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Musikalischer Tribut für Ehrenamtliche

Hessen zeigte Respekt und sagte Danke Musikalischer Tribut für Ehrenamtliche

Mit einem klangvollen Weihnachtskonzert in der Lutherischen Pfarrkirche honorierte der Hessische Ministerpräsident die Arbeit von 450 Ehrenamtlichen aus ganz Hessen.

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Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier eröffnete die Feier am vergangenen Sonntag. 450 Ehrenamtliche kamen in die Pfarrkirche St. Marien und hörten die Klänge des Marburger Oktetts sowie des Landesjugendsinfonieorchesters Hessen.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Mit dem Konzert danke ich den ehrenamtlich Engagierten für ihre wichtige Arbeit, ohne die unsere Gesellschaft ärmer wäre“, betonte Ministerpräsident Volker Bouffier am vergangenen Sonntagabend vor hunderten geladenen Ehrengästen. Insgesamt 450 Ehrenamtliche aus ganz Hessen, aus den Landkreisen Marburg-Biedenkopf, Lahn-Dill, Schwalm-Eder, Gießen, Vogelsberg und Waldeck-Frankenberg waren aus diesem Anlass nach Marburg gekommen und genossen einen musikalischen Ohrenschmaus in der Lutherischen Pfarrkirche St. Marien.

Das Programm gestaltete das Marburger Oktett sowie das Landesjugendsinfonieorchester Hessen unter Leitung von Johannes Braun. Dutzende Nachwuchsmusiker zwischen 13 und 22 Jahren begeisterten die Zuhörer. „Das sind herausragende junge Künstler“, stellte Bouffier das Orchester vor. Musik sei ein wichtiger Begleiter im Leben, „der Emotionen auslöst, als eigene Sprache Menschen erreicht und miteinander verbindet“, betonte der Landeschef.

Das Weihnachtskonzert in der Kirche „zwischen Schloss und Markt, im Herzen Marburgs, hätte besser nicht sein können“, begrüßte Pfarrer Ulrich Biskamp die Gäste. Er betonte den symbolträchtigen Charakter der alten Marienkirche zu Ehren der Mutter Gottes, „die unseren Blick auf jene richtet, denen es nicht so gut geht“. In diesem Sinne wolle man an diesem Abend jenen Menschen, „die das ganze Jahr über etwas für andere tun ohne darüber zu reden“ Respekt zeigen und Danke sagen. „Nehmen Sie dieses Konzert als Dankeschön“, ergänzte Bouffier, der den Blick der Gäste ebenfalls auf das Weihnachtsfest lenkte. „Es ist ein Stück gute Tradition.“ Diese gehe wiederum stets mit Kerzen und damit Licht einher: „Licht zeigt den Weg, gibt Orientierung und Hoffnung – genau so verstehen wir dieses Weihnachtskonzert.“

Von sanften Passagen bis zu triumphalen Klängen

Das Publikum genoss eine schwungvolle, abwechslungsreiche Darbietung der versammelten Künstler. Diese sorgten für ein wahres Wechselbad der klassischen Musik, nuancenreiche Melodien, von sanften, fast zarten Passagen, bis hin zu dramatischen, triumphalen Klängen.

Mit dem Trompetenkonzert von Joseph Haydn demonstrierte das Landesjugendsinfonieorchester mit Solist Philipp Baader, was in ihm steckt und riss das Publikum schnell mit sich. Wie eine musikalische Konversation erschallte ebenfalls die „Reformations-Sinfonie“ von Felix Mendelssohn Bartholdy durch die Pfarrkirche, wartete mit flüsternden bis dramatischen Geigenklängen und emotionaler Tiefe auf.

Stimmgewaltig und berührend, mal laut, mal leise präsentierte das Marburger Oktett Auszüge aus seinem Repertoire und erzeugte eine gleichfalls klangvolle Atmosphäre in der alten, majestätischen Kirche. Eine Anlehnung an das Weihnachtsfest durfte dabei nicht fehlen, was der Chor unter anderem mit „Deck the Hall“ bewies. Im steten Wechsel sorgten Orchester und Chor für ein lebendiges Konzert, erhielten regelmäßig Unterstützung durch Organist Professor Martin Weyer. Auch das Publikum hörte nicht nur zu, in mehreren Chorälen beteiligten sich hunderte Gäste an dem musikalischen Abend und sangen mit.

Seinen Höhepunkt fand der Ohrenschmaus in Air aus der dritten Orchestersuite von Johann Sebastian Bach, das harmonisch durch das historische Gemäuer schallte. Dem stimmgewaltigen Finale schlossen sich erneut die Gäste an und stimmten die Versammelten mit „O du fröhliche“ auf das Weihnachtsfest ein. Mit donnerndem Applaus und einigen Standing Ovations honorierten die Zuhörer das klangstarke Konzert.

2500 Euro Spenden für das Jugendhaus Cappel

Während ihrer Ehrenfeier spendeten die Besucher für den guten Zweck und griffen tief in die Taschen. Die Kollekte dieses Abends, insgesamt 2220 Euro, soll dem Jugendhaus Cappel zugutekommen. Schirmherr Bouffier will die Spende auf 2500 Euro aufrunden. Das Jugendhaus setzt sich mit rund 30 Freiwilligen für einen regelmäßigen Austausch von Jugendlichen aus dem Stadtteil sowie jungen Flüchtlingen ein, fördert die Begegnungskultur und ein offenes Jugendangebot und bietet Sprachförderung an.

Wie hunderte andere Vertreter des Ehrenamtes wurde die Organisation für die Dankesfeier nominiert. „Das ist eine große Ehre für uns, die Initiative weitet sich immer weiter aus“, freute sich Mike Bodenstein vom Jugendhaus über die Anerkennung. Vorgeschlagen wurden die Ehrenamtlichen von den jeweiligen Oberbürgermeistern und Landräten der jeweiligen Landkreise. „Alle Vorschläge aus unserer Region wurden bedacht, auch wir sagen Danke“, lobte Landrätin Kirsten Fründt. „Das Ehrenamt hat einen unschätzbaren Wert, dabei sollten wir nicht vergessen, wie viel Freude dieses Amt auch machen kann“, gratulierte auch der frisch gebackene Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies.

von Ina Tannert

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