Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Nach dem Eis ist vor der Flut

Landkreis Nach dem Eis ist vor der Flut

In der Nacht zum Donnerstag machten Eisregen und Schneegriesel dem Winterdienst zu schaffen. Doch seit dem Vormittag bereiten sich die Räumdienste auf eine vermutlich weit größere Herausforderung vor: das drohende Hochwasser durch Regen und Schneeschmelze.

Voriger Artikel
Die „Schlachten“ um Hündin Gigi gehen weiter
Nächster Artikel
Bündnis gegen Depression startet ab Sommer 2011

In Marburg wurden am Donnerstag Kanäle gereinigt, damit das Wasser aus der Schneeschmelze und den Regenfällen besser abfließen kann.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg . Zwischen 2 und 3 Uhr begannen die drei Straßenmeistereien Marburg, Kirchhain und Steffenberg am Donnerstag mit der Arbeit. Eisregen, Schneegriesel und ein Schneeschauer am frühen Morgen verwandelten viele Straßen in spiegelglatte Flächen. Doch das befürchtete große Chaos wie in Nordrhein-Westfalen gab es nicht. "Die Straßen waren besser befahrbar als erwartet", sagt Werner Detsch, der Einsatzleiter Winterdienst beim Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV).

In der Stadt Marburg war in der Innenstadt am Morgen noch auf einigen Fahrspuren matschiges Schnee-Eis-Gemisch zu sehen, das aber beim Fahren recht griffig war. Der Winterdienst habe wie immer zuerst die Steilstücke geräumt, "und das, was vom Himmel kam, war stumpf und ließ sich befahren", erklärt Hans-Karl Muth, Einsatzleiter Winterdienst bei der Stadt Marburg. Beim Heraus- und Hereinfahren, etwa nach und von Cappel, Marbach oder Wehrda, werden die Hauptstraßen in der Stadt geräumt.

Am Vormittag setzte dann leichter Regen ein. Und der macht dem Winterdienst viel mehr Sorgen. Denn nun könnte eines der größten Hochwasser der vergangenen Jahrzehnte drohen. Sobald die Räumarbeiten abgeschlossen sind, gehen die Winterdienste am Donnerstag daran, Entwässerungseinrichtungen von Schnee und Eis zu befreien. Denn Regen und tauender Schnee können im noch gefrorenen Boden kaum versickern - und in zugefrorenen Gullys und schneebedeckten Abflussrinnen nicht abfließen.

Sandsäcke und Quickdämme stehen bei der Stadt Marburg bereit, erklärt Muth. Bisweilen bleibt nur die Hoffnung, dass das Hochwasser weniger schlimm wird als das verheerende Magdalenen-Hochwasser. Das überflutete 1342 große Teile Europas und gilt als das verheerendste Hochwasser der vergangenen Jahrhunderte.

von Gabriele Neumann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Hochwasser

Die Feuerwehren sind auf die drohenden Überschwemmungen vorbereitet.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr