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Neubau dockt an Magazingebäude an

Herder-Institut Neubau dockt an Magazingebäude an

Gestern fand das Richtfest für den Erweiterungsbau des Herder-Institutes statt, der ein Investitionsvolumen von 5,2 Millionen Euro hat.

Dr. Günter Winands (von links), Professor Peter Haslinger, Dr. Rolf Bernhardt, Dr. Jürgen Warmbrunner und Dr. Franz Kahle freuen sich über das Richtfest für den Anbau an das Herder-Institut (großes Foto). Den Richtspruch hielt Claus-Peter Stork. Fotos: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Auf dem Schlossberg wird seit einigen Monaten gebaut. In dieser Zeit konnte man vom Marburger Lahntal aus die Kranbewegungen für die Bauarbeiten am Gisonenweg mitverfolgen. Schon Mitte August vergangenen Jahres hatten die Bauarbeiten für den Erweiterungsbau des Herder-Institutes begonnen. Die Tiefbauarbeiten waren im Oktober 2013 abgeschlossen, dann startete der Rohbau. Errichtet wird ein sechsgeschossiger Erweiterungsbau, der an das aus den 70er Jahren stammende Magazin- und Sammlungsgebäude andockt.

Seit dem Spätsommer 2013 sorgten die Bauarbeiten für nicht unerhebliche Belastungen der Mitarbeiter des Herder-Institutes, in dem die Ostmitteleuropaforschung betrieben wird. Im Intranet des Herder-Institutes war ein Blog eingerichtet, in dem die Mitarbeiter jeweils über den aktuellsten Stand des Baugeschehens informiert waren.

Rund 100 Mitarbeiter

Das Institut für Ostmitteleuropaforschung mit insgesamt rund 100 Mitarbeitern - darunter 43 Vollzeit-Mitarbeitern - soll auch nach der Verlagerung der universitären Osteuropaforschung von Marburg nach Gießen vor einigen Jahren weiter am Standort Marburg verbleiben. Das hatte Direktor Professor Peter Haslinger der OP vor zwei Jahren nach der erfolgreichen Begutachtung durch den Wissenschaftsrat erläutert. Haslinger, der aufgrund seiner Direktoren-Funktion auch Professor an der Uni Gießen ist, sieht das Herder-Institut als eine Art wissenschaftliches Bindeglied zwischen Marburg und Gießen. Zudem habe sich bei Tagungen und aus Sicht der im Institut forschenden Stipendiaten die herausgehobene Lage des Institutes über den Dächern Marburgs in unmittelbarer Nähe des Landgrafenschlosses als großer Pluspunkt erwiesen.

So werde das Institut auch als „kleines Paradies“ bezeichnet. Um die stetig wachsenden Sammlungsbestände adäquat lagern zu können, wird allerdings der Neubau als ein zusätzliches Gebäude benötigt.

In diesem Neubau soll künftig die Hälfte der Bestände der einzigartigen Karten- und Büchersammlung des Forschungsinstituts gelagert werden, die zwischenzeitlich an andere Standorte ausgelagert war. Zudem sollen weitere Büroräume für Mitarbeiter entstehen. In einem Jahr sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, erläuterte Direktor Haslinger. Sowohl der Zeitplan als auch der Kostenrahmen würden bisher eingehalten.

Führend in Ostmitteleuropa-Forschung

Der Erweiterungsbau kostet 5,2 Millionen Euro. Davon tragen der Bund und das Land Hessen jeweils die Hälfte. „Das Herder-Institut ist führend in der Ostmitteleuropa-Forschung in Deutschland und hat einen weit über Deutschland hinausreichenden guten Ruf“, sagte Ministerialdirigent Dr. Günter Winands, Stellvertreter der Bundeskulturbeauftragten. Der Neubau schaffe die Voraussetzungen dafür, das besondere Profil des Instituts weiter zu entwickeln. „Wir können sicher sein, dass das Geld gut angelegt ist“, sagte Ministerialdirigent Dr. Rolf Bernhardt vom Wissenschaftsministerium in Wiesbaden.

Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) bezeichnete die Entscheidung des Herder-Instituts, den Standort Marburg weiter auszubauen, als richtig. So werde die Geschichte der Osteuropaforschung in Marburg aufrechterhalten - auch nach dem Wegfall der Osteuropaforschung an der Uni Marburg und der Verlagerung nach Gießen 2007.

Kahle lobte, dass das Herder-Institut an der Planung für den Neubau festgehalten habe, auch wenn die ersten Entwürfe auch wegen des Technik-Aufbaus nicht ganz gelungen gewesen seien. Sowohl der Denkmal- als auch der Gestaltungsbeirat der Stadt Marburg waren in die Diskussionen um die Gestaltung des neuen Gebäudes einbezogen.

von Manfred Hitzeroth

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