Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Nachmittagsangebot attraktiv machen

G8/G9-Serie Nachmittagsangebot attraktiv machen

Wolf-Dieter Stein hatte das „Kombi-Modell G8/G9“ favorisiert. Die Gesamtkonferenz der Lehrkräfte am Philippinum hat sich für ein reines G9 entschieden.

Marburg. OP: Wann stellen Sie auf G9 um?

Wolf-Dieter Stein: Wir stellen zum kommenden Schuljahr (2013/2014) auf G9 um.

OP: Gibt es zu diesem Zeitpunkt auch schon passende Lehrbücher für G 9?

Stein: Wir werden aus unserem Schulbudget einen größeren Posten reservieren, um für die neuen Klassen 5 neue Schulbücher zu kaufen. Allerdings ist die Frage, ob gute G9-Bücher noch oder schon wieder auf dem Markt sind.

OP: Können jetzige Fünft-, Sechst- oder gar Siebtklässler, die nach G8 unterrichtet wurden, im neuen Schuljahr wieder nach G9 unterrichtet werden?

Stein: Die jetzigen Fünft-, Sechst- oder gar Siebtklässler werden im kommenden Schuljahr nicht nach G9 unterrichtet werden können. Dies ist nach Gesetzeslage nicht möglich. Möglich wäre es für die jetzigen Jahrgangsstufen 5 und 6 gewesen, wenn das Philippinum sich für das „Kombi-Modell G8/G9“ entschieden hätte. Ich persönlich hatte dieses Modell favorisiert. Die Gesamtkonferenz der Lehrkräfte hatte sich aber deutlich für ein reines G9 entschieden. An diesen Beschluss bin ich als Schulleiter gebunden.

OP: Wann bieten Sie die zweite Fremdsprache an, zur sechsten oder siebten Klasse?

Stein: Als altsprachliches Gymnasium hat das Gymnasium Philippinum eine spezifische Sprachenfolge: Latein ist 1. Fremdsprache ab Jahrgangsstufe 5, Englisch ist 2. Fremdsprache ebenfalls ab Jahrgangsstufe 5, und in G9 wird die dritte Fremdsprache, Französisch oder Griechisch, ab Jahrgangsstufe 8 angeboten.

OP: Gibt es Erkenntnisse aus G8, die auch bei der Rückkehr zu G9 an Ihrer Schule weiterhin eine Rolle spielen?

Stein: Die Sprachenfolge für G8 (vorgezogene 2. Fremdsprache Englisch in Jahrgangsstufe 5 und die vorgezogene 3. Fremdsprache Französisch oder Griechisch in Jahrgangsstufe 7) soll analog auf G9 übertragen werden. Wir werden darüber diskutieren, ob die 3. Fremdsprache in G9 wie in G8 in Jahrgangsstufe 7 begonnen werden soll. In G8 haben wegen der nachmittäglichen Belastung weniger Schüler am Nachmittagsangebot teilgenommen. Dies erforderte ständig Überlegungen, das Nachmittagsangebot möglichst attraktiv zu machen. Diese Überlegungen werden jetzt auch bei G9 einfließen.

OP: Haben Sie Bedenken, jetzt in ein System zu investieren, das je nach Ausgang der Landtagswahl im Herbst wieder in Frage gestellt werden könnte?

Stein: Möglicherweise macht eine neue Landesregierung ernst mit dem Gedanken, dass jeder Schulträger ein echtes Wahlangebot zwischen G8 und G9 vorhalten soll. Dann wird das Gymnasium Philippinum über das Kombi-Modell G8/G9 erneut nachdenken. Dies bringt sicherlich wieder Unruhe in die Schulgemeinde.

OP: Was halten Sie von der Idee, dass es keine Sitzenbleiber mehr geben soll?

Stein: Hier zählt keine Einzelmeinung eines Schulleiters, Vielmehr muss diese Frage in den Gremien der Schule diskutiert werden. Schnellschüsse helfen hier nicht. Aber man muss auch wissen, über welche Zahlen man spricht. Im letzten Schuljahr betrug die Zahl der Wiederholer am Philippinum gerade einmal 0,37 Prozent der Schülerschaft in der Sekundarstufe I. Dies ist sicherlich dem guten Fördersystem der Schule geschuldet. Doch der Einfluss von Mahnungen, dass eine Versetzung gefährdet ist, darf hinsichtlich einer positiven Leistungsbereitschaft von Schülern nicht unterschätzt werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg