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Erneut Blindgänger im Wald oberhalb des Ortensbergs

Nächster Bombenfund in Marburg

Einen Monat nach dem ersten Fliegerbombenfund auf den Marburger Lahnbergen hat der Kampfmittelräumdienst des Regierungspräsidiums Darmstadt bei geplanten Untersuchungen im Waldstück östlich von Haus Tabor erneut einen 50-Kilo-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg geortet. Das teilte die Stadt Marburg am Dienstagnachmittag mit.
Bereits am Dienstagmittag haben Mitarbeiter der Stadt Marburg begonnen, Sandsäcke zu befüllen. Diese sollen als Mauer Sicherheit geben, während die gefundene Fliegerbombe im Wald oberhalb des Ortensbergs entschärft wird.

Bereits am Dienstagmittag haben Mitarbeiter der Stadt Marburg begonnen, Sandsäcke zu befüllen. Diese sollen als Mauer Sicherheit geben, während die erneut gefundene Fliegerbombe im Wald oberhalb des Ortensbergs entschärft wird.

© Tobias Hirsch

Marburg. Der genaue Zeitpunkt der Entschärfung werde im Laufe des Mittwochs feststehen, informiert die Stadtverwaltung. Derzeit gehen Stadt und Kampfmittelexperten von Donnerstag aus.

Anders als Ende August liegt die Bombe diesmal zwar 1,20 Meter tief im Boden, der Zünder ist jedoch gut zugänglich. Die Bombe kann nach Angaben des Kampfmittelräumdienstes durch den Ausbau des Zünders entschärft werden. Eine kontrollierte Sprengung wie Ende August ist somit nicht notwendig. Auf eine Evakuierung der Anlieger mit Räumung der Häuser wird deshalb nach derzeitigem Stand der Planungen verzichtet, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt Marburg.

Allerdings sei es zwingend erforderlich, dass sich die Bewohner im Gefahrenbereich von 250 Metern um den Fundort während der Entschärfung in den Gebäuden aufhalten, da Trümmerteile niedergehen könnten. Es sei zudem darauf zu achten, dass auch Haustiere während dieser Zeit nicht im Freien bleiben. Weiterhin empfiehlt die Stadt, keine Fahrzeuge im Gefahrenbereich abzustellen, sofern nicht ein Carport oder eine Garage zur Verfügung stehen.

Im 250-Meter-Sicherheitsradius liegen folgende Straßen:

  • Dürerstraße ab Hans-Sachs-Straße aufwärts
  • An der Schäferbuche
  • Lenaustraße 18, 20, 39 bis 43
  • Kindergarten Haus Tabor und Spielplatz (Im Gefälle 46), die Straße „Im Gefälle“ liegt ansonsten nicht im Gefahrenbereich

Stadtverwaltung richtet Bürgertelefon ein

Die betroffene Bevölkerung wird laut Stadtverwaltung am Mittwoch über das Vorgehen und den genauen Zeitplan informiert. Das Ende der Entschärfung werde über Lautsprecherdurchsagen bekanntgegeben. Für alle Anliegen im Zusammenhang mit der Entschärfung der Fliegerbombe hat die Stadt Marburg unter 06421/201-9900 ein Bürgertelefon eingerichtet. Damit während der Entschärfung außenstehende Bürger das Gefahrengebiet nicht betreten, werden an den genannten Straßen Sperren errichtet.

Diese Straßensperrungen gelten für jeglichen Fahrverkehr, einschließlich der Busse, sowie für Fußgänger. Für die Sperrung und die Kontrolle des Gefahrenbereichs werden uniformierte Einsatzkräfte der Polizei und des Ordnungsamtes eingesetzt. Damit die Entschärfung so schnell wie möglich abgeschlossen werden kann, bitten Stadt, Polizei, Hessen Forst und der Kampfmittelräumdienst darum, den Anweisungen zu folgen und die Aktion bestmöglich zu unterstützen.

Es ist derzeit geplant, teilt die Stadt weiter mit, rund um den Blindgänger einen drei Meter hohen, massiven Wall aus Sandsäcken aufzubauen, der im Falle einer Detonation während der Entschärfung einen großen Teil der Druckwelle abfangen kann. Eine entsprechende Prüfung des Bodens durch einen Erdbauingenieur erfolgte bereits am Dienstagmorgen. Mit dem Befüllen der rund 100 Sandsäcke hat der Dienstleistungsbetrieb der Stadt Marburg am Dienstagmittag begonnen. Der Aufbau der Mauer aus Sandsäcken soll bis Donnerstag abgeschlossen sein, der Zugang des Fundortes durch das Entfernen einiger Bäume gesichert werden.

Schutzmauer aus Sandsäcken macht Evakuierung nicht nötig

"Durch den Bau der Sandschutzmauer als Dämmung kann eine aufwändige Evakuierung vermieden werden, von der auch Kliniken, eine Schule und ein Altenheim betroffen gewesen wären", berichtet Sabine Preisler vom Presseamt der Stadt. Dies werde durch das derzeit geplante Vorgehen verhindert. Der Gefahrenbereich kann laut Kampfmittelräumdienst so im Radius auf 250 Meter begrenzt werden.

Ende August waren bei der kontrollierten Sprengung einer ebenfalls 50 Kilogramm schweren Fliegerbombe 500 Meter Sicherheitsbereich erforderlich.

Der Fundort liegt laut Stadt auf dem Gebiet von Hessen Forst, an der Grenze zu städtischen Flächen oberhalb des Ortenbergs auf den Lahnbergen. Er werde von der Polizei kontrolliert, teilt das Presseamt mit. Hessen Forst lasse derzeit landesweit die Wälder systematisch auf Fliegerbomben der Alliierten untersuchen, um diese Gebiete wieder für die Bewirtschaftung und Naherholung zugänglich zu machen.


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