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Narren verwalten das Vermögen der Stadt

Karnevalisten in Marburg Narren verwalten das Vermögen der Stadt

Die Narren haben das Rathaus gestürmt, und das Prinzenpaar Prinz Thomas III. und Prinzessin Silvia I. hat seit Samstag die Herrschaft über Marburg inne. Fünf Wochen regieren nun die Karnevalisten die Stadt.

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Das Prinzenpaar formulierte am Samstag seine Forderungen. Kurz danach wurde das Rathaus erstürmt.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Am Samstag um 14 Uhr haben sich Oberbürgermeister Egon Vaupel, Bürgermeister Dr. Franz Kahle, Stadträtin Kerstin Weinbach und einige Mitglieder des Magistrates im Rathaus auf den Ansturm der Karnevalisten vorbereitet.

Elf Minuten später schallte die Marschmusik des Fanfarenzugs Hansa durch die Oberstadt. Angeführt von Friedel Reinhardt, dem Präsidenten des Festausschusses Marburger Karneval (FMK), und dem Prinzenpaar versammelten sich der Hofstaat und die Garden vor dem Rathaus und brachten die Konfettikanone in Position.

„Bei der Truppe können wir nicht mal lachen – höchstens kichern“, begrüßte Vaupel die rund 100 Karnevalisten starke Belagerungsmannschaft gut gelaunt.
Unter Schüssen der Konfettikanone und den Blicken vieler Neugieriger auf dem Marktplatz verkündeten der Prinz und der Präsident ihre elf Forderungen für ihre fünfwöchige Herrschaft.

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Auch verweigerte das Stadtoberhaupt zunächst Freifahrten auf dem Solarboot für alle aktiven Karnevalisten und wollte „nur die Wasserdichten“ fahren lassen. Weinbach gefiel die Idee eines neuen Prüfungspflichtfachs „Aktiv im Marburger Karneval“, den „vorschulischen Fastnachtunterricht für alle 3- bis 6-Jährigen wollte sie nicht übernehmen. „Ich habe genug zu tun mit dem Einzelunterricht des Unter-Dreijährigen.“

Der Verlängerung der angedachten Seilbahn, damit der Rosenmontagsumzug künftig schwebend stattfinden könne, wollte Kahle nur zustimmen, wenn diese zur Energieschonung durch die närrischen Marburger mit einer Kurbel angetrieben werde.

Als die „Frauen und Kinder zuerst“ unter lauten Rufen und mit Konfettischüssen begleitet, das Rathaus erstürmten, konnte die bisherige Stadtführung sich nicht mehr lange widersetzen und übergab dem Prinzenpaar vor den tanzenden und singenden Garden den goldenen Rathausschlüssel.

Im Büro des Oberbürgermeisters unterschrieben beide Parteien dann die Proklamationen der Faschingsfreunde.

von Patricia Kutsch

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