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Müllgebühren sollen 2017 steigen

30 Euro für Vierpersonenhaushalt Müllgebühren sollen 2017 steigen

Wenn es nach dem Willen des Magistrats geht, sollen die Müllgebühren zum 1. Januar 2017 um etwa 10 Prozent angehoben werden.

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Restmülltonnen in der Oberstadt: Die Stadt will die Gebühren für die Müllentsorgung zum 1. Januar 2017 um etwa zehn Prozent an
heben.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Nach zehn Jahren stabiler Gebühren sollen die Müllabfuhrgebühren ab 1. Januar steigen. Der Beschlussvorschlag, den der Magistrat an das Parlament leitete, sieht eine Anhebung derzeit von 86,76 auf 95,52 Euro pro Person jährlich bei 14-tägiger Leerung und von derzeit 69,36 auf 76,32 Euro jährlich pro Person bei vierwöchiger Leerung vor.

Damit zahlt beispielsweise ein Vierpersonenhaushalt, der seine Restmülltonne (120 Liter) einmal pro Monat leeren lässt, künftig 305,28 Euro pro Jahr, bisher waren es 277,36 Euro – größere Tonnen kosten extra.

Und: Die Mindestgebühr pro Grundstück beträgt 114,36 Euro (bisher 103,92 Euro) bei vierwöchiger Leerung, 143,28 Euro (bisher 130,20 Euro) bei 14-tägiger Leerung. Das heißt: Alleinstehende, die auf ihrem eigenen Grundstück wohnen, zahlen mehr.

In diesen Gebühren enthalten sind die regelmäßige Abfuhr von Biomüll und Papier sowie zwei Mal im Jahr Sperrmüllabfuhr auf Abruf. Zum Vergleich: In Gießen kostet die Müllentsorgung mit Restmülltonne (120 Liter) bei 14-tägiger Leerung, Bioabfall-Tonne (120 Liter) bei wöchentlicher Leerung (Frühjahr bis Herbst) und eine Altpapiertonne (240 Liter), bei vierwöchiger Leerung 218,40 Euro.

Gebührenhaushalt: Rücklage ist aufgebraucht

Und in den Gemeinden, deren Müllentsorgung durch den Müllabfuhr-Zweckverband Biedenkopf vorgenommen wird, zahlen Haushalte für die 14-tägige Entsorgung einer 120-Liter-Tonne 213,24 Euro im Jahr, für die 14-tägige Entsorgung einer 240-Liter-Bioabfalltonne zusätzlich 60 Euro.

Mit ihren aktuellen Gebühren liegt die Stadt Marburg in etwa im Mittelfeld vergleichbarer Städte, sagte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne). Das Stadtparlament soll wahrscheinlich im September über die Vorlage des Magistrats entscheiden.

Die Müllgebühren in Marburg waren seit 2007 konstant geblieben. Die Erhöhung ist nun notwendig, weil die Müllentsorgung lange Jahre defizitär war und die Rücklagen aus früheren Gebührenhaushalten aufgebraucht sind.

Jürgen Wiegand, der Betriebsleiter des Dienstleistungsbetriebs Marburg (DBM), die die Müllentsorgung im Auftrag der Stadt vornimmt, führt dies vor allem auf höhere Tariflöhne und die allgemeine Kostenentwicklung zurück.

Zudem muss der DBM bei der Abschreibung seiner Fahrzeuge nun den Wiederanschaffungswert kalkulieren und nicht den aktuellen Preis. Wenn also beispielsweise ein Müllfahrzeug im Jahr 2016 100.000 Euro kosten würde, muss der DBM für die Neubeschaffung in fünf Jahren vielleicht 120.000 Euro ansetzen.

An kleinere Restmülltonnen ist nicht gedacht

Eine dritte Entwicklung ist laut Wiegand für die Unterdeckung des Gebührenhaushalts verantwortlich: Die Situation auf dem Altpapier-Markt. Für das Jahr 2017 rechnet der DBM mit 200.000 Euro Erlösen aus dem Altpapier – deutlich weniger als noch vor einigen Jahren. Wie bei vielen Rohstoffen seien auch die Preise für Altpapier gefallen.

Für Kahle bleibt das Ziel der städtischen Müllpolitik weiter möglichst die Reduzierung von Restmüllmengen. So können, berichtet Kahle, Besitzer von Gartengrundstücken auch zusätzliche Tonnen für Biomüll erhalten.

Die Müllberatung, die sich die Stadt jährlich immerhin 100.000 Euro kosten lasse, habe dazu geführt, dass die einzelnen Müllfraktionen sauberer getrennt werden, berichtete Kahle. Früher habe der Biomüll keiner Wiederverwertung zugeführt werden können. Das sei heute anders.

Die städtischen Zuschüsse für die Beschaffung von Mehrwegwindeln sind derzeit ausgeschöpft. Für viele Verbraucher ein Ärgernis: Bei konsequenter Mülltrennung sind die grauen Restmülltonnen viel zu groß, selbst bei vierwöchiger Abfuhr ist vielfach nur der Boden bedeckt. Kleinere Tonnen sind laut Kahle aber nicht angedacht.

von Till Conrad

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