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Nachbarschaftshilfe über Kontinente

Unterstützung für Senegal Nachbarschaftshilfe über Kontinente

Die Kinder haben keine Schulbücher, sie teilen sich einen Becher, aus dem sie trinken, Toiletten gibt es quasi nicht. Die Schüler im Senegal brauchen dringend Hilfe - und die kommt aus Marburg.

Marburg. 694 Kinder werden in dem Vorort von Dakar in zwölf Klassen von zwölf Lehrern unterrichtet. Durchschnittlich 60 Kids lernen gemeinsam. Ohne Bücher, ohne Tafel, nur mit einem Blatt Papier und einem Bleistift. Salim Sahip, der Vorsitzende des Vereins für interkulturelle Bildung und Austausch war erschrocken von dem Zustand der „Ecole Elémentaire en Demba Ndoye“ in Yoff.

Die Grundschule ist beispielhaft für den Zustand besonders in den Stadtrand-Gebieten des afrikanischen Landes. Die meisten Einwohner sind zu arm, können sich keine Ausbildung für ihre Kinder leisten. Oft muss die Familie gemeinsam arbeiten, um überhaupt über die Runden zu kommen.

Vorsitzender übergibt Spendengelder persönlich

Salim Sahip hat es sich zur Aufgabe gemacht, wenigstens in Yoff die Situation grundlegend zu ändern. Mit Spendengeldern, die der Vorsitzende persönlich nach Afrika bringt und darauf achtet, dass alles an seinen Ort gelangt, soll das Nötigsten angeschafft werden. Er persönlich wird zudem zwei Monate im Senegal bleiben und zusammen mit den Lehrern vor Ort gemeinsame Konzepte entwickeln, die Kinder für eine Zukunft mit Perspektive auszubilden.

Als Schirmherr tritt Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) auf. Er unterstützt die Arbeit des Vereins, die in Marburg eine Menge für die Integration der unterschiedlichen Kulturgruppen auf die Beine stellen würden. „Sie schauen aber nicht nur in die Stadt, sondern denken global. Das verdient jede Unterstützung.“ Diese praktizierte Nachbarschaftshilfe über Kontinente hinaus sei vorbildlich, sagt der Rathaus-Chef. „Mit kleinen Beträgen erreicht man schon eine ganze Menge.“

Ein Lob, das Salim Sahip gerne hört. Er weiß, wie wichtig die Arbeit in diesen armen Regionen der Welt ist. In Kamerun war er aktiv, sammelte Gelder für die Schulen. „Ich weiß, es ist nur eine von vielen. Aber irgendwo muss man anfangen“, sagt der Vorsitzende. Er will Vorbild sein, Vorbilder aufbauen. Erarbeitete Schulkonzepte in Yoff könnten auch auf andere Städte des Senegals ausgeweitet werden.

„Die Menschen müssen das Lernen lernen. Und daher ist es umso wichtiger, dass jeder Euro, den wir sammeln, auch zu einhundert Prozent dorthin kommt, wo er gebraucht wird“, sagt Sahip und garantiert persönlich und mit Rückendeckung des Oberbürgermeisters die Übergabe vor Ort.

Möchten Sie das Projekt unterstützen? Alle Informationen finden Sie im Internet auf www.interkultur-marburg.de oder unter 06421/ 23777

von Carsten Bergmann

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