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Nach Umzugs-Aus steigt Ersatz-Party

Leicht getrübte Stimmung im Afföller Nach Umzugs-Aus steigt Ersatz-Party

Der Marburger Rosenmontagsumzug fiel aufgrund des stürmischen Wetters ins Wasser, die Narren ließen sich die Stimmung aber nicht zu sehr vermiesen.

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Im Haus der Afföllergemeinde wurden Kamelle geschmissen.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Wir müssen das Beste draus machen“, sagte der enttäuschte Marburger Karnevals-Präsident Markus Braun am Montag der OP auf Anfrage, kurz nachdem der Rosenmontagsumzug abgesagt worden war.

Bei einem Krisentreffen im Marburger Rathaus war am frühen Morgen die Entscheidung gefallen, den karnevalistischen Umzug nicht zu starten. Neben Vertretern des Festausschusses hatten auch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und Fastnachts-Dezernentin Dr. Kerstin Weinbach (SPD) sowie Vertreter des Ordnungsamts und der Polizei an dem Treffen teilgenommen.

„Aufgrund der aktuellen und auch im weiteren Tagesverlauf angekündigten Witterungsverhältnisse wird der Marburger Rosenmontagsumzug aus Sicherheitsgründen nicht stattfinden“, lautete kurz danach die offizielle Mitteilung der Stadt Marburg. Diese Entscheidung sei nach sorgfältiger Abwägung beschlossen worden.

Der Marburger Rosenmontagsumzug fiel diesmal aufgrund des stürmischen Wetters ins Wasser, die Narren ließen sich die Stimmung aber nicht zu sehr vermiesen.

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Oberbürgermeister Spies betonte: „Sicherheit für alle Bürger geht vor“. Einige Gruppen hätten angesichts des erwarteten stürmischen und sehr regnerischen Wetters bereits von sich aus abgesagt. „Zu erwartende Sturmböen mit Windstärken zwischen 80 und in Schauernähe bis zu 90 Kilometern pro Stunde machten eine Absage des Umzuges letztlich unvermeidbar“, hieß es weiter in der städtischen Mitteilung. Die Nachricht sprach sich schnell in der Stadt herum, sodass sich gegen 13.33 Uhr zum geplanten Start-Termin des Umzugs auch keine Schaulustige am Rand der Zugstrecke einfanden.

In der Oberstadt und am Rand der Route herrschte ab dem Mittag zudem ein noch geruhsameres Leben als sonst, denn viele Geschäfte hatten unter Hinweis auf den Rosenmontag und den Umzug geschlossen. Karnevalsstimmung kam aber nach der Absage des Umzugs kaum auf.

Zwar war in einer Kneipe am Schuhmarkt alles für eine Rosenmontagsparty hergerichtet. Aber trotz heißer Karnevalshits war es dort am frühen Nachmittag noch relativ leer, und „auf der Gass“ sah man nur vereinzelte kostümierte Narren vorbeilaufen.


Traurige Gesichter bei den Jüngsten

Das war dann allerdings doch etwas anders im Afföller-Gemeinschaftshaus, wo sich ab 13.33 Uhr die Aktiven der karnevalstreibenden Vereine und die potenziellen Zugteilnehmer zu einer „Ersatz-Party“ zusammenfanden. „Dort hatten wir sowieso eine Musikanlage aufgebaut, weil wir dort nach dem Zugende feiern wollten“, verriet Lars Küllmer, Vizepräsident des Festausschusses Marburger Karneval, der OP.

Die Stimmung der Karnevalisten sei etwas getrübt, sagte Karnevalspräsident Markus Braun. „Aber wir sind nicht traurig“. Während die erwachsenen Narren das Umzugs-Aus relativ gelassen hinnahmen, war es natürlich besonders für die jungen Aktiven des Festausschusses schwerer zu verkraften, dass sie nach wochenlangen Vorbereitungen nicht mit dem Zug durch Marburg fahren oder marschieren konnten.

P.S: Die Schlusspointe an diesem turbulenten und etwas verrückten Marburger Rosenmontag lieferte übrigens Petrus: Gegen 14.33 Uhr riss die Wolkendecke über Marburg auf und machte Platz für blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein. Und auch die vorher stürmischen Windböen verwandelten sich zwischenzeitlich in ein vergleichsweise laues Lüftchen. Doch zu diesem Zeitpunkt war der Umzug bereits abgesagt.

von Manfred Hitzeroth

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