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Nach 15 Jahren steht der Neubau

Max-Kade-Zentrum Nach 15 Jahren steht der Neubau

Das neue Marburger Max-Kade-Zentrum im Studentendorf im Waldtal ist gestern bei einem Festakt mit geladenen Gästen eröffnet worden.

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Die Gäste des Festaktes freuten sich über die Einweihung des Max-Kade-Zentrums.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Auf einer großen Leinwand vor der Bühne im neu errichteten Begegnungs­­zentrum sah man in einer fünfminütigen Foto-Slideshow im Zeitraffer, wie beide Teilgebäude des neuen Max-Kade-Zentrums in die Höhe wuchsen. Ganz so schnell wie in der Multivisions-Show war es allerdings im wirklichen Leben nicht. Denn es dauerte von er ersten Idee bis zur Umsetzung 15 Jahre lang, bis das Zentrum gestern Vormittag endlich eingeweiht werden konnte.

Studentenwerks-Geschäftsführer Dr. Uwe Grebe rekapitulierte gestern noch einmal die langwierige Entstehungsgeschichte des Bauvorhabens, die die Zuhörer auch an eine Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen erinnerte. „Gut Ding will Weile haben“: Mit diesen Worten kommentierte Grebe in der eigens erstellten Begleitbroschüre die Tatsache, dass das Projekt nach so einer langen Vorlaufzeit verwirklicht wurde.

Bibliothek und Musikraum

Grebe hatte die Idee bei seinem Amtsantritt im Jahr 2004 von seinem Vorgänger Dr. Dieter Meinke übernommen. Zwischenzeitlich und auch später stand das Vorhaben schon mehrfach kurz vor dem Aus, unter anderem wegen der ungesicherten Finanzierung. Auch wurden die Pläne zwischenzeitlich immer wieder modifiziert.

 

Im Jahr 2010 stand schließlich jene Planung endgültig fest, für die dann auch die Vertreter des Wissenschafts- und Finanzministeriums „grünes Licht“ gaben. Das Albrecht-Kossel-Haus - langjähriges Begegnungszentrum mitten im Studentendorf - sollte abgerissen werden. An seiner Stelle sollte ein Haus mit 49 Wohneinheiten für Studierende und daneben ein internationales Begegnungszentrum errichtet werden.

Nach einem Jahr stehen jetzt beide Gebäude. Der Architekt Birger Rohrbach erläuterte gestern, was bei der Konzeption des Begegnungszentrums verwirklicht werden sollte. Ziel ist es, dass dort Partys, Theateraufführungen, kleinere Konzerte oder Feiern stattfinden sollen. Der große Multifunktionssaal kann in drei Abschnitte geteilt werden. Bisher wurde der Saal bewusst neutral und schmucklos gestaltet. Bunte Stühle sollen ihm das bunte Flair verleihen, das dem Charakter eines internationalen Zentrums entspricht. Zu den Nebenräumen gehören auch eine Bibliothek und ein Musikraum mit einem Klavier.

Alle 49 Wohnheiten sind belegt

Im Begegnungszentrum sind auch ein Kiosk für das Studentendorf und eine Küche mit einer Theke integriert. Zur Eröffnung gab es für die geladenen Gäste ein von Mitarbeitern der Mensa des Studentenwerks zubereitetes internationales Büffet. „Ich wünsche den deutschen und ausländischen Studierenden hier ein harmonisches Zusammenleben“, sagte Lya Friedrich Pfeifer, die eigens aus New York angereiste Präsidentin der Max-Kade-Stiftung. Die Kade-Stiftung wurde 1904 von dem in die USA ausgewanderten deutschstämmigen Industriellen Max Kade ins Leben gerufen und fördert gezielt internationale studentische Begegnungsstätten. Das Marburger Kade-Zentrum ist das 20. seiner Art in Deutschland und wurde von der Stiftung mit 409000 Euro gefördert.

Das Studentenwerk Marburg zahlte 2,1 Millionen Euro. 2 Millionen Euro kommen vom Land Hessen. Finanzstaatssekretärin Dr. Bernadette Weyland hob den hohen Stellenwert des vom Land mitgeförderten Zentrums hervor. Wissenschaftssekretärin Irene Bauerfeind-Roßmann erläuterte, dass auch dieses Zentrum ein Baustein der „Willkommenskultur“ der Studentenwerke sei.

Das neue Wohnheim ist bereits mit Leben gefüllt: Alle 49 Wohneinheiten sind seit Anfang April belegt. Die Studentin Noor Abdelhafez aus Ägypten, die mit einer Kommilitonin ein Zweier-Apartment bewohnt, ist voll des Lobes über die Wohnung, die groß, neu und hell und auch mit einer Klimaanlage ausgestattet sei. „Es ist hier auch ganz schön“, sagte Student Viktor Müller. Der große Saal im Begegnungszentrum soll zur Fußball-WM beim „Public Viewing“ zum ersten Mal richtig mit Leben gefüllt werden.

von Manfred Hitzeroth

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