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Nach Erklärung wächst Druck auf Vaupel

Veruntreuung in Marburg Nach Erklärung wächst Druck auf Vaupel

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) übernimmt politische Verantwortung für die Veruntreuung seit seiner Amtszeit. Rücktrittsforderungen lehnt er aber ab. Stattdessen schließt er Konsequenzen für Beamte nicht aus.

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Egon Vaupel (Mitte) sieht die Arbeit des Akteneinsichtsausschusses als Beitrag zur Aufklärung, die er vorangetrieben habe.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die persönliche Erklärung, die Vaupel am Mittwochabend nach dem Akteneinsichtsausschuss an die Presse leitete, sorgt für unterschiedliche Interpretationen.

Darin spricht der OB von einer politischen Verantwortung, die er für die Zeit ab 2005 übernehme. Laut dem Prüfbericht zum Veruntreuungsfall gab es bereits schon Jahre vorher kein Kontrollsystem in der Bearbeitung der Beihilfe. Der seit 1997 einzige Sachbearbeiter der Beihilfe hat in rund zehn Jahren mehr als 1,6 Millionen Euro veruntreut.

Mit seinem Amtsantritt habe er ein System übernommen, das keine Kontrolle gewährleistete, räumte Vaupel ein. Unterdessen erhöht die bürgerliche Opposition ihren Druck auf den OB. Vaupel könne sich nicht damit entschuldigen, dass er ein System übernommen habe. MBL und CDU fordern den Rücktritt. Dies lehnt Vaupel ab. Auf Nachfrage der OP schloss er aber nicht aus, dass es am Ende personelle Konsequenzen für Beamte der Stadtverwaltung geben könnte. Eine Antwort könne erst nach dem Bericht des Akteneinsichtsausschuss gegeben werden.

FDP-Chef Jörg Behlen hält Rücktrittsforderungen ebenso „unsinnig“ wie Vaupels Erklärung. Verantwortung übernehmen hieße, dass der OB und die Vorgesetzten des besagten Beamten das Geld der Stadtkasse zurückgeben würden.

von Heike Horst und Anna Ntemiris

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