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Nach 20 Jahren ist nun Schluss

Stabwechsel bei den Maltesern Nach 20 Jahren ist nun Schluss

Nach 20 Jahren wird Hans Gottschlich (76) am Samstag als Kreisbeauftragter der Malteser während der Jahreshauptversammlung und einer Heiligen Messe verabschiedet.

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Hans Gottschlich war 20 Jahre lang Kreisbeauftragter der Malteser. In seine Amtszeit fiel unter anderem der Ausbau des ambulanten Hospizdienstes.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Seit 1996 bekleidet Gottschlich das Amt des Kreisbeauftragten der Malteser, seit seiner Pensionierung 2005 „mit ganzer Kraft“, wie er sagt.

Nicht zufällig begann der frühere Schulleiter der Stiftsschule in Amöneburg, sich für die Malteser zu engagieren: „Ich wollte etwas in einer Hilfsorganisation tun und ich wollte das in einer katholischen Hilfsorganisation tun“, sagt Gottschlich, der sich schon seit Jahrzehnten in der katholischen Kirche stark engagiert hat. Unter anderem ist er Mitglied eines Laienordens, der sich um Christen im Heiligen Land kümmert, er war 20 Jahre Mitglied im Katholikenrat des Bistums Fulda und sechs Jahre im Zentralrat der Katholiken in Deutschland.

Die Malteser in Marburg haben 1956 mit einer kleinen Gruppe unter der Stadtbeauftragten Ellen Heuser angefangen und die Betreuung von Menschen in Alten- und Pflegeheimen übernommen, berichtet Gottschlich. Mit dem Umzug in die Geschäftsstelle in der Schützenstraße und der Etablierung von Angeboten wie dem häuslichen Notruf, Essen auf Rädern, einer Kleiderkammer wuchs die Hilfsorganisation schnell. Heute arbeiten 140 haupt- und ehrenamtliche Kräfte für die Malteser. „Das Zusammenspiel zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen war mir immer ein Anliegen“, sagt Gottschlich. Die Vernetzung im Hospiznetz, mit dem Haus der Begegnung in der Bahnhofstraße, aber auch mit den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden, hat ihm immer am Herzen gelegen. Die Stabsstelle der Altenhilfe im Kreis zur Versorgung mit Hilfebedarf im Ostkreis ging auf die Initiative von Gottschlich zurück.

Besonderes Engagement für Hospizdienst

Besonders engagiert hat sich Gottschlich aber für den ambulanten Hospizdienst. Der entstand 1974, als der damalige ­Leiter der Universitäts-Strahlenklinik, Professor Friedhelm Heß, und seine Frau Irmgard Heß eine Laien-Initiative gründeten, die sich zur Aufgabe machte, schwerstkranke Tumorpatienten zu betreuen und ihnen ihr Leiden zu erleichtern. Die Initiative des Ehepaares Heß entwickelte sich zu einem Dienst für alle schwerstkranken Menschen - nicht nur für Krebspatienten. 2003 wurde die Initiative in die Hände der Malteser übergeben. Ein Förderverein unter der Leitung zunächst von Professor Dr. Rüdiger Pfab und seit 2015 von Dr. Jorge Riera Knorrenschild sowie ein Beirat unter der Leitung von Karin Ahrens kümmert sich engagiert um den Ausbau und die Finanzierung des Angebots, das zu den ältesten in Deutschland zählt. „Unser Hospizdienst ist der erste in Deutschland“, sagt Gottschlich stolz. Mit dem „Café Malta“ in der Geschäftsstelle in der Schützenstraße, in dem ambulante und häusliche Demenzbetreuung angeboten wird, und mit der Ausbildung von Hospizhelfern wird dieses Aufgabenspektrum der Malteser in Marburg abgerundet.

Auch nach seiner Verabschiedung als Kreisbeauftragter wird Gottschlich den Maltesern und insbesondere der Hospizarbeit erhalten bleiben: Auf Bitten von Karin Ahrens arbeitet Gottschlich als stellvertretender Leiter des Beirats weiter mit.

Demnächst wird Gottschlich also mehr Zeit für sich und seine Familie haben. „Wir freuen uns über größeren zeitlichen Spielraum“, sagt er. Auch seine ­Ehefrau Hannelore - sie war jahrzehntelang Vorsitzende des Sozialdienstes katholischer Frauen - wird in wenigen Wochen aus ihrem Amt verabschiedet.

Ein Nachfolger als Kreisbeauftragter ist noch nicht gefunden, die Stelle bleibt zunächst wohl vakant. Gottschlich ist aber sicher, dass die vielschichtige Arbeit der Malteser fortgeführt werden kann: „Die Strukturen sind da“, sagt er, „haupt- und ehrenamtliche Kräfte arbeiten eng zusammen.“

von Till Conrad

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