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Nach Zechtour Autos demoliert

Aus dem Amtsgericht Nach Zechtour Autos demoliert

Weil er nach einer durchzechten Nacht mehrere Autos demoliert, sich anschließend der polizeilichen Festnahme widersetzt hatte, wurde ein 31-Jähriger zu einer Geldstrafe verurteilt.

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Auf dem Parkplatz der Unibibliothek demolierte der Angeklagte zwei Autos.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Wegen zweifacher Sachbeschädigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte muss der junge Randalierer nun insgesamt 2700 Euro Strafe zahlen. Vier der insgesamt sechs Anklagepunkte konnten ihm nicht nachgewiesen werden.

Lediglich die Attacken gegen zwei Fahrzeuge auf dem Parkplatz der Unibibliothek Ende Februar vergangenen Jahres sind unumstritten. Der stark angetrunkene Mann wurde dabei gesehen, wie er mit einer abgebrochenen Schranke auf die Wagen eindrosch, einen schweren Gullydeckel auf die Scheibe warf. Der Festnahme der von Zeugen alarmierten Polizisten versuchte er sich zu entziehen.

Weitere Zeugen konnten auch am zweiten Verhandlungstag vor dem Amtsgericht nicht mehr Licht als bisher in den teils ungeklärten Tatablauf bringen. Richterin Melanie Becker stellte vier der Anklagepunkte schließlich ein. Übrig blieben zwei demolierte Wagen, den Schaden von insgesamt rund 3500 Euro hat der Mann bereits beglichen.

Angeklagter kann sich kaum erinnern

Sein Aufbegehren gegen die Polizei wertete die Staatsanwaltschaft als strafverschärfend, „er leistete passiven Widerstand, versuchte sich herauszudrehen und zu -winden“, betonte Rechtsreferendar Lars Jaklin. Dabei wurde der Mann leicht verletzt.

„Es gab absolut keinen Anlass für diese Nonsense-Taten“, sagte der Anklagevertreter. Einen Grund für sein Handeln konnte auch der Angeklagte vor Gericht nicht nennen, könne sich an die Nacht kaum noch erinnern. Nach einem ausgiebigen Zechgelage war er in den frühen Morgenstunden durch Marburg gezogen. In dieser Nacht wurden im Norden der Stadt mehrere Schaufenster, parkende Wagen und Zufahrtsschranken rund um das Hörsaalgebäude demoliert.

Durch mehrere aus der Verankerung gehobene große Gullydeckel entstand zudem „ein erhebliches Gefahrenpotenzial“, etwa für Fahrradfahrer, teilte ein Streifenpolizist mit. Auch wenn diese „Spur des Vandalismus“ zu den sonstigen Taten des Angeklagten passt – bewiesen werden kann sie ihm nicht. Auch dass sein Mandant dermaßen zügig von Tatort zu Tatort sprintete, sei äußerst unglaubwürdig, stellte Verteidiger Thomas Strecker fest.Selbst dass er die von ihm benutzte Schranke eigenhändig abbrach, sei „nicht zweifelsfrei nachzuweisen“.

Das Urteil in Höhe von 70 Tagessätzen zu je 45 Euro ist rechtskräftig.

von Ina Tannert

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