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Neubau von Heizwerk verzögert sich

Uni-Fernheizwerk Neubau von Heizwerk verzögert sich

Der Zeitplan für die Erneuerung des Uni-Heizkraftwerks verzögert sich: Nun soll das Projekt erst im Sommer dieses Jahres mit der EU-weiten Ausschreibung beginnen.

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Das Fernheizkraftwerk auf den Lahnbergen soll erneuert werden. Allerdings verzögert sich der Baubeginn. 

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Das aus dem Jahr 1972 stammende Fernheizwerk der Uni auf den Lahnbergen ist veraltet und soll nach jahrelangen Diskussionen im Vorfeld durch einen umweltfreundlicheren Neubau ersetzt werden. Das Konzept dafür hatte Uni-Kanzler Dr. Friedhelm Nonne in der Senatssitzung im Juni vergangenen Jahres vorgestellt. Demnach soll ein mit Biomasse oder Erdgas betriebenes Heizwerk das bisher mit Heizöl betriebene Heizwerk ersetzen.

Doch die Umsetzung des Grundsatzbeschlusses hat sich jetzt verzögert: Eigentlich sah der Zeitplan vor, dass bereits ab Oktober 2012 in einem EU-weiten Wettbewerb ein Betreiber für den Betrieb der Grundlast gesucht werden soll. Die Auftragsvergabe sollte im Sommer dieses Jahres erfolgen. Doch bisher ist noch gar nichts passiert.

Kohlendioxid-Ausstoß soll verringert werden

Auf Anfrage der OP teilte Ellen Thun von der Uni-Pressestelle mit, dass die EU-weite Ausschreibung erst im Sommer dieses Jahres erfolgen soll. Derzeit sei noch nicht klar, wer die Ausschreibung betreuen soll. Da sich die Unternehmen, die die EU-weite Ausschreibung zur Modernisierung des Fernheizwerks betreuen sollten, entschieden hätten, am Wettbewerb um die Modernisierung teilzunehmen, suche die Universität derzeit ein Ersatzunternehmen, so Thun.

Das bedeutet, dass das Projekt sich mindestens um ein halbes Jahr verzögert. Genauere Auskünfte auf Fragen der OP zu den Gründen der Verzögerung gab es nicht vonseiten der Uni-Verwaltung.

Nicht sehr begeistert zeigte sich Professor Siegfried Bien, Sprecher der größten Professoren-Senatsliste „Unabhängige Hochschullehrer“ und CO2-Beauftragter der Marburger Universität, von der Verzögerung. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir in dieser Angelegenheit schon weiter wären“, sagte Bien auf Befragen der OP. Dass die neue Heiz-Technologie möglichst schnell auf den Weg kommt, ist ihm ein wichtiges Anliegen.

Denn sie wäre erstens weitaus umweltfreundlicher und könnte zweitens vor allem den Ausstoß von Kohlendioxid von bisher 15000 Tonnen pro Jahr auf 3000 Tonnen jährlich reduzieren. Für Bien wäre es auch ein wichtiges Zeichen, wenn das neue Heizwerk mit einer vorwiegend aus Holzhackschnitzeln bestehenden Biomasse betrieben werden könnte.

Bei der Senatssitzung im Juni vergangenen Jahres hatte Dr. Eckhard Diehl, Technischer Leiter der Universität, vorgerechnet, dass für einen Betrieb des umgestalteten Heizwerks rund 8000 Tonnen Holz pro Jahr benötigt würden.

Die bisher bestehende Anlage sei weder ökonomisch noch ökologisch optimiert, hieß es damals in einem Papier der Uni-Verwaltung. Vertreter aller Senatslisten hatten damals betont, dass eine Rundum-Erneuerung des Uni-Heizwerks so schnell wie möglich erfolgen solle.

Die Umrüstung der Heizanlage erfordert laut Diehl eine Investition von rund acht Millionen Euro. Die Verantwortlichen der Uni-Verwaltung versprechen sich durch die neue Anlage eine Reduzierung der Heizkosten der Universität auf den Lahnbergen in Millionenhöhe.

Der bisherige Zeitplan der Uni-Verwaltung sah vor, dass die Umstellung auf die neue Technik mit dem Beginn der Heizperiode 2014/2015 starten sollte. Ob dieser Zeitplan bestehen bleibt, das ist derzeit noch nicht gesichert.

von Manfred Hitzeroth

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