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Nach Brand: Ex-Wehrführer forder Comic-Warnschilder

Vorbild Berlin Nach Brand: Ex-Wehrführer forder Comic-Warnschilder

Das Universitäts-Klinikum stellt Opfern des Richtsberger Hochhaus-Brands von Dienstag 34 Mitarbeiter-Wohnungen zur Verfügung. Der Ex-Wehrführer Lothar Schott plädiert indes für eine Aufklärungskampagne vor Brand-Krisen.

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Der Marburger Ex-Wehrführer Lothar Schott will, dass Eigentümer von Hochhäusern sich an einer Aufklärungsoffensive aus Berlin beteiligen: Comic-Schilder im Hausflur aufhängen, die das richtige Verhalten bei Bränden zeigen – eine Hilfe gerade für ausländische Bewohner. Foto: Björn Wisker

Marburg. Mit einem Comic, dass das richtige Verhalten bei Hochhaus-Bränden zeigt, will der 73-Jährige für weniger Panik in Notsituationen sorgen. Gerade in Wohnhäusern, in denen Mieter vieler unterschiedlicher Nationalitäten leben - wie am Richtsberg - könne so eine Installation Leben retten. „Bilder versteht nunmal jeder“, sagt er. „Dass einem selbst so etwas passieren könne, glaubt niemand. Und dann geschieht es, plötzlich merkt man, wie schnell man Opfer werden kann. Die Leute am Richtsberg sind nun sicher sensibilisiert“, sagt Schott, der bis 2002 aktiv war. Sein letzter Einsatz: Der Waldbrand entlang der Panoramastraße.

Unterdessen zeigen sich die Beteiligten zufrieden mit dem Ablauf des Großeinsatzes. „Ein wenig Improvisation ist bei solch schweren Notfällen immer nötig, aber man kann schon sagen dass alle Rädchen gut ineinander gegriffen haben“,sagt Marburgs Feuerwehr-Chefin Carmen Werner. Während fast alle Brandbekämpfer am Richtsberg arbeiteten, kümmerte sich die Wehr Elnhausen um Vorfälle in der Kernstadt, Michelbach, Hermershausen und Schröck standen für Unfälle in den Außenstadtteilen bereit. „Bei aller Tragik ist es doch beruhigend zu sehen, dass die Organisation so gut funktioniert hat“, sagt Dr. Uwe Grebe, Geschäftsführer des Studentenwerks. „Bei Einsätzen in dieser Dimension zeigt sich, wie wichtig regelmäßige Übungen sind, bei denen das Zusammenspiel trainiert wird“, sagt Landrätin Kirsten Fründt (SPD).

Die aus dem Studentenwohnheim Geretteten erhalten nun Hilfe vom Universitäts-Klinikum (UKGM). 34 freie Mitarbeiter-Wohnungen werden Familien als Ersatz-Apartments dienen.

von Björn Wisker

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