelassene Kinderärzte, sondern auch Kinderärzte, die am UKGM beschäftigt sind, sich zur Mitarbeit bereiterklärt haben. Stellt sich heraus, dass der kleine Patient einer klinischen Behandlung bedarf, sei die Kinderklinik fußläufig bequem zu erreichen.

Ist eine intensivmedizinische Behandlung notwendig, ist schon eine Tür weiter der ­Behandlungsraum der Zentralen Notaufnahme des UKGM – wenn nicht, können die Eltern mit einer fundierten Diagnose­ und einer darauf fußenden ärztlichen Anordnung mit ihren Kindern wieder nach Hause.

Professor Harald Renz, ärztlicher Direktor des UKGM, ergänzt, dass das Krankenhaus nicht nur die Räume an die KV vermietet habe, sondern auch die Infrastruktur eines Krankenhauses unkompliziert zur Verfügung stelle – etwa wenn Röntgen oder MRT notwendig sind oder eine Blutuntersuchung ­gemacht werden muss. Renz erhofft sich von der neuen Einrichtung auch eine Entlastung der Zentralen Notaufnahme des UKGM.

„Die Einrichtung des kinderärztlichen Bereitschaftsdiensts ist ein weiterer Baustein beim Ausbau unseres pädiatrischen Angebots“, sagt Renz. In diesem Jahr hatte das UKGM den Kinderchirurgen Professor Guido Seitz und die Kindernephrologin Professorin Stephanie Weber nach Marburg berufen.

von Till Conrad

 Dr. Andreas Jerrentrup (von links), Anna Roth, Jens Groos (beide Kassenärztliche Vereinigung/KV), Adina Ende (UKGM), Kinderarzt Dr. Fikret Yüzgülen, Professor Harald Renz (UKGM und Björn Hambach (KV) freuen sich über die Eröffnung des neuen kinderärztlichen Bereitschaftsdienstes auf den Lahnbergen. Foto: Philipp Lauer
 
 
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