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Müllgebühren könnten sinken

Überschuss Müllgebühren könnten sinken

Der Müllabfuhrzweckverband Biedenkopf erwirtschaftet im kommenden Jahr einen Überschuss. Womöglich gibt er ihn in Form einer Gebührensenkung an die Bürger weiter.

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Geschäftsführerin Ninette Engel-Rezzonico (von links), Mitarbeiterin Stefanie Simon und Vorstandsvorsitzender Peter Pfingst demonstrierten die drei Wege zum Abfuhrtermin: den klassischen gedruckten Kalender, online per Computer oder, ganz neu, per App dir

Quelle: Manfred Schubert

Sterzhausen. Vorstandsvorsitzender Peter Pfingst und Geschäftsführerin Ninette Engel-Rezzonico teilten den 24 Teilnehmern der Verbandsversammlung des Müllabfuhrzweckverbands (MZV) Biedenkopf im Sitzungszimmer der Gemeindeverwaltung Lahntal erfreuliche Neuigkeiten mit.

Voraussichtlich 684000 Euro wird der Überschuss für das Jahr 2011 betragen, über 200000 Euro mehr als ursprünglich eingeplant. Zum Teil sei das auf sehr hohe Papiererlöse zurückzuführen, erklärte Pfingst, die jedoch keine verlässliche Größe seien. So seien die Papierpreise in den vergangenen Monaten gefallen, statt der erhofften 700000 werde man in diesem Jahr nur etwa 500000 Euro einnehmen.

Allerdings könne der Verband 2012 mit deutlichen Mehreinnahmen aus den Abfallgebühren rechnen: 7,53 Millionen Euro statt 7,38 Millionen Euro, erklärte Engel-Rezzonico. Dies liege vor allem an der Einführung des Identsystems in diesem Jahr.

Durch das System hat der Verband einen sicheren Überblick über die Gefäßbestände und eine sichere Grundlage für die Gebührenberechnung. Pfingst kündigte an, dass nun, nachdem die Datenbestände bereinigt sind, ab Januar das System konsequent angewandt werden soll. Gefäße, die keinem Grundstück zugeordnet werden können, werden grundsätzlich nicht mehr geleert, die übrigen nur noch zu dem Termin, an dem sie an der Reihe sind.

Irritiert über den im dritten Jahr hohen Überschuss

2012 waren im Wirtschaftsplan 728000 Euro Überschuss angesetzt worden, voraussichtlich werden es 799000 Euro, sagte die Geschäftsführerin: „Wir müssen an eine Gebührensenkung denken und eine entsprechende Kalkulation vornehmen.“

Der Wirtschaftsplan 2013 sieht Erträge von 8,39 Millionen Euro und Aufwendungen von 7,79 Millionen Euro vor - damit bliebe ein Überschuss von 603000 Euro. 60 Prozent der Kosten entfallen auf die Abfallbeseitigung, das sind 5,2 Millionen Euro, die der Landkreis als Gebühren erhält. 30 Prozent machen die Kosten für die Einsammlung des Abfalls aus.

Kreistagsvorsitzender Detlef Ruffert zeigte sich irritiert über den im dritten Jahr hohen Überschuss und fragte, ob man nicht die Bürger entlasten müsse. Engel-Rezzonico stimmte zu, dass man nicht mehr Rücklagen anhäufen müsse. Nach der neuen Kalkulation im kommenden Jahr wäre dann eventuell sogar eine rückwirkende Gebührensenkung zum 1. Januar möglich. Sie verwies darauf, dass der MZV für 2010 noch mit einem Defizit gerechnet habe, das nur durch die gute Entwicklung der Papiererlöse aufgefangen worden sei. Später sei noch ein unerwartet gutes Ausschreibungsergebnis bei der Einsammlung hinzugekommen.

Abschließend stellten Geschäftsführerin und Vorstandsvorsitzender noch eine Neuerung vor. Nutzer von Smart-phones können sich ab sofort eine kostenlose „Abfuhrkalender-App“ einrichten und ihre Müllabfuhrtermine über das Mobiltelefon aufrufen oder sich zu einem gewünschten Zeitpunkt an die Abfuhr erinnern lassen.

Ein Online-Abfuhrkalenderwar bereits 2011 eingeführt worden, über den ein E-Mail-Erinnerungsservice eingerichtet werden kann.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die ausgewählten Abfuhrtermine in Form einer „iCal-Datei“ herunterzuladen, welche dann in verschiedene Organizer, wie Microsoft Outlook, eingefügt werden kann. Weiterhin wird der gedruckte Abfuhrkalender des Müllabfuhrzweckverbandes jähr-lich an alle Haushalte verteilt.

Nutzer-Info: Unter www.abfallkalender.mzv-biedenkopf.de gibt‘s den Kalender im Netz. Die Abfuhrkalender-App gibt‘s unter www.app.fall.mzv-biedenkopf.de oder über den QR-Code auf dem gedruckten Abfuhrkalender.

von Manfred Schubert

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