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Nadine Bernshausen ist neue Präses

Synode Kirchenkreis Marburg Nadine Bernshausen ist neue Präses

Die Wahlen des neuen Kirchenvorstands und die Besetzung der Ausschüsse standen im Mittelpunkt bei der konstituierenden Sitzung der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Marburg.

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Der neue Kirchenkreisvorstand: (vorn von links) Walter Morisset, Präses Nadine Bernshausen, Dekan Burkhard zur Nieden und dessen Stellvertreter Dr. Matti Schindehütte, (Mitte) Alexander Bartsch, Heike Preising, Bernhard Dietrich, Isot Lehmann, Herbert Lemmer und Ulrich Biskamp, hinten Tanja Deuker, Wilfried Wüst, Christiane Hormel, Helmut Giebeler und Martin Linnemann.Foto: Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Niederweimar. Zwar waren diesmal keine schwierigen inhaltlichen Beschlüsse zu fassen, doch da die Geschäftsordnung für den Kirchenkreisvorstand geheime Wahlen vorschreibt, zog sich die konstituierende Sitzung der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Marburg doch über vier Stunden hin. Zumeist wurden nur so viele Kandidaten vorgeschlagen, wie Posten zu vergeben waren. Lediglich, als es um die fünf Laienmitglieder ging, kandidierten sechs Personen.

Mit 96 Ja-Stimmen bei sechs Enthaltungen und einer Gegenstimme wurde die 34-jährige Richterin Nadine Bernshausen aus der Elisabeth-Kirchengemeinde in Marburg zur neuen Präses gewählt. Am Ende der von ihr souverän geleiteten Sitzung erhob sich ein Synodale und sprach ein Lob aus: „Ich glaube, wir haben eine gute Präses gewählt.“

Zwischendurch trug Dekan Burkhard zur Nieden den 105 Synodalen seinen Bericht vor. Die neu Gewählten unter ihnen hatten während der Andacht zu Beginn ihr Gelöbnis abgelegt. Die Gründungsphase des fusionierten Kirchenkreises sei nach zwei Jahren nun abgeschlossen, wobei die alte Synode ein schweres Amt gehabt habe und manches im Dissens erstritten worden sei. Noch immer bestehe die finanzielle Schieflage, wenn sie sich auch verringere, da Maßnahmen wie Stellenreduzierungen und Fusionen von Gemeinden stattfänden. „Auf Dauer können solche Zusammenarbeiten nur gut gehen, wen sie auch inhaltlich gefüllt sind, nicht nur pekuniär bedingt“, gab der Dekan zu bedenken.

In den vergangenen sechs Jahren seien zehn Prozent der Pfarrstellen eingespart worden, obwohl man nur drei Prozent der Mitglieder verloren habe. „Alle Pfarrer müssen mehr trauen, beerdigen und so weiter, die Arbeit hat sich verdichtet, die Versorgungsdichte kann nicht mehr so hoch wie früher sein“, beschrieb er die Lage.

Hunderte Kirchenaustritte - doch Stabilität in der Region

Zu Beginn des Jahres habe den Kirchenkreis ein „Posaunenstoß“ wegen der Baulastmittel im Ebsdorfergrund überrascht. „An Transparenz lassen wir uns von niemand übertreffen“, versprach er weiterhin offenen Umgang mit diesem und anderen Themen. Weiter ging er darauf ein, dass manche Kommunen die Trägerschaft der Kirche von Kindertagesstätten in Frage stellten. „Wir wollen die Kommunen mit entsprechenden Angeboten überzeugen, dass wir die Betreuung preiswürdig anbieten. Wir wollen auf jeden Fall an der Trägerschaft der Kitas festhalten. Wir sind transparent, suchen die Zusammenarbeit und wollen ein starker Anbieter bleiben“, erklärte der Dekan.

In den vergangenen Monaten habe es hunderte von Austritten aus der Kirche gegeben, abgesehen von Fulda sei Marburg der einzige Kirchenkreis, dessen Mitgliederzahl bei nur leichtem Rückgang um ein Prozent stabil sei. „Und wir sind jung, es gibt viele Kinder, das heißt, wir tragen Verantwortung für eine Region, die Zukunft hat“, rief zur Nieden den Synodalen zu. Er wies darauf hin, dass im April 2017 die zentrale Veranstaltung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck anlässlich des Refomationsjubiläums in Marburg stattfinden wird.

Bettina Mohr lud zum Festgottesdienst anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Projektes Straßenkinder in Addis Abeba ein, der am 11. Mai in Niederweimar stattfindet. Diakoniepfarrer Ulrich Kling-Böhm berichtete, dass das Diakonische Werk Biedenkopf-Gladenbach dem Diakonischen Werk Oberhessen beitreten wird.

WAHLEN: Die Wahlergebnisse aus der konstituierenden Sitzung der Synode im Kirchenkreis Marburg:

In den Kirchenkreisvorstand Marburg gewählt wurden drei Theologen und sechs Nichttheologen. Gesetzt war Dekan Burkhard zur Nieden als Vorsitzender. Die neue Präses der Kreissynode, Nadine Bernshausen, gehört dem Vorstand kraft Amtes an.

Weiteres aus der Mitte der Kreissynode gewähltes geistliches Mitglied, gleichzeitig zum Stellvertreter des Dekans gewählt, ist Pfarrer Dr. Matti Schindehütte (Elnhausen).

Drittes geistliches Mitglied ist Pfarrer Ulrich Biskamp (Lutherische Pfarrkirche Marburg).

Zum stellvertretenden Präses wurde Pfarrer Alexander Bartsch (Niederweimar) gewählt.

Die übrigen fünf Laienmitglieder sind Walter Morisset (Paulus-Gemeinde Marburg), Susanne Hofacker (Universitätskirche), Isot Lehmann (Trinitatis-Gemeinde Wehrda), Herbert Lemmer (Ebsdorf) und Helmut Giebeler (Unteres Lahntal, Fronhausen).

Als stellvertretende geistliche Mitglieder wurden gewählt: Pfarrerin Heike Preising (Wittelsberg-Moischt) und Pfarrer Bernhard Dietrich (Elisabethkirche Marburg).

Die stellvertretenden Laienmitglieder sind Christiane Hormel (Unteres Lahntal, Niederwalgern), Martin Linnemann (Lohra), Tanja Deuker (Matthäuskirche Marburg) und Wilfried Wüst (Markuskirche Marburg). Die Amtszeit beträgt sechs Jahre.

von Manfred Schubert

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