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Nachhaltig - im Großen wie im Kleinen

Aktionstag Nachhaltig - im Großen wie im Kleinen

Am Hessischen Tag der Nachhaltigkeit konnten Jung und Alt rund um den Elisabeth-Blochmann-Platz spielerisch über den umweltbewussten Umgang mit Ressourcen lernen.

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Die Kinder des „Flusskindergartens“ haben ein kleines Klärwerk gebaut. In den Behälter wird dreckiges Wasser geschüttet. Die Stein- und Sandschichten filtern das Wasser, so dass es unten sauber – also geklärt – herauskommt.Foto: Alexander Graf

Quelle: Alexander Graf

Marburg. „Wir müssen uns klarmachen, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein Schlagwort ist, sondern eine Sache, die unser Leben und unsere Umwelt beeinflusst.“ Mit dieser Aussage brachte es Priska Hinz (Grüne), hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ihre Eröffnungsrede auf den Punkt.

Es sei wichtig, nicht immer nur über den Konsum nachzudenken, sondern auch über die Nachhaltigkeit der Produktion, sagte die Ministerin. Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) stieß ins selbe Horn: „Wir müssen uns vergegenwärtigen wie und wo diese Produkte hergestellt werden und versuchen, auch in diesen Ländern für bessere Standards zu sorgen.“

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) bedankte sich bei allen Schulen und Vereinen für ihr Engagement zum 3. hessischen Tag der Nachhaltigkeit, der unter dem Motto „Regional, bewusst und fair: Nachhaltiger Konsum in Hessen“ stand.

Hinz: Kinder färben auf ihre Eltern ab

Als „Eyecatcher“ für die Aktion dienten die unter der Federführung des Forstamtes Kirchhain auf dem Elisabeth-Blochmann-Platz, an der Lahn sowie im Northampton Park errichteten Nachhaltigkeits-Sofas.

Warum die Kinder bei fast allen Veranstaltungen an diesem Tag eine zentrale Rolle spielten, erklärte die Ministerin: „Wenn die Kinder nachhaltiges Leben in den Köpfen haben, färbt das auch auf ihre Eltern ab.“ Deshalb sei es wichtig, die Kleinen dafür zu sensibilisieren. Der Aktionstag solle hierzu ein Anstoß sein.

In ganz Hessen fanden am Mittwoch Aktionen und Veranstaltungen rund um die Themen nachhaltiger Konsum, biologische Vielfalt, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Gesundheit und Ernährung sowie Klimaschutz und zukunftsfähige Energien statt.

Für die teilnehmenden Kinder waren die Reden freilich nicht von der größten Wichtigkeit. Ein Feuerwehrauto war für die Kleinen viel interessanter. Und ein solches wurde von der Feuerwehr Marburg auf dem Elisabeth-Blochmann-Platz gestellt.

Des Weiteren hatten die Kinder die Möglichkeit, sich beim Kinderzirkus oder beim Kinderschminken auszutoben. Besonders das Schminken kam sehr gut bei den Kleinen an, zumindest wenn man die vielen „Ich will auch“-Rufe berücksichtigt. Im Anschluss konnten die Kinder der Ministerin zeigen, was sie bei den Projekten „Flusskindergarten“ und „Kindergartenfloß“ gelernt haben.

Die letzte Station auf der ministeriellen Besichtigungstour war die Kindertagesstätte „Auf der Weide“. Hier hatte auch der Kreisverband Marburg für Obstbau, Garten und Landschaft seinen Stand. Die Kinder konnten die zum Teil selbst gesammelten Äpfel häckseln und anschließend zu Saft pressen. Er habe die meisten Äpfel selbst gepflückt, natürlich wurden diese nicht gespritzt oder Ähnliches, erzählte ein Mitglied des Kreisverbandes: „Mehr Bio geht nicht.“

Kinder backen mit Äpfeln aus der Region

Dass es ökologisch nicht besonders sinnvoll ist, Äpfel aus Südeuropa zu kaufen, obwohl es in Deutschland genügend davon gibt, ist den meisten Konsumenten schon klar geworden. Doch diese Marburger Kita geht noch weiter. „Die Kinder werden dort nur mit regionalen und nachhaltigen Lebensmitteln versorgt“, lobte Kahle. Und dies sei sowohl einmalig als auch wegweisend. Darüber hinaus unterstrich der Bürgermeister die Wichtigkeit der Kinder bei der Thematik: „Dadurch können wir auch den Eltern zeigen, wie es geht.“

Der Besuch der Ministerin damit, den Kita-Kindern zuzusehen, wie sie zusammen mit dem eigenen Kita-Koch Apfelküchle backten. Die Äpfel hierfür waren natürlich aus der Region, aus dem Garten einer Familie, deren Kind die Kita „Auf der Weide“ besucht.

von Alexander Graf

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