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Neue Angebote sorgen für BiP-Boom

Einrichtung Neue Angebote sorgen für BiP-Boom

Gesundheit, Gesetze, Gefahren: Immer mehr Hilfesuchende wenden sich an Experten im Beratungszentrum mit integriertem Pflegestützpunkt (BiP) am Rudolphsplatz. Jetzt wird das Angebot massiv ausgebaut.

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Die Beratungsleistung im BiP am Rudolphsplatz wird ab sofort durch Angebote von Vereinen erhöht. Archivfoto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Ab sofort dient das BiP als Anlaufstelle für Marburger, die Rat etwa bei Krebsdiagnosen, Augenkrankheiten, Demenz oder Wohnungsproblemen suchen. „Als Kommune fehlt uns für solche Themen die Kompetenz, wir können für die Bürger so einen Service gar nicht leisten“, sagt Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). Daher übernehmen diese Aufgabe spezialisierte Vereine und Initiativen, sie bieten nun regel-mäßige Sprechstunden an.

„Wir wollen so viel Wissen wie möglich unter einem Dach zusammenbringen, das Zentrum nutzen, um verschiedene Themen zu transportieren“, sagt Petra Engel, Chefin der Altenplanung. Die in der Einrichtung freiwillig arbeitenden Ratgeber haben sich das Ziel gesetzt, alle Marburger in schwierigen Lebensphasen zu unterstützen. „Die Idee ist: Hilfe von Betroffenen für Betroffene“, sagt Engel. „Wenn jemand plötzlich merkt, dass er immer schlechter sieht, eine Augenkrankheit den Alltag erschwert, versuchen wir zu helfen“, schildert Isabella Brawata von der Initiative „Blickpunkt Auge“. Während der wöchentlichen Sprechstunde (wöchentlich dienstags, 14 bis 16 Uhr) können sich Betroffene über rechtliche Fragen, Blindengeld, Behindertenausweis oder Mobilität erkundigen.

Für Krebspatienten und deren Angehörige wird der Verein „Leben mit Krebs“ jeden dritten Donnerstag im Monat (16 bis 18 Uhr) im BiP sein. „Es geht uns zum Beispiel um neue Behandlungen, um Sport, Entspannung oder Begleitung bei Chemotherapien“, sagt Anita Berg.

Ein Büro zu eröffnen, die Miete zu bezahlen, sei einem ein paar Dutzend Mitglieder zählenden Verein nicht möglich, erläutert sie. Daher stellt die Stadt „Leben mit Krebs“ und den anderen Helfern die Räume für die Sprechstunden zur Verfügung. „Jetzt sind wir in der Stadt für jeden erreichbar“, sagt Berg.

Das gilt künftig auch für den „Arbeitskreis Gemeinschaftlich Wohnen“. Dessen Vertreter wollen Modelle vorstellen, wie etwa Junge und Alte, Behinderte und Nicht-Behinderte in einem Haus zusammenleben können. „In Lahntal, Cölbe und Ockershausen gibt es solche Gemeinschaften, aber leider bleiben solche Dinge in der Nische“, sagt Peter Hauswald. Dabei wohnen in vielen großen Häusern der Region „nur noch ein, zwei Leute. Daraus könnte man WGs machen, wovon viele profitieren können“, sagt er. Infos zu dem Thema gibt es jeden ersten Donnerstag im Monat von 16 bis 18 Uhr. Der Verein Förderung zur Inklusion behinderter Menschen (FIB) wird ebenfalls Sprechstunden anbieten (jeden Montag, 9 bis 12 Uhr). „Für Behinderte ist in Marburg etwa die Wohnungsnot ein sehr großes Problem. Denn wenn Barrierefreiheit überhaupt gewährleistet ist, ist sie für viele schwer bezahlbar“, sagt Naxina Wienstroer, FIB-Vorstandsmitglied. Sie und ihre Kollegen wollen mit dem Angebot „Wohnungsbörse“ Interessenten von der Kontaktaufnahme zu Vermietern bis zur Unterzeichnung des Mietvertrags begleiten.

Wie vor einigen Monaten beschlossen, wird auch der Seniorenbeirat mit einem offenen Gesprächsangebot ins BiP ziehen. Jeden dritten Donnerstag von 14.30 bis 16 Uhr sollen Ältere zum Plausch mit Gremiumsvertretern kommen können, „ihre Probleme schildern, einfach über etwas sprechen, was sie bedrückt“, sagt Karl Hans Schumacher. Er wirbt zudem für die Epilepsie-Selbsthilfe, die in den nächsten Monaten ebenfalls eine regelmäßige Sprechstunde im BiP aufbauen will. Die Marburger Allianz für Menschen mit Demenz ist indes jeden Montag von 13 bis 15 Uhr im BiP erreichbar. Auch die kommunale Freiwilligenagentur steigt in das erweiterte Sprechstunden-Angebot ein. Alle zwei Wochen (donnerstags, 16 bis 18 Uhr) sollen kleine Vereine im Vereinsrecht geschult werden.

Doch lohnt sich der Beratungs-Ausbau überhaupt, wie ist die Resonanz auf das bisherige BiP-Angebot? Besucherzahlen gibt es nicht, sagt Petra Engel. „Es gibt aber sichtbar mehr Laufkundschaft im BiP. Die Bekanntheit der beratenden Initiativen und das Wissen, dass das BiP ein offenes Haus ist, wächst.“

von Björn Wisker

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