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Mülltonnen werden mit Chips ausgerüstet

Oberstadt Mülltonnen werden mit Chips ausgerüstet

Mit Hilfe von Mikrochips soll die Zuordnung von Mülltonnen in der Oberstadt erleichtert werden. Ziel ist zudem die Reduzierung der Abfallbehälter um rund 20 Prozent.

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Eine Bewohnerin holt die geleerte Tonne vom Abholungsort zurück. An vielen Stellen in der Oberstadt prägen die insgesamt 2 000 Tonnen das Stadtbild.Foto: Peter Gassner

Marburg. Ab dem 2. Juli werden die insgesamt 2000 in der Oberstadt aufgestellten grauen Tonnen, Bio- und Altpapiertonnen mit den elektronischen Identifikations-Chips versehen, mit denen sie der zugehörigen Adresse zugeordnet werden können. Anwohner hatten sich in der Vergangenheit immer wieder beschwert, dass Tonnen plötzlich an ganz anderen Stellen standen und dem Besitzer kaum zuzuordnen waren. „Das Thema ist ein Dauerbrenner“, sagt Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne).

„Tonnenhopping ist nachts ein beliebtes Spiel“, sagt auch Jürgen Wiegand vom Dienstleistungsbetrieb Marburg (DBM), der für die Müllentsorgung zuständig ist. Mit dem Chip, der unterhalb der oberen Umrandung angebracht wird, kann der DBM künftig über ein spezielles Lesegerät eine 16-stellige Gefäßnummer abrufen. Seitlich soll an den Tonnen zudem eine Art Barcode angebracht werden, der auch direkt die Information über die zugehörige Adresse anzeigen kann. Andere persönliche Daten werden nicht erfasst, betont Wiegand.

Da die Tonnen häufig an Orten stehen, wo sie eigentlich nicht hingehören, hätten sich Anwohner häufig dadurch beholfen, dass sie sich selbst einen Ersatz von Nachbarn besorgten. Dies sei nun nicht mehr möglich, da der DBM diese falsch abgestellten Tonnen spätestens nach einer Übergangszeit bis zum 1. Januar 2016 nicht mehr leeren wird, erklärt Jürgen Friedrich vom Fachdienst Umwelt. „Wildwuchs“ solle damit verhindert werden.

Bewohner selbst können verlorene Tonne nicht orten

Oberstadt-Bewohner, deren Abfallbehälter abhanden gekommen sind, werden damit allerdings vor ein Problem gestellt. Eine schnelle Ortung der Tonne ist durch das elektronische System nicht möglich. Eine Identifikation kann nur an der Stelle durchgeführt werden, wo sie gefunden wird.

„Der Besitzer kann uns den Verlust melden und wir können dann bei der Entleerung gucken, wo wir sie finden“, so Wiegand. Da der Code nur mit dem speziellen Lesegerät lesbar ist, sollten Anwohner zudem „weiterhin ihre eigenen Tonnen durch individuelle Aufschriften kennzeichnen, um sie von den Nachbarn unterscheiden zu können“, sagt Kahle.

Neben der eindeutigen Zuordnung sollen durch Gespräche mit den Oberstadt-Bewohnern auch die Abstellflächen optimiert werden, damit die Innensstadt für Touristen und Anwohner noch attraktiver werde. Die Zahl der Tonnen soll im Idealfall um rund 400 gesenkt werden. Erreicht werden soll das durch kürzere Abholungsintervalle ab dem 1. Januar 2016 (Rest- und Bioabfall alle 7 statt alle 14 Tage, Altpapier alle zwei statt alle vier Wochen) und durch die Bewerbung der „Gemeinschaftstonne“ für mehrere Haushalte.

Ab heute sollen Hauseigentümer und Bewohner einen Brief der Stadt erhalten, in denen das Prozedere erklärt wird. Die Tonnen sollen zur Kennzeichnung nicht an ihrem sonstigen Abholort, sondern vor der entsprechenden Haustür aufgestellt werden. Sechs Trupps des DBM werden dann zur Ausrüstung der Tonnen durch die Oberstadt gehen. In dem Schreiben der Stadt liegen Aufkleber für sechs Tonnen bereit, die die Bewohner im Vorfeld auf die Gefäße kleben sollen. Sollte die Anzahl der Aufkleber nicht ausreichen oder der Brief durch den Poststreik nicht rechtzeitig ankommen, können aber auch eigene Aufkleber verwendet werden, die mit der Adresse versehen werden sollen. Nicht betroffen von der Umrüstung sind gelbe Tonnen und Tonnen für gewerblichen Müll.

Für Fragen zum Ablauf der Umrüstung kann die kostenlose Hotline der Stadt unter der Telefonnummer (0800) 1 00 23 23 angerufen werden.

von Peter Gassner

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