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Narren haben schon wieder die Macht

Rathauserstürmung Narren haben schon wieder die Macht

Die Narren haben die Macht im Marburger Rathaus übernommen. OB Dr. Thomas Spies (SPD) kapitulierte vor dem närrischen Ansturm trotz der anfänglichen Unterstützung durch die Weidenhäuser Bürgergarde.

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Karnevalsprinz Rene I. (rechts) übernahm nun die närrische Macht im Marburger Rathaus. Als symbolischer Akt übergibt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies einen Schlüssel.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Erst seit Anfang November vergangenen Jahres ist der langjährige Landtagsabgeordnete Dr. Thomas Spies Oberbürgermeister im Marburger Rathaus - und jetzt hat er die Macht schon wieder verloren. Die neuen Herrscher sind Prinzessin Birgit I. und Prinz René I., die am Samstag zusammen mit ihrem Hofstaat und ihren „Hilfstruppen“ das Rathaus erstürmten und dort gleich am Schreibtisch des Rathauschefs Platz nahmen.

Die Narren haben die Macht im Marburger Rathaus übernommen. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) kapitulierte vor dem närrischen Ansturm trotz der anfänglichen Unterstützung durch die Weidenhäuser Bürgergarde.

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Aber allzu ernst ist dieses närrische Ritual glücklicherweise auch nicht zu nehmen. Und ganz so viele Narren wie in manchen anderen Jahren hatten dieses Mal auch nicht vor dem Marburger Rathaus Aufstellung genommen.

Gegen 11.11 Uhr war es soweit: Das Prinzenpaar, der Festausschuss Marburger Karneval, das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Marburg und zwei Tanzgarden rückten an. Aus sicherer Höhe beschauten sich die drei Hauptamtlichen aus dem Magistrat - Dr. Thomas Spies, Dr. Franz Kahle und Dr. Kerstin Weinbach - die Ankömmlinge. Wie jedes Jahr hatten diese elf Forderungen - in närrische Paragraphen verkleidet - mit dabei, auf die die hohen Politiker mal mehr, mal weniger schlagfertige Antworten vorbereitet hatten.

So forderten die organisierten Narren, einen kostenlosen Park- & Ride-­Shuttle für die Besucher der neuen Stadthalle, einen speziellen Fonds zur finanziellen Unterstützung der Kinder- und Jugendarbeit in den Fastnachtsvereinen unter dem Motto „Lasst das Handy sein, kommt in den Verein“.

Eine „prinzliche grüne Welle“, eine Fahrzeughalle für den Bau des Rosenmontagswagens und eine vom Oberbürgermeister gesponserte Karnevals-Party im Sommer unter dem Motto „Red Nose Day“: Das waren weitere Anregungen aus Narrenmund.

Bürgermeister Kahle, Karnevals-Dezernentin Weinbach und Neu-OB Spies ließen sich jedoch nicht aus der Reserve locken und blieben bei ihren Antworten nach guter Politiker-Tradition im Ungefähren. Als dann auch noch die Weidenhäuser Bürgergarde, die OB Spies zur Verteidigung des Rathauses mit angeheuert hatte, zum „Feind“ überlief“, war kein Halten mehr. Der Rathauschef hisste die weiße Fahne und ließ sich von zwei Gardemädchen nach draußen führen. Unter lautem Hallo enterte die Marburger Karnevalsschar dann das Rathaus und hatte bei der traditionsgemäßen Feier in den „heiligen Hallen“ am Markt noch viel Spaß.

von Manfred Hitzeroth

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