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Nachbarstreit entzündet sich an Hunden

Gericht Nachbarstreit entzündet sich an Hunden

Weil ein Mann seinen Hund nicht angeleint hatte, ist es zu einem Streit mit anderen Hundebesitzern gekommen.

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Symbolfoto: Ein Hund.

Quelle: dpa

Marburg. Der Angeklagte soll mit seinem Hund ohne Leine an den Lahnwiesen spazieren gegangen sein. Es kam zum Streit mit anderen Hundebesitzern. Der Angeklagte muss sich nun vor Gericht verantworten, weil er die anderen Hundebesitzer beleidigt und genötigt haben soll. Das bestreitet der Mann. Und die ebenfalls beleidigten Polizisten sollen ihn provoziert haben.

Das Ehepaar mit dem ange-leinten Hund berichtete vor dem Amtsgericht, dass sie mit Freunden und den Hunden an den Lahnwiesen gespielt hätten. Dann sei der Angeklagte, der ein Nachbar des Paares ist, mit seinem unangeleinten Hund des Weges gekommen. „Wir wissen schon, dass die beiden Rüden sich nicht vertragen und haben deshalb gebeten, dass der Hund an die Leine genommen wird“, berichtete der 57-jährige Zeuge. Der freilaufende Hund sei schließlich auf den Hund des Paares losgegangen, der Besitzer habe das Paar beleidigt. Die seien weggegangen, um eine Eskalation zu vermeiden. „Aber er verfolgte uns, hat mich von hinten drei Mal bespuckt“, sagte der Zeuge. Also habe er die Polizei gerufen. Seiner Frau habe der Angeklagte immer wieder den Weg abgeschnitten. „Er wollte mich am Gehen hindern, weil die Polizei sehen sollte, wie aggressiv unser Hund doch wäre“, sagte die Frau. Berührt habe er sie nicht. „Aber ich habe mich bedroht gefühlt.“

Angeklagter wurde hysterisch

Ihr Mann sei immer wieder dazwischen, um den Angeklagten von seiner Frau fernzuhalten. „Plötzlich schmiss er sich hin und schrie, ich hätte ihn geschlagen“, sagte der 57-Jährige aus. Das bestätigte auch die Polizei: „Der Angeklagte lag im Gras und schrie rum, wie ich das sonst nur von schweren Verkehrsunfällen kenne“, sagte einer der Beamten. Er sei hysterisch gewesen, wollte erst einen Notarzt, sei aber plötzlich aufgestanden und habe die Polizisten gefilmt und geschrien, das Ministerium müsse alles bezahlen. Das Video habe der Polizist auch später bei Youtube entdeckt. Als er festgehalten wurde, habe er zudem das Handy auf den Boden geworfen und geschrien, dass die Polizei es kaputt gemacht habe und bezahlen müsse. „Die Situation wurde immer bedrohlicher. Sein Hund rannte da frei herum.“ Der Hund der Zeugen habe ruhig an der Seite gelegen. Die Polizisten riefen Verstärkung, ließen den Angeklagten schließlich einweisen. „Er hat die Kollegen beleidigt und wirres Zeug geredet.“ Der Angeklagte selbst sagte vor Gericht, dass die Polizisten ihn provoziert hätten, da sie ihn in ein überhitztes Auto gesetzt hätten.

Ein Angler hatte die Situation ebenfalls beobachtet. Der 29-Jährige sagte aus, dass der Angeklagte von dem Ehepaar angesprochen worden sei, dass er seinen Hund anleinen solle. Der habe nicht reagiert und sei weiter auf das Paar und deren Freunde zugelaufen. „Der Angeklagte war sehr aufdringlich, hat keinen Abstand gewahrt“, sagte der Beobachter aus. Er habe beleidigt und provoziert. „Ich habe Respekt vor dem Geduldsfaden“, sagte er über den ersten Zeugen.

  • Ein Urteil wurde noch nicht gefällt. Fortgesetzt wird die Verhandlung am 29. Februar ab 8.30 Uhr. Dann solle auch das Video gezeigt werden, welches ein weiterer Zeuge gedreht habe.

von Patricia Grähling

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